Dünndarmkrebs
Pro Jahr erkranken in der Schweiz rund 150 Personen an Dünndarmkrebs, das entspricht weniger als 1% aller Krebserkrankungen. Damit gehört Dünndarmkrebs zu den seltenen Krebsarten. Die meisten Betroffenen sind zum Zeitpunkt der Diagnose über 50 Jahre alt, nahezu die Hälfte aller Patienten sogar 70 Jahre oder älter.
Dünndarm und Dickdarm
© KLS
Wenn von «Darmkrebs» gesprochen wird, ist in der Regel Dickdarmkrebs gemeint, der zu den häufigsten Krebsarten gehört. Aber auch im Dünndarm kann Krebs entstehen – allerdings viel seltener.
Schwierige Zuordnung von Beschwerden
Der Dünndarm beginnt beim Magenausgang und endet beim Übergang zum Dickdarm. Im Dünndarm wird die Nahrung verdaut, und die einzelnen Nahrungsbestandteile werden in den Blutkreislauf aufgenommen. Dünndarmtumoren entstehen aus den verschiedenartigen Zellen, aus denen der Dünndarm aufgebaut ist.
Beschwerden wie Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung werden nur in seltenen Fällen durch Dünndarmkrebs verursacht. Blut im Stuhl sollte auf jeden Fall vom Arzt abgeklärt werden.
Operation und Chemotherapie
Zur Diagnose von Dünndarmkrebs müssen Bilder des Darms und der Bauchorgane vorliegen. Diese können beispielsweise mit Röntgenstrahlen, Computer- oder Magnetresonanztomografie erstellt werden. Mithilfe einer Magen-Darmspiegelung lässt sich ein Teil des Dünndarms von innen her untersuchen.
Dünndarmtumoren werden fast immer operativ entfernt. Je nach Ausdehnung und Art des Tumors folgen darauf Strahlen- oder Chemotherapie.
Das Karzinoid
Das Karzinoid – eine spezielle Krebsart – geht von Zellen aus, die im Darm Hormone produzieren. Am häufigsten liegen Karzinoide im Blinddarm oder im Dünndarm. Typischerweise leiden die Patienten anfallsweise unter Hitzewallungen, Herzklopfen, Bauchschmerzen und Durchfall. Um das Dünndarm-Karzinoid zu diagnostizieren, müssen im Blut bestimmte Hormone und ihre Abbauprodukte nachgewiesen werden. Ein Karzinoid wird operiert und/oder mit speziellen Medikamenten behandelt, welche die Hormonwirkung hemmen.
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