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KrebsligaBeratung & UnterstützungTipps zur Nutzung von Gesundheits-AppsBeratung & Unterstützung

Tipps zur Nutzung von Gesundheits-Apps

Apps und Online-Tools können Krebsbetroffene auf dem Weg zu einem gesunden Lebensstil oder im Umgang mit der Erkrankung unterstützen. Sie bergen aber auch Risiken. Erfahren Sie, worauf Sie achten sollten, wenn Sie Gesundheits-Apps nutzen. Die Online-Checkliste vom Aktionsbündnis Patientensicherheit Deutschland hilft Ihnen, Apps selber zu bewerten.

Fast täglich kommen neue Gesundheits-Apps und Online-Tools auf den Markt. Einige messen die körperliche Aktivität, verhelfen zu mehr Entspannung und Achtsamkeit oder geben Ernährungstipps, andere dienen als Schmerztagebuch, erinnern an die Medikamenteneinnahme oder informieren über Vorsorgeuntersuchungen. Nur wenige der Apps sind zertifiziert, rechtliche Grundlagen gibt es kaum. Deshalb ist es wichtig, hier eine gewisse Vorsicht walten zu lassen und den persönlichen Nutzen möglichen Risiken gegenüberzustellen.

WICHTIG: Eine App ersetzt in keinem Fall den Arztbesuch oder eine medizinische Behandlung.

Beachten Sie folgende Punkte, wenn Sie eine Gesundheits-App nutzen:

Unabhängig von den individuellen Anforderungen sollte die App im Allgemeinen folgende Punkte erfüllen:

  • konkreter Anwendungsbereich und Zweck werden beschrieben
    (z.B. Erinnerungsfunktion zur Einnahme von Medikamenten)
  • die Grenzen der App werden klar aufgezeigt
    (z.B. Info, dass die App das Gespräch mit dem Arzt NICHT ersetzt)
  • einfache, nutzerfreundliche Installation bzw. Inbetriebnahme 
  • ist für Laien verständlich aufgebaut und einfach in der Anwendung
  • läuft stabil und ohne Unterbrüche
  • unterstützt Nutzer in einem bestimmten Kontext ein Ziel zu erreichen

Da es keine einheitliche Zertifizierung oder ein Qualitätslabel Apps gibt, wird die Bewertung oft den Nutzern überlassen. Wie bei gedruckten Informationen lohnt sich auch bei einer App die Frage, ob die Inhalte korrekt sind und wer sie veröffentlicht hat. Falsche und/oder veraltete Informationen zu erkennen, ist oft schwierig. 

WICHTIG: Eine App, mit deren Hilfe Sie selbst eine Diagnose stellen können, sollten Sie kritisch beurteilen.

Wichtige Punkte bezüglich Aktualität und Richtigkeit des Inhalts

  • Inhalt entspricht dem aktuellen Stand des Wissens, idealerweise mit vertrauenswürdiger Quellenangabe
  • Anbieter ist eine vertrauenswürdige Organisation oder Unternehmung
  • regelmässige Aktualisierung und Pflege der Anwendung durch den Anbieter (letztes Update sollte nicht länger als 6 Monate zurückliegen)
  • die App stellt weder eine abschliessende Diagnose noch leitet sie daraus Behandlungsempfehlungen ab

Bewertung durch andere Nutzer
Einen ersten Eindruck über die Qualität einer App können Bewertungen anderer Nutzer in den App-Stores geben. Viele positive Bewertungen von unterschiedlichen Nutzern können ein Hinweis für eine qualitativ hochwertige und daher viel genutzte App sein. Seinen Sie aber stets vorsichtig und kritisch. Es ist nicht immer ersichtlich, wer hinter den Bewertungen steht und mit welcher Motivation diese geschrieben wurden.

Informations- und Vergleichsplattformen
In der Schweiz gibt es keine offiziellen Zertifizierungen für Gesundheits-Apps. eHealth Suisse hat im Juni 2019 einen einheitlichen Kriterienkatalog zur Selbstdeklaration der Qualität von Gesundheits-Apps für Anbieter lanciert. Im Ausland finden sich vereinzelt unabhängige Informations- und Vergleichsplattformen mit Tests und Erfahrungsberichten wie beispielsweise HealthOn für deutschsprachige Apps.

Der Schutz und die Sicherheit der persönlichen Daten bei der Verwendung von Gesundheits-Apps sollte eine zentrale Rolle bei der Entscheidung für oder gegen deren Nutzung spielen.

Die App sollte eine Datenschutzerklärung aufweisen, die folgende Punkte erfüllt:

  • ist gut auffindbar und einsehbar (z.B. direkt in der App, auf der Website oder im App-Store
  • ist im Grundsatz verständlich formuliert
  • gibt Auskunft über Art, Umfang und Zweck der Erhebung und der Nutzung von Daten sowie über eine mögliche Weitergabe an Dritte
  • gibt an, in welchem Land und wie (verschlüsselt/anonymisiert) die Daten gespeichert werden
  • fordert nur jene persönlichen Daten ein, die für die Funktionalität nötig sind 
  • Zugriffsberechtigungen auf Funktionen der mobilen Endgeräte (z.B. Standortfreigabe mittels GPS oder Zugriff auf Kalender) werden nur angefordert, wenn sie für die Nutzung nötig sind

WICHTIG: Ein vollständiges Löschen der gespeicherten Daten ist meist nicht möglich oder nicht überprüfbar. Überlegen Sie gut, welche Daten Sie wo preisgeben.

Impressum gibt Auskunft über Anbieter
Im Impressum finden Sie Informationen über den Anbieter der App. Es hilft Ihnen den Hintergrund der App, mögliche finanzielle Abhängigkeiten und/oder mögliche kommerzielle Interessen zu erkennen. Beispielsweise wenn in der App eine Dienstleistung oder empfohlen wird.

Eine App muss ein Impressum aufweisen. Der Inhalt ist rechtlich vorgegeben und muss mindestens Name und Adresse des Anbieters sowie Angaben zur direkten und unmittelbaren Kontaktaufnahme (Telefon oder Mailadresse) enthalten.

WICHTIG: Beurteilen Sie eine App, die ein bestimmtes Produkt bzw. ein Medikament empfiehlt besonders kritisch. Meiden Sie Apps, die kein Impressum haben. 

Form der Finanzierung
Die Entwicklung, die Bereitstellung und die regelmässige Pflege einer App sind sehr kostspielig. Dies ist mit ein Grund, weshalb viele der Apps nach kurzer Zeit wieder vom Markt verschwinden. Neben der Finanzierung durch Sponsoring und/oder Fördermittel gibt es weitere Möglichkeiten wie z.B. «In-App-Käufe» oder Werbeeinblendungen.

WICHTIG: Achten Sie auf versteckte Kosten, die während der Nutzung entstehen können. Oftmals beinhaltet die kostenlose Basis-Version nur einen Bruchteil der Funktionen. Um alle zu nutzen, muss eine kostenpflichtige Premium-Version installiert werden. 

Quellen:

Broschüre «Checkliste für die Nutzung von Gesundheits-Apps» (12 S.)
herausgegeben von Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. Deutschland, Plattform Patientensicherheit Österreich und Stiftung für Patientensicherheit Schweiz, Mai 2018

«Einheitlicher Kriterienkatalog zur Selbstdeklaration der Qualität von Gesundheits-Apps» von PD Dr. med. Urs-Vito Albrecht im Auftrag von eHealth Suisse, Juni 2019