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Immunsystem zum richtigen Zeitpunkt anregen

Immunmodulatoren können das körpereigene Abwehrsystem stimulieren – und es dadurch befähigen, Krebszellen zu bekämpfen und abzutöten. Doch die Wirkung der Modulatoren hängt davon ab, wann sie verabreicht werden, wie Forschende um Carole Bourquin in ihren von der Krebsliga Schweiz unterstützten Versuchen an Mäusen zeigen.

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Immuntherapien gehören zu den grossen Hoffnungsträgern im Kampf gegen Krebs. Sie richten sich nicht direkt gegen die entarteten Zellen, sondern ermächtigen das körpereigene Abwehrsystem, gegen die Krankheit vorzugehen. Wie man dabei aber das Immunsystem – ein hochkomplexes Zusammenspiel von vielen verschiedenen Zellen – am besten und am wirksamsten beeinflusst, wird bisher nur in groben Zügen verstanden.

Nun hat das Forschungsteam um Carole Bourquin von der Universität Freiburg mit Versuchen an Mäusen einen wichtigen neuen Aspekt ans Licht gebracht: Für die Stimulation des Immunsystems kommt es nicht nur darauf an, welche Substanzen verwendet werden, sondern vor allem auch wann sie eingesetzt werden. In ihren Versuchen haben die Forschenden das Abwehrsystem der Mäuse mit einer Kombination von zwei verschiedenen Immunmodulatoren angekurbelt. Die beiden Modulatoren sind synthetisch hergestellte Moleküle, die Virenbestandteilen gleichen – und dadurch dem Immunsystem eine virale Infektion vorgaukeln.

«Die Immunantwort auf einen viralen Angriff lässt sich in zwei Phasen unterteilen», führt Bourquin aus. Zuerst müssen die Abwehrzellen den Erreger im Körper entdecken. Stossen diese Zellen etwa in der Lunge auf virales Erbgut (oder auf den ersten Immunmodulator, der solchem Erbgut gleicht), schlagen sie Alarm: Sie sondern Botenstoffe aus, die im ganzen Körper zirkulieren und innert 24 Stunden alle anderen Abwehrzellen in erhöhte Bereitschaft versetzen. Wenn dann in der zweiten Phase auch die alarmierten Zellen Virenbestandteilen (oder dem zweiten Immunmodulator) begegnen, fällt die Immunantwort viel stärker aus als ohne vorgängigen Alarm.

Dass sich die Abwehrzellen in einen Ausnahmezustand versetzen, in dem sie sehr stark auf die Gabe eines zweiten Immunmodulators, aber überhaupt nicht mehr etwa auf die erneute Gabe des ersten Modulators reagieren – und in dem sie also eine völlig andere Sensibilität aufweisen, hat Bourquin nicht erwartet. Mit dem dynamischen Verhalten dieser Zellen erklärt sie sich auch, wieso die – zeitlich versetzte – Kombination der beiden Modulatoren zu viel besseren Resultaten bei den Mäuseversuchen geführt hat.

Noch müssen weitere Studien belegen, dass auch das Immunsystem des Menschen eine zweiphasige Antwort auf Viren bereithält. Doch sollte sich dies herausstellen, so drängte sich aufgrund der Ergebnisse von Bourquins Forschungsgruppe eine Optimierung der Verabreichungsmethoden bei den Immuntherapeutika auf. Mit einer zeitlich abgestimmten, verstärkten Aktivierung des Abwehrsystems steigen die Chancen, dass sich die grossen Hoffnungen, die derzeit auf den Immuntherapien ruhen, auch tatsächlich erfüllen lassen.