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Jahresbericht Krebsliga Schweiz 2018

Krebsliga Jura

Die Patientenverfügung im Fokus

Ein Arzt und Autor sowie vier Schauspieler sind zusammengekommen, um eine der schwierigsten Entscheidungen in unserem Leben zu erklären.

Selbstbestimmt über sein Lebensende zu entscheiden ist ein Thema, das in unserer Gesellschaft zunehmend diskutiert wird. Sei es durch den Beitritt zu Exit, Dignitas oder ähnlichen Organisationen, sei es durch das Abfassen einer Patientenverfügung, in der Bestimmungen zum Lebensende festgehalten werden.

Zwischen der Darstellung des Themas in den Medien und der Realität herrschen grosse Unterschiede. Tatsächlich haben laut verschiedenen Umfragen nur 10 bis 20 Prozent der potenziell Betroffenen zu Papier gebracht, wie sie sich ihr Lebensende vorstellen. Auch unterscheidet sich diese Zahl von Sprachregion zu Sprachregion erheblich: In der Westschweiz haben weit weniger Personen eine Patientenverfügung verfasst als in der Deutschschweiz. Hier sehen wir einen gewissen Nachholbedarf.

Vor diesem Hintergrund haben diverse Verbände aus dem Jura, darunter die Krebsliga Jura, die Theatergruppen «Compagnie Opale» und «Anadyomène» eingeladen, das Stück «J'ai pas fini» (Ich bin noch nicht fertig!) von Dr. Eric Masserey aufzuführen.

In diesem Stück werden die verschiedenen Probleme und Fragestellungen im Zusammenhang mit der Patientenverfügung behandelt.

Der Zuspruch von Zuschauern hat uns überrascht. Fast 500 Menschen sahen und genossen eine der drei Vorstellungen, die in den drei Bezirken unseres Kantons stattfanden. Sie beteiligten sich darüber hinaus aktiv an den Diskussionen, die sich an die jeweiligen Aufführungen anschlossen. Die Argumente dafür und dagegen, die rechtlichen Rahmenbedingungen, die Notwendigkeit einer präziseren Formulierung der Willenserklärung, eine gewünschte Hilfe durch den Hausarzt oder die Angehörigen und vor allem die Schwierigkeit, seine eigenen Werte zu definieren, wurden ausführlich diskutiert.

Diese Abende waren unerwartet erfolgreich und haben entgegen der landläufigen Meinung bewiesen, dass die Menschen durchaus bereit sind, über das zu reden, was sie sich für ihr

Lebensende wünschen.

Dr. med. Hans-Jürgen Fischer, Präsident