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Krebsliga Schweiz 2020

Corona: Flexible Hilfe vor Ort

Das Coronavirus hat bei vielen Menschen mit Krebs zu grosser Verunsicherung geführt. Mit ihren Sorgen und Ängsten gelangten Betroffene und ihre Angehörigen direkt an die Krebsliga. Die kantonalen und regionalen Krebsligen haben im Nu auf die neue Ausgangslage und die neuen Bedürfnisse reagiert: Trotz der temporären Schliessungen ihrer Geschäftsstellen ist es ihnen gelungen, Unterstützungsangebote für Krebsbetroffene und ihre Familien sicherzustellen: mit Online-Kursen, Beratungen per Telefon oder Videokonferenz und neu geschaffenen Gefässen.

Krebsliga Solothurn

Stephanie Affolter

«Ich bin stolz auf mein Team. Trotz der Coronakrise waren wir dank unserem ausgebauten Online-Angebot ganz nahe an unseren Klientinnen und Klienten: Es umfasste Beratungsgespräche via Skype, Instruktionsvideos unserer Kursleitenden in den sozialen Medien und die Online-Version des im Mai neu eröffneten Treffpunkts «Oase» für Betroffene. Auch im Kleinen konnten wir Grosses bewirken: Etwa für ein zehnjähriges Mädchen, dem wir eine Trauerbegleiterin organisiert haben, als sich seine Mutter in einer palliativen Situation befand.»
Stephanie Affolter, Geschäftsleiterin Krebsliga Solothurn

Krebsliga Waadt

Chantal Diserens

«Wir haben unsere Anstrengungen verstärkt, um besonders gefährdete Patientinnen und Patienten trotz Corona weiterhin zu unterstützen. Wichtig dabei war, dass die sozialen Kontakte gesichert waren und die körperliche und seelische Verfassung der Teilnehmenden trotz Distanz stabil blieb. Es fanden Online-Kurse statt und wir erstellten Sonder-Newsletter, für die unsere Teams wohltuende Video- und Audiobeiträge produzierten. So kam die Krebsliga regelmässig zu den Betroffenen nach Hause.»
Chantal Diserens, Geschäftsführerin Krebsliga Waadt 

Krebsliga Tessin

Alba Masullo

«Unser Team, bestehend aus Sozialberatern, Psychologen, Pflegefachfrauen, Freiwilligen und Lehrkräften musste zwar plötzlich aus der Ferne agieren, konnte aber die engen Kontakte mit den Betroffenen aufrecht erhalten.
Yoga-Kurse, Kunsttherapie und Heilgymnastik fanden online statt. Die Mitarbeitenden der drei Zweigstellen waren stets per Telefon, E-Mail und im Chat erreichbar. Von den Pflegefachfrauen für Rehabilitation erhielten Betroffene und Angehörige praktische Tipps zur Stärkung ihres seelischen und körperlichen Wohlbefindens.»

Alba Masullo Geschäftsführerin Krebsliga Tessin

Krebsliga Graubünden

Christoph Kurze

«Die Belastung, welche eine Krebserkrankung mit sich bringt, wurde durch die Pandemie noch viel grösser. In dieser schwierigen Situation wollten wir für unsere Klientinnen und Klienten da sein, ohne sie einem erhöhten Risiko auszusetzen. Beratungen fanden telefonisch, per E-Mail oder via Skype statt. Unser Beratungsteam fragte proaktiv bei unseren Klientinnen und Klienten nach, wie es ihnen ging und wo es zusätzlich Unterstützung brauchte. Das wurde positiv aufgenommen. Vielen tut es gut zu spüren, dass sie nicht alleine sind.»
Christoph Kurze Geschäftsführer Krebsliga Graubünden

Weitere Stimmen:

Martina Bayer

«Es ist gut zu wissen, dass es die Krebsliga mit den kantonalen und regionalen Ligen und dem Krebstelefon zur Unterstützung gibt! Dafür bin ich gerade in dieser speziellen Krisenzeit sehr dankbar.»
Martina Bayer , IT-Fachfrau, 36 Jahre alt, Brustkrebs

Brigitta Wössmer

«Mit dem Coronavirus war da plötzlich etwas, das wir nicht kannten und nicht wussten, wie man es behandelt. Diese grosse Unbekannte machte Angst. Gerade bei Menschen, die sich schon durch die Krebserkrankung unsicher oder angreifbar fühlen, können sich diese Ängste zusätzlich verstärken.»
Brigitta Wössmer, Psychoonkologin und Vorstandsmitglied der Krebsliga Schweiz

Georg Stüssi

«Die grosse Verunsicherung von Krebsbetroffen spüren wir auch im Spital. Unsere Patienten sind sich bewusst, dass sie bei dieser Pandemie zur Risikopopulation gehören und halten sich sehr genau an die Schutzmassnahmen. Die psychische Belastung ist für viele aber effektiv gross – seit Monaten befinden sie sich nun im Ausnahmenzustand.»
Georg Stüssi, Vizepräsident des Vorstands der Krebsliga Schweiz und Chefarzt Hämatologie am Onkologie-Institut der italienischen Schweiz (IOSI).