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Telefonberatung durch die Rauchstopplinie ist eine Erfolgsgeschichte

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Bei mehr als 50 Prozent der Rauchenden besteht ein klinisch bedeutsames Abhängigkeitssyndrom, das in der Regel nicht ohne therapeutische Intervention beendet werden kann. Die Telefonberatung der Rauchstopplinie ist eine Entwöhnungsmethode, die bei unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen wirkt. Als niederschwelliges, orts- und zeitungebundenes Angebot besitzt sie eine breite Erreichbarkeit. Die Rauchstopplinie wird professionell betrieben nach den Standards des European Network of Quitlines.


Wirksamkeit der Telefonberatung im Vergleich mit anderen Formaten:

Telefonische Entwöhnung und Stabilisierung haben sich durch hohe Kosteneffizienz und den niederschwelligen Zugang international als fester Bestandteil der Tabakentwöhnung etabliert. Die Wirksamkeit der Telefonberatung ist wissenschaftlich belegt Die Methode ist evidenzbasiert und wird von namhaften Leitlinien zur Tabakentwöhnung, wie etwa in Deutschland 1, den USA 2 oder der Schweiz3 als wirksame Entwöhnungsmethode empfohlen.

Telefonberatung ist jedoch anderen Formaten zur Tabakentwöhnung, wie Selbsthilfematerialien, internetbasierten und mobilen Selbsthilfeprogrammen deutlich überlegen1. Zusätzlich verbessert eine Beratung durch den Telefonservice andere Massnahmen der Tabakentwöhnung, etwa pharmakologische Hilfen 1. Melden Arztpraxen ihre Patienten bei einem telefonischen Tabakentwöhnungsservice an, erhöhen sich die Abstinenzraten verglichen mit einer Kurzintervention4 deutlich.


Individuelle, massgeschneiderte Beratung:

Anrufende haben die Möglichkeit, sich kostenlos in mehreren Beratungsgesprächen beim Entwöhnungsprozess und in der Stabilisierungsphase professionell unterstützen und behandeln zu lassen5. Nach dem Erstgespräch können Aufhörbereite ein kostenloses Coaching von vier oder mehr Gesprächen in Anspruch nehmen. Die Rückrufe erfolgen durch die Rauchstopplinie. Während der Beratung werden einfache und wirksame Techniken vermittelt, die dabei helfen einen Rauchstopp vorzubereiten und durchzuhalten, etwa Verhaltensanalyse, Selbstbeobachtung, Verfahren zum Umgang mit Stress sowie Rückfallprävention.


Erfolg:

Drei von zehn Personen, die bei der Rauchstopplinie anrufen, hören mit dem Rauchen auf und sind nach zwölf Monaten rauchfrei. Wer sich nach dem Erstgespräch in vier Folgegesprächen coachen lässt, hat noch bessere Abstinenzchancen. Fast 40 Prozent sind nach sechs Monaten rauchfrei und 33 Prozent bleiben es auch nach 12 Monaten 6.


Effiziente Kooperationen mit Spitälern:

Stationäre Patienten, welche im Spital eine Kurzintervention erhalten und nach dem Austritt aus dem Spital durch die Beratungspersonen der Rauchstopplinie nachbetreut werden, haben mit 55 Prozent noch höhere Chancen auf Abstinenz. Dabei entstehen keine Kosten, weder für Patienten, noch Spital oder Krankenkassen, was wiederum das Gesundheitssystem entlastet. Im medizinischen Setting sollte die Telefonberatung im Anschluss an eine Kurzintervention angeboten werden 1,2,3.


Die Rauchstopplinie ist gut investiertes Geld:

Sie wird durch den Tabakpräventionsfonds des Bundes finanziert, der seinerseits aus der Steuer von 2,6 Rappen pro Zigarettenschachtel gespeist wird. Das Geld ist gut investiert. Rauchen verursacht massive Gesundheitskosten. Auf 1,5 Milliarden CHF jährlich werden die durch tabakbedingte Erkrankungen entstandenen Mehrkosten beziffert. Insgesamt dürften für die Allgemeinheit die indirekten Kosten durch volkswirtschaftliche Produktionsausfälle und immaterielle Kosten aber um ein Vielfaches höher liegen. Experten gehen von 10,7 Milliarden CHF jährlich aus7.


Steigende Auslastung dank guter Qualität und hoher Wirksamkeit:

Seit dem Start der Rauchstopplinie 2005 haben die Beratungsgespräche stetig zugenommen. Wie mit dem Tabakpräfentionsfonds vereinbart, wurden für den Zeitraum ab 2015 ursprünglich jährlich 3500 Gespräche avisiert. 2016 erhielt die Rauchstopplinie über 3000 Anfragen. Daraus ergaben sich insgesamt mehr als 5000 Gespräche, die im selben Jahr geführt wurden.

Total Gespräche

Die Erfahrung hat zeigt, dass Personen welche sich durch die Rauchstopplinie beraten lassen, mindestens vier weitere Personen aus ihrem persönlichen Umfeld anregen, ebenfalls einen Rauchstoppversuch zu wagen. Es werden daher indirekt weit mehr Rauchende erreicht.

Die Rauchstopplinie wird von beiden Geschlechtern und allen Altersgruppen in Anspruch genommen, und wirkt vor allem dort, wo alle anderen Beratungsangebote versagen, bei schwer abhängigen Personen:

Bei der Rauchstopplinie rufen etwas mehr Männer wie Frauen an, von jung bis alt. Dies zeigte eine Studie8. Am stärksten unter den Anrufenden vertreten war die Altersgruppe der 25 bis 44-Jährigen. Ein Drittel rauchte mehr als ein Päckchen am Tag. 24 Prozent der Anrufenden hatten wegen einer psychischen Komorbidität besonders Hilfe nötig.Je älter die anrufenden Raucher und Raucherinnen sind, desto mehr Zigaretten rauchen sie. 54 Prozent verfügten über einen Berufsschulabschluss, 37 Prozent besuchten die Mittelschule und verfügten über einen Fachhochschul- oder Universitätsabschluss. Zehn Prozent der Anrufenden haben die Primarschule besucht.

1 S3-Leitlinie “Screening, Diagnostik und Behandlung des schädlichen und abhängigen Tabakkonsums” AWMF-Register Nr. 076-006, 09.02.2015

2 US-Guidelines auf Basis von Fiore et al. (2008)

Tabakentwöhnung: Update 2011 Teil 1, Jacques Cornuz, Isabelle Jacot-Sadowski, Jean-Paul Humair, Carole Clair, Macé Schuurmans, Jean-Pierre Zellweger, Schweiz Med Forum 2011;11(9):156–159

(OR = 2.86; KI 0.94-8.71, Borland et al.2008).

5 Anhang Beratung bei der Rauchstopplinie

6Zusammenfassung Evaluation Rauchstopplinie

7 Jeanrenaud, Claude et al. (2005).

8 Nationale Rauchstopplinie 0848 000 181 – Rauchstoppversuche und veränderte Rauchgewohnheiten der beratenen Personen (Befragungen 2010-2012); Hans Krebs, Kommunikation und Publikumsforschung, Zürich

Shearer & Shanahan, 2006; Zhu et al., 2002Mottillo S, Filion KB, Belisle P, Joseph L, Gervais A, O'Loughlin J, Paradis G, Pihl R,Pilote L, Rinfret S, Tremblay M, Eisenberg MJ. Behavioural interventions for smokingcessation: a meta-analysis of randomized controlled trials. Eur Heart J.2009;30(6):718-30.

Stead LF, Perera R, Lancaster T. Telephone counselling for smoking cessation.

Cochrane Database of Systematic Reviews 2006, Issue 3. Art. No.: CD002850. Doi:

10.1002/14651858.CD002850.pub2.

Zhu S-H, Anderson CM, Tedeschi GJ, et al. Evidence of real-worldeffectiveness of a telephone quitline for smokers. N Engl J Med.2002;347(14):10871093. http://dx.doi.org/10.1056/NEJMsa020660

Metaanalyse (Rigotti, Munafo & Stead, 2008) Die Cochrane-Arbeitsgruppe um Rigotti hat 33 Studien zu Tabakentwöhnung im Setting Krankenhaus in USA und Europa ausgewertet. Eine intensivere Ausstiegsbehandlung erhöht Abstinenzchancen nach 6 und 12 Monaten deutlich: OR 1.65, bei 11 Studien 1.81