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KrebsligaCoronavirus und Krebs: Fragen und Antworten

Coronavirus und Krebs: Fragen und Antworten

Hier finden Sie eine Auflistung der häufigsten Fragen von Krebsbetroffenen und ihren Angehörigen zum Coronavirus. Die Fragen sind nach den Themen «medizinische Fragen», «Prävention» und «Arbeitsrecht» gegliedert.

Die Angaben werden in regelmässigen Abständen aktualisiert (Stand 02. April 2020).

Medizinische Fragen

Für Personen ab 65 Jahren und für alle mit bestehender Vorerkrankung kann das neue Coronavirus gefährlich sein. Gemäss des Bundesamtes für Gesundheit sind Menschen mit einer dieser Vorerkrankungen besonders gefährdet:

  • Bluthochdruck
  • Diabetes
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Chronische Atemwegserkrankungen
  • Erkrankungen und Therapien, die das Immunsystem schwächen
  • Krebs

Krebsbetroffene, ob in Behandlung, geheilt oder erst diagnostiziert, haben häufig ein geschwächtes Abwehrsystem und sind dadurch anfälliger für Infektionen. Oft haben diese Personen noch eine zusätzliche Erkrankung, welche das Risiko weiter erhöht, wie zum Beispiel etwa Asthma oder ein Herzkreislauf-Leiden.

Leider gibt es derzeit nur wenige Erkenntnisse dazu, wie Krebsbetroffene auf einen Kontakt mit dem neuen Coronavirus reagieren. Auch kann sich die individuelle Situation, in der sich Krebspatientinnen und -patienten befinden, deutlich voneinander unterscheiden.

Grundsätzlich gehören alle Krebsbetroffenen zur Risikogruppe. 

Allerdings ist nicht jeder Krebspatient, jede Krebspatientin gleich anfällig für eine Infektion mit dem Coronavirus und gleich gefährdet für die Entwicklung eines schweren Verlaufs. Die Anfälligkeit für eine Infektion und das Risiko für einen schweren Verlauf der Infektionskrankheit hängen neben der Krebsbehandlung von vielen weiteren Faktoren ab, wie z.B. von der Art der Krebserkrankung, vom betroffenen Organ, vom Stand der Behandlung, vom Alter und vom Vorhandensein anderer Erkrankungen. Zudem spielt es eine Rolle, ob das Immunsystem noch geschwächt ist oder sich vollständig erholt hat.

Bis heute bestehen zu wenig Erfahrungen, wie Patienten mit Krebs und Krebsüberlebende auf eine Infektion mit dem Coronavirus reagieren. Deswegen sollten Krebspatienten und Personen nach einer Krebserkrankung, bzw. mit einer Krebserkrankung in der Biographie, grundsätzlich vorsichtig sein (Vorsorgeprinzip) und sich nach den Empfehlungen des Bundesamts für Gesundheit für besonders gefährdete Personen richten, um eine Infektion mit dem Coronavirus möglichst zu vermeiden. Krebspatienten sollten sich in jedem Fall mit Ihrer behandelnden Ärztin / Ihrem behandelnden Arzt abstimmen, um den Erfolg von laufenden Therapien nicht zu gefährden. Bei Personen nach abgeschlossener Krebstherapie kann der behandelnde Arzt / die behandelnde Ärztin das individuelle Risiko am ehesten abschätzen.

Das hängt von Fall zu Fall ab. Nehmen Sie telefonisch Kontakt mit Ihrer Onkologin oder Ihrem Onkologen auf. Das Behandlungsteam wägt die Vor- und Nachteile eines Unterbruchs mit Ihnen ab.

Bestrahlungen, Antikörper- oder Immuntherapien sollten nach Möglichkeit vollständig durchgeführt werden, um den Therapieerfolg nicht zu gefährden. In jedem Fall sollten Sie sich aber mit Ihrem Arzt oder Ärztin abstimmen.

Wenn die Terminverschiebung den Erfolg der Krebsbehandlung nicht gefährdet, können Sie das machen. Etwa bei Behandlungen langsam verlaufender, chronischer Erkrankungen, einer Nachsorge-Untersuchung oder einer geplanten, aber nicht in jedem Fall zwingend notwendige Nachbehandlung. In jedem Fall sollten Sie dies mit Ihrem Arzt oder Ärztin besprechen.

In der Regel ist dies nicht nötig. Eine geplante Krebstherapie sollte nur verschoben werden, wenn wichtige Gründe vorliegen. Nehmen Sie telefonisch Kontakt auf der Fachperson. Ärzte wägen generell bei jedem Patienten den Nutzen der Krebstherapie gegen einen möglichen Schaden (z.B.Nebenwirkungen) ab. Dabei berücksichtigen sie auch das individuelle Erkrankungsrisiko für Covid-19: Das ist bei jedem Betroffenen unterschiedlich, abhängig von den Lebensumständen, dem Arbeitsumfeld und den persönlichen Kontakten.

Es besteht aber auch ein Risiko, wenn Krebsbetroffene ihre Krankheit nicht behandeln: Patienten, deren Erkrankung durch eine Krebstherapie kontrolliert ist, erleiden meistens weniger Infektionen als Patienten, die nicht wirksam behandelt werden.

Eine Infektion mit dem neuen Coronavirus verläuft nur selten tödlich. Es hat sich aber gezeigt, dass der Verlauf einer Erkrankung mit dem neuen Coronavirus vor allem bei Patienten, deren Immunsystem geschwächt ist, schwerwiegender verlaufen kann. Aus diesem Grund sollten Sie sich selbst zu Hause isolieren.

Mit den geschwächten Organen besteht bei Ihnen ein erhöhtes Risiko. Aus diesem Grund sollten Sie sich schützen und zu Hause isolieren.

Prävention

Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt:

  • Wenn Sie arbeitstätig sind, sollten Sie ausschliesslich im Homeoffice arbeiten.
  • Bleiben Sie so weit als möglich zu Hause. Vermeiden Sie direkte Kontakte mit Personen, die nicht im gleichen Haushalt leben.
  • Lassen Sie eine Freundin oder einen Nachbarn für Sie einkaufen und die Einkäufe vor die Tür stellen.
  • Wenn Sie zum Arzt müssen, fahren Sie mit Ihrem Auto oder Velo oder gehen Sie zu Fuss. Ist das nicht möglich, dann nehmen Sie ein Taxi.
  • Halten Sie mindestens 2 Meter Abstand zu anderen Personen.
  • Haben Sie Krankheitssymptome (Atembeschwerden, Husten und Fieber), dann rufen Sie sofort Ihren Vertrauensarzt oder ein Spital an. Sagen Sie, dass Sie im Zusammenhang mit dem neuen Coronavirus anrufen und ein erhöhtes Krankheitsrisiko haben. Beschreiben Sie Ihre Symptome.

Wenn Sie nicht im selben Haushalt mit dieser Person leben, sollten Sie sie nicht besuchen. Fragen Sie nach, wie Sie den Krebspatienten unterstützen können (z.B. Einkaufen). Nutzen Sie das Telefon oder andere Kommunikationsmittel, um mit Betroffenen in Kontakt zu bleiben. Solche Kontakte tun ihnen gut.

Arbeitsrecht

Sie können sich nicht aufgrund eines erhöhten Erkrankungsrisikos krankschreiben lassen. Seit wenigen Tagen ist aber eine neue Vorordnung in Kraft, welche besonders gefährdete Personen besonders schützt. Falls Sie zu den besonders gefährdeten Personen gehören, muss Ihr Arbeitgeber Sie im Homeoffice arbeiten lassen. Können Sie nicht im Homeoffice arbeiten und wenn bei der Arbeit vor Ort die geforderten Hygiene- und Abstandsregeln nicht eingehalten werden können, muss er Sie unter Lohnfortzahlung beurlauben.

Erklären Sie Ihrem Arbeitgeber persönlich, dass Sie besonders gefährdet sind. Der Arbeitgeber kann dann ein Arztzeugnis verlangen. Erklären Sie Ihrem Arzt, dass Sie keine Bestätigung brauchen, dass Sie arbeitsunfähig sind, sondern, dass Sie zur Risikogruppe gemäss der Covid-19-Verordnung 2 des Bundes gehören. Ihr Arzt wird dann ein entsprechendes Arztzeugnis erstellen, das Sie dem Arbeitgeber übergeben können.

Weisen Sie Ihren Arbeitgeber auf seine Fürsorgepflicht hin. Er muss Massnahmen ergreifen, um die Gesundheit seine Mitarbeitenden zu schützen. Wenn Homeoffice möglich ist, sollte Ihr Arbeitgeber dies erlauben. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfiehlt ausdrücklich die Arbeit zu Hause.

Falls Sie nicht zu den gefährdeten Personen gehören und trotzdem im Homeoffice arbeiten möchten, so kommt es darauf an, ob Ihr Arbeitgeber die Weisungen des Bundesamts für Gesundheit umsetzt und damit seine Fürsorgepflicht erfüllt. Sind Sie am Arbeitsplatz genügend vor einer Ansteckung geschützt, so müssen Sie weiter zur Arbeit gehen. Suchen Sie mit Ihrem Arbeitgeber das Gespräch, um eine einvernehmliche Lösung zu finden.

Sie haben Krankheitssymptome wie Husten (trockener Reizhusten), Halsschmerzen, Kurzatmigkeit und/oder Fieber, Fiebergefühl, Muskelschmerzen? Dann bleiben Sie zu Hause und vermeiden möglichst den Kontakt zu anderen Personen. Das Bundesamt für Gesundheit hat zu dieser Selbst-Isolation ein Merkblatt herausgegeben. Nachdem Sie 48 Stunden lang keine Krankheitssymptome mehr hatten und wenn seit den ersten Symptomen mindestens 10 Tage verstrichen sind, können Sie die Isolation aufheben. 

Informieren Sie ihren Arbeitgeber, dass Sie in Selbst-Isolation sind. Sie sollten das gleiche Entgelt erhalten, wie im Krankheitsfall.

Falls Sie mit einer Person im gleichen Haushalt leben, die besonders gefährdet ist, so müssen Sie einerseits alles unternehmen, um diese Person nicht zu gefährden und andererseits müssen Sie auch Ihre Arbeitspflicht einhalten. 

Suchen Sie in diesem Fall das Gespräch mit Ihrem Arbeitgeber, um eine gute, individuelle Lösung zu finden.

Jeder Arbeitgeber hat die Pflicht, die Gesundheit seiner Angestellten zu schützen. Er darf sie nicht einem unnötigen Risiko aussetzen und muss alle Vorsichtsmassnahmen treffen, die notwendig sind. Der Arbeitgeber muss daher die Empfehlungen des Bundesamts für Gesundheit einhalten. Er muss beispielsweise die Angestellten über das Risiko einer Ansteckung informieren und dafür sorgen, dass Händewaschen möglich ist.

Tut ihr Arbeitgeber das nicht, sollten Sie ihn auffordern, die Vorsichtsmassnahmen einzuhalten.