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Fredy Wetter - Betroffener

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Fredy Wetter

Wie wirken sich die Lockerungen auf Ihren Alltag aus?
Ich gehe wieder mit dem notwendigen Respekt nach draussen. Ich meide aber nach wie vor grössere Gruppen. Wanderungen unternehme ich meistens alleine oder – wenn mit Begleitung – dann mit dem nötigen Abstand.

Gehen Sie wieder einkaufen oder in Restaurants?
Einkaufen gehe ich wieder selber. Aber ich meide ganz bewusst Stosszeiten oder auch die Wochenenden für meine Einkäufe. Als Pensionär kann ich die Zeiten auswählen, damit ich nicht auf überfüllte Ladenlokale stosse. Für einen Restaurantbesuch fehlt mir noch der Mut. Da ich selber sehr gern koche, verspüre ich auch nicht so einen grossen Drang in ein Restaurant zu gehen. Ich sehe aber, dass zum Beispiel die Berggasthäuser im Alpstein (Appenzellerland), die ich manchmal für eine Stärkung oder Erleichterung aufsuche, sich sehr gut an die Empfehlungen des BAG halten. Darüber bin ich froh.

Wie fühlen Sie sich unter Menschen?
Emotional fühle ich mich wieder wohler. Aber die Unvernunft vieler Menschen gibt mir zu denken. Es ist menschlich verständlich, dass man möglichst wieder wie vor der Coronapandemie leben möchte. Dennoch sind die Risikogruppen darauf angewiesen, dass sich alle nach wie vor an Hygiene- und Abstandsregeln halten. Ich hätte diesbezüglich mehr Respekt und Rücksichtnahme erwartet. 

 

Am 16. März 2020 verschärfte der Bundesrat die Massnahmen zum Schutz der Bevölkerung. Läden, Restaurants, Bars und Unterhaltungsbetriebe mussten in der ganzen Schweiz schliessen. Zu diesem Zeitpunkt sprach die Krebsliga bereits mit Fredy Wetter.

Wie gehen Sie persönlich mit der Situation bezüglich Corona um?
Ich halte mich an die Empfehlungen des BAG. In meinem Umfeld gibt es sehr nette Leute, die mir spontan angeboten haben, für mich Einkäufe zu tätigen. Leute, von denen ich diese Hilfe eigentlich gar nicht erwartet hatte. Im gleichen Mehrfamilienhaus gibt es aber auch Personen, welche absolut keine Empathie zeigen und nicht merken (oder nicht merken wollen), dass ich Menschenansammlungen meiden sollte und deshalb auf Unterstützung angewiesen bin. Nicht nur wenn man Krebs hat, sondern auch jetzt in Zeiten von Corona beobachte ich, dass nicht alle Menschen gleich damit umgehen können.

Bezüglich Corona-Krise hilft es mir persönlich, mich positiv einzustellen. Das Negative wohl akzeptieren, aber mich nicht runterdrücken lassen. Diese Strategie hat mir bereits beim Herzinfarkt vor 10 Jahren und beim Krebs vor 4 Jahren geholfen. Ich versuche einen Blick in die Zukunft zu wagen, um zu sehen, wie Corona unsere Gesellschaft positiv verändern könnte. Ich vermute, dass wir Menschen im privaten wie auch im wirtschaftlichen Bereich umdenken müssen. Also auch Neues annehmen, was bisher kategorisch negiert wurde: Entschleunigen, Terminkalender entrümpeln, weniger oft weit weg in die Ferien fliegen, etc. Ich denke auch, dass wir mit unseren materiellen Bedürfnissen zurückstecken müssen. Hoffentlich werden wir wieder viel mehr lernen, den Mitmenschen zu achten. Heute umarmt und küsst man jeden und jede auf eine unbewusste, oberflächliche Art. Ich hoffe, dass aus einer automatischen Begrüssung bald eine richtige, innige Umarmung wird.

Welche Hilfe könnten Sie von der Krebsliga zusätzlich gebrauchen?
Hilfe von der Krebsliga benötige ich momentan nicht. Nach meiner Operation vor vier Jahren wurde ich von der Krebsliga Ostschweiz und der Cancer Survivorship-Beraterin sehr gut unterstützt; mit ihr hatte ich tiefgehende Gespräche, die mir geholfen haben, mein Leben – meine Einstellung, Ernährung und Bewegung – anzupassen. Sie hat bei mir von sich aus in bestimmten Zeitabständen nachgefragt, wie es mir geht. Diese Betreuung hat mir viel geholfen.