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Aggressiven Prostatakrebs früh erkennen

Was bei Darm- und Gebärmutterhalskrebs bereits möglich ist, davon träumen Forschende, Ärztinnen und Ärzte beim Prostatakrebs noch immer: Von einem zuverlässigen Test, der Prostatakrebs früh erkennt, bevor die Krankheit Beschwerden verursacht – und so lange sie noch erfolgreich behandelt werden kann. Auch Eric Grouzmann und sein Team vom Universitätsspital Lausanne engagieren sich in diesem Bereich und können – dank Unterstützung der Krebsliga Schweiz – ein kleines Molekül mit grossem Potenzial erforschen.

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Dr. Eric Grouzmann

Eric Grouzmann und sein Team erforschen ein Molekül, das grosse Hoffnungen weckt: das Neuropeptid Y (NPY). «Wir träumen davon, mittels NPY und seinen Fragmenten frühzeitig und zuverlässig aggressive Formen von Prostatakrebs erkennen zu können», erzählt Eric Grouzmann. Er ist Abteilungsleiter des Labors für Katecholamine und Peptide am Universitätsspital Lausanne (CHUV).

Das Potenzial von NPY, gefährliche Formen von Prostatakrebs hervorzuheben, blieb lange Zeit unerkannt. Zwar erforscht Eric Grouzmann das Molekül seit vielen Jahrzehnten, allerdings im Zusammenhang mit anderen Krankheiten. Erst als in den Jahren 2013 bis 2016 mehrere Studien einen Zusammenhang zwischen NPY und Prostatakrebs beschrieben, wurde er hellhörig. Zusammen mit Massimo Valerio, Urologe und Leiter des Prostatazentrums am CHUV, initiierte er ein Forschungsprojekt und beantragte bei der Krebsliga Schweiz finanzielle Unterstützung. Im strengen Begutachtungsverfahren der Krebsliga unter Einbezug von externen Gutachtern erwies sich das Projekt als förderungswürdig. Die finanziellen Mittel wurden bewilligt und so können die zwei engagierten Wissenschaftler und ihr Team nun prüfen, ob sich NPY zur Früherkennung von aggressivem Prostatakrebs eignet.

Sie forschen nicht als Einzige auf diesem Gebiet. Schon seit Längerem sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf der ganzen Welt auf der Suche nach einem einfachen Test zur Früherkennung von aggressivem Prostatakrebs, da der verfügbare Prostataspezifische-Antigen-Test – auch PSA-Test genannt – umstritten ist.

Das PSA ist ein Protein, das in der Prostata gebildet wird. Es ist im Blut nachweisbar und erhöht sich bei verschiedenen Erkrankungen der Prostata. Ein erhöhter PSA-Wert kann – muss aber keineswegs – ein Hinweis auf Prostatakrebs sein. Viele Männer mit einem erhöhten PSA-Wert leiden gar nicht an Prostatakrebs, oder nur an einer harmlosen Form davon. Diese ungefährlichen Formen entwickeln sich sehr langsam und bilden keine Ableger (Metastasen) im Körper. Sie hätten – wären sie unentdeckt geblieben – den betroffenen Männern mit grosser Wahrscheinlichkeit nie Beschwerden bereitet. Das bedeutet, dass der PSA-Test einerseits zu unnötigen Abklärungen, Biopsien und invasiven Behandlungen führen kann, welche mit Angst und Unsicherheit verbunden sind und unerwünschte Wirkungen auf die Sexualfunktion und die Kontinenz haben können. Andererseits haben manche Männer normale PSA-Werte, leiden aber unter aggressivem Prostatakrebs. Sie wiegen sich in falscher Sicherheit und verpassen möglicherweise das Zeitfenster, in dem sie vom Krebs geheilt werden können.

Eric Grouzmann und Massimo Valerio wollen in ihrem Forschungsprojekt nun prüfen, ob NPY eine mögliche und bessere Alternative zum PSA darstellen könnte. Zuerst werden die Forschenden den Gehalt von NPY und seinen Fragmenten im Blut gesunder Männer untersuchen, um «Normalwerte» zu definieren. Danach soll in einem zweiten Teil der NPY-Gehalt bei Männern mit diagnostiziertem Prostatakrebs oder mit Verdacht auf Prostatakrebs gemessen werden. Das Forschungsprojekt dauert noch bis Ende 2020, erst danach ist mit ersten Resultaten zu rechnen. «Noch handelt es sich um beobachtende klinische Forschung, aber irgendwann kommen unsere Forschungsresultate den Patienten zu Gute», so Grouzmann und Valerio. Bis dahin wird es aber noch eine Weile dauern. Ein routinemässiger Einsatz wäre erst in fünf bis zehn Jahren möglich, schätzen die zwei Wissenschaftler – immer vorausgesetzt, die Hoffnungen in NPY bewahrheiten sich und die Forschungsresultate des Projekts fallen vielversprechend aus.