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KrebsligaÜber unsUnser VerbandDachorganisationOrganisationUnsere KampagneProstatakrebs: Hoffnung dank ForschungForschungsprojekte zu ProstatakrebsForschungsprojekte zu Prostatakrebs

Wenn Gene fusionieren

Über die genauen Ursachen, wieso Prostatakrebs entsteht, ist noch relativ wenig bekannt. Ein von der Krebsliga Schweiz gefördertes Forschungsprojekt nimmt nun ganz spezielle Genfusionen ins Visier. Das bessere Verständnis derartiger Fusionen schafft die Grundlage für neue, zielgerichtete Therapien gegen Prostatakrebs.

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Dr. Giuseppina Carbone

Prostatakrebs ist bei Männern die häufigste Krebsart. Allein in der Schweiz erkranken in der Schweiz pro Jahr über 6000 Männer daran. Ein Risikofaktor ist das Alter; die Erkrankungshäufigkeit steigt zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr markant an. Früh erkannt, kann Prostatakrebs zwar erfolgreich behandelt werden. Doch gerade für die Früherkennung ist erschwerend, dass die meisten Prostatatumoren während langer Zeit kaum gesundheitliche Beschwerden auslösen – sie wachsen nur langsam und breiten sich nicht im Körper aus. Hinzu kommt: Bis heute sind kaum Möglichkeiten bekannt, um Prostatakrebs vorzubeugen. Aus diesen Gründen ruht gerade bei dieser Krebsart besonders grosse Hoffnung auf der Forschung.

Dr. Giuseppina Carbone vom Institute of Oncology Research (IOR) in Bellinzona (TI) gehört zu jenen Personen, die die Forschung auf diesem Gebiet gezielt und rasch vorantreiben. In ihrem neusten, von der Krebsliga Schweiz geförderten Projekt untersucht sie mit ihrem Team die molekularen Mechanismen, die die Entwicklung und das Fortschreiten von Prostatakrebs steuern. «Wenn es uns gelingt, die Genfusionen im Prostatakarzinom besser zu verstehen, schaffen wir die Grundlagen, um in einem weiteren Schritt neue, zielgerichtete Therapien für Patienten zu entwickeln», zeigt sich Giuseppina Carbone überzeugt.

Fusionen ohne Happy End

Bei der Entstehung von Prostatakrebs sind molekularbiologische Veränderungen von grosser Bedeutung. So wurden beim Prostatakarzinom in den letzten Jahren immer wieder Fusionen der ETS-Onkogen-Familie mit verschiedenen Partnern beschrieben. Besonders häufig kam es dabei zur Fusion von ERG, das zur ETS-Onkogen-Familie gehört, mit dem Gen TMPRSS2. Bereits bekannt ist heute: Eine derartige genetische Verschmelzung hat weitreichende Folgen. Sie kann zur Entstehung eines Prostatakarzinoms beitragen.

Die Forschungsgruppe von Dr. Giuseppina Carbone hat erst kürzlich einen neuen Mechanismus entdeckt, der im Zusammenhang mit der ERG-Aktivierung und der Entwicklung von Prostatakrebs steht. In einem nächsten Schritt werden die Forschenden weitere molekulare und genetische Studien in Zellkulturen durchführen, um die Funktion des ERG-Gens bis ins letzte Detail zu durchleuchten.

«Mit unserem Projekt wollen wir wichtige neue Erkenntnisse liefern, damit das klinische Management von Prostatakrebspatienten in Zukunft verbessert werden kann», sagt die Tessiner Forscherin. Das von der Schweizerischen Krebsliga mit einem Beitrag in der Höhe von CHF 246‘500.- finanzierte Projekt mit dem Titel «Biological and clinical impact of epigenetic cross-talks in ERG fusion positive prostate cancers» dauert noch bis Ende 2020.