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Früherkennung



© KLS
Früherkennung von Prostatakrebs heisst, dass man Männer untersucht, die keine Krankheitssymptome haben. Ziel dieser Untersuchung ist es, den Krebs in einem frühen Stadium zu entdecken, so dass er noch auf die Prostata beschränkt ist und besser behandelbar ist.
Zur Früherkennung von Prostatakrebs werden zwei verschiedene Untersuchungsmethoden angewendet: die digitale rektale Untersuchung und die Bestimmung des PSA-Wertes im Blut.

Digitale rektale Untersuchung (DRU)

Bei der DRU wird die Prostata mit dem in den After eingeführten Finger abgetastet. Unregelmässige, harte Knoten können ein Hinweis auf Prostatakrebs sein.

Die DRU ist eine unkomplizierte Untersuchungsmethode, die jeder Hausarzt oder Urologe in wenigen Minuten durchführen kann. Für den Patienten ist die DRU wenig belastend. Die DRU erfasst jedoch nur einen kleinen Teil der Tumoren. Die übrigen Tumoren lassen sich nicht tasten, weil sie zu klein sind oder weil sie an einer Stelle in der Prostata liegen, die mit einer DRU nicht erreichbar ist.

Messung des PSA-Werts (PSA-Test)

Das PSA (Prostata-spezifische Antigen) ist ein Eiweiss, das in der Prostata gebildet wird und im Blut nachgewiesen werden kann. In der Arztpraxis wird dem Mann ein wenig Blut abgenommen. Im Labor wird in diesem Blut der PSA-Wert bestimmt.

Die PSA-Bestimmung im Blut ist eine einfache und schnelle Untersuchungsmethode. Als normaler PSA-Wert gilt bei den meisten Experten ein Wert von unter 3-4 ng/ml.

Ein erhöhter PSA-Wert kann auf einen Prostatakrebs hinweisen, der noch keine Beschwerden verursacht. Er kann jedoch auch auf andere Erkrankungen der Prostata, zum Beispiel auf Entzündungen oder eine gutartige Prostatavergrösserung, hinweisen.

Früherkennung von Prostatakrebs – ja oder nein?

Ob ein Mann Früherkennungsuntersuchungen in Anspruch nehmen möchte oder nicht, ist ein individueller Entscheid, bei dem die persönliche Situation eine wichtige Rolle spielt. Wichtig ist, dass dieser Entscheid nach umfassender Aufklärung über Vor- und Nachteile einer Früherkennung von Prostatakrebs gefällt wird. Dazu gehört, dass ein Mann die Vor- und Nachteile der Tests und der weiteren Untersuchungen (z.B. Biopsie) bei einem erhöhten PSA-Wert kennt, wie auch die zur Verfügung stehenden Behandlungsmöglichkeiten und deren Vor- und Nachteile.

Eine systematische Früherkennung von Prostatakrebs in Programmen, in deren Rahmen alle Männer einer bestimmten Altersgruppe regelmässig zur Früherkennung eingeladen werden, kann im Moment nicht empfohlen werden.

Abwägen bei der Früherkennung
Bei der Früherkennung von Prostatakrebs sollten verschiedene Umstände beachtet werden:
 
  • Unnötige Biopsien: Ein erhöhter PSA-Wert bedeutet nicht automatisch Prostatakrebs. Von zehn Männern, die sich wegen eines erhöhten PSA-Werts (≥4ng/ml) einer Prostatabiopsie unterziehen, findet man nur bei drei Männern Prostatakrebs. Das bedeutet, dass der PSA-Test zu unnötigen Biopsien führt.
     
  • Überdiagnosen und unnötige Belastung: Nicht jeder über die PSA-Messung entdeckte Prostatakrebs ist lebensbedrohlich und damit behandlungsbedürftig. Es werden auch Tumore entdeckt, die nie Beschwerden bereitet oder zumindest nicht zum Tod geführt hätten. Dies ist darauf zurückzuführen, dass der Prostatakrebs häufig langsam wächst und oft erst in höherem Alter auftritt. Während die (frühe) Diagnose bei diesen Männern nicht zu einem längeren Überleben führt, können sie dennoch an den Folgen der Diagnose oder der Therapien leiden.

Zum Herunterladen:
«Früherkennung
von Prostatakrebs»
Eine Information der Krebsliga
28 Seiten, 2014
Broschüre
pdf, 377 KB
Prostatakrebs Eine Information für Betroffene und Angehörige
68 Seiten, 2015
Broschüre
pdf, 1.35 MB
Prostatakrebs Prostatakarzinom Informationsblatt
pdf, 204 KB
Männliche Sexualität bei Krebs Ein Ratgeber für Patienten und ihre Partnerinnen
56 Seiten, 2010
Broschüre
pdf, 1.54 MB
Familiäre Krebsrisiken Ein Ratgeber für Betroffene und ihre Familien
32 Seiten, 2011
Broschüre
pdf, 987 KB