Antwort der Fachberaterin Beratungsangebot stopsmoking, Sarja Bernhard:
Snus sowie tabakfreie Nikotinbeutel («Nikotin Pouches») sind kleine Beutel, die unter die Lippe gelegt werden. Während klassischer Snus Tabak enthält, sind Nikotin Pouches tabakfrei, enthalten jedoch Nikotin. Dieses wird über die Mundschleimhaut rasch in die Blutbahn aufgenommen. Klassischer Snus enthält etwa 7–22 mg/g Nikotin, tabakfreie Pouches erreichen oft höhere Werte bis ca. 50 mg/g.
Die Suchtgefahr ist sehr hoch und wird teilweise höher eingeschätzt als bei Tabakzigaretten oder Vapes. Im Gegensatz zur Zigarette ist der Konsum weniger an bestimmte Situationen gebunden, da Snus beinahe jederzeit konsumiert werden kann. Dies verstärkt die Abhängigkeit zusätzlich. Auch Reize wie die Dose im Hosensack oder das Klicken der Box können starkes Verlangen auslösen.
Besonders Jugendliche sind gefährdet. Snus ist unauffällig und wird oft als «harmlos» dargestellt, was den Einstieg erleichtert. Gemäss Bundesamt für Gesundheit BAG und Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften ZHAW (2026) konsumieren 22,3 % der Schweizer Bevölkerung ab 15 Jahren mindestens monatlich Tabak- oder Nikotinprodukte. Der Snuskonsum liegt bei rund 2 % der Bevölkerung, bei den 15- bis 24-Jährigen jedoch bei über 7 %.
Gesundheitliche Risiken sind belegt: Häufig sind Zahnfleischschwund, Karies und Schleimhautschäden. Zudem können Leukoplakien entstehen und Gefässverengungen, Bluthochdruck und Diabetes begünstigt werden. Der Entzug und die Entwöhnung erfolgen ähnlich wie bei Zigaretten- und Vapekonsum. Beratung zur Verhaltensänderung sowie Medikamente oder Nikotinersatzprodukte können die Chancen auf einen erfolgreichen Ausstieg deutlich erhöhen.
Quellen: Schweizer Informationsstelle zu Snus (2024); stopsmoking.ch; Mayer, I. (2026). Snus und Pouches im Alltag der Zahnmedizin; BAG & ZHAW (2026); Eigene Erfahrungen aus der Beratung von stopsmoking
Antwort der Fachberaterin KrebsInfo Fabiola In-Albon
Obwohl Snus bei der Anwendung nicht verbrannt wird und somit weniger schädlich als Zigaretten ist, enthält es trotzdem einige Inhaltsstoffe, die sich auf die Gesundheit auswirken. In rauchlosen Produkten wie Snus sind circa 28 krebserregende Stoffe nachgewiesen worden.
Wie hoch das Risiko von Krebs durch Snus ist, konnte noch nicht eindeutig nachgewiesen werden.
In zwei namhaften Studien wurde ein Zusammenhang zwischen Snus und Mundkrebs sowie niedriges Risiko für Speiseröhrenkrebs und Bauchspeicheldrüsenkrebs aufgezeigt. In einer anderen Studie konnte hingegen kein Zusammenhang zwischen Snus und Mundkrebs gefunden werden.
Für eine eindeutige Einschätzung des Krebsrisikos von rauchlosen Alternativen wie Snus müssen weitere Langzeitstudien erstellt werden.
Quelle: Deutsches Krebsinformationszentrum Snus ein gesundheitsschädliches Tabakprodukt (PDF)



