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KrebsligaÜber KrebsTherapienKomplementärmedizinTherapien

Komplementärmedizin

Viele Krebspatienten suchen neben der schulmedizinischen Behandlung durch Operation, medikamentöse Therapien (z.B. Chemotherapie) oder Strahlentherapie nach ergänzenden (komplementären) Therapiemöglichkeiten. Diese sollen die schulmedizinische Therapie nicht ersetzen, sondern vervollständigen.

Viele Patienten suchen ergänzende Therapien

Bekannte komplementärmedizinische Methoden sind beispielsweise Misteltherapie, Homöopathie, Akupunktur, traditionelle chinesische Therapie oder Naturheilverfahren. Komplementäre Therapien können das Wachstum oder die Ausbreitung von Krebszellen nicht beeinflussen; sie können Krebs daher nicht heilen. Viele komplementäre Therapien können aber während und nach einer Krebstherapie das Wohlbefinden verbessern und damit die Lebensqualität erhöhen.

Nehmen Sie keine komplementärmedizinischen Präparate ein, ohne vorher Ihren Arzt oder Ihre Ärztin darüber zu informieren. Auch bei scheinbar harmlosen Produkten kann es vorkommen, dass sich diese mit Ihrer Krebstherapie nicht vertragen bzw. die Wirkung der Medikamente beeinflussen.

Sprechen Sie mit Ihrem Behandlungsteam, wenn Sie ein komplementärmedizinisches Verfahren in Anspruch nehmen möchten oder bereits anwenden. Im persönlichen Gespräch lässt sich herausfinden, welche Methode allenfalls hilfreich sein kann für Sie, ohne dass sie die Wirkung der ärztlich empfohlenen Krebstherapie gefährdet.

Forschung und evidenzbasierte Informationen im Bereich der Komplementär- und Alternativmedizin bei Krebs

Die Krebsliga Schweiz hat sich schon früh für die wissenschaftliche Untersuchung von Nutzen, Risiken und Nebenwirkungen von komplementär- und alternativmedizinischer Methoden interessiert. Zu diesem Zweck wurde bereits 1982 auf Initiative der Schweizerischen Gesellschaft für Onkologie und mit Unterstützung der Krebsliga Schweiz die Schweizerische Studiengruppe für Komplementäre und Alternative Methoden bei Krebs (SKAK) gegründet. Die SKAK hat viel zu diesem Forschungszweig beigetragen und rund 50 qualitativ hochstehende Dokumentationen sowie Merkblätter für Patienten verfasst.

In letzter Zeit haben die Aktivitäten der SKAK abgenommen, dies unter anderem daher, da es auf europäischer und internationaler Ebene mittlerweile weitere Initiativen gibt, welche diese Rolle übernehmen. Diese Initiativen bieten teilweise ebenfalls Informationen von hoher Qualität. Die Krebsliga Schweiz hat sich daher entschlossen, die eigenen – meist etwas in die Jahre gekommenen – Dokumentationen und Merkblätter zurückzuziehen und stattdessen auf die hervorragenden Arbeiten der Initiative «Complementary and Alternative Medicine for Cancer» (CAM-Cancer) zu verweisen. CAM-Cancer war ursprünglich ein von der Europäischen Union gefördertes Projekt und wird nun vom norwegischen National Research Center for Complementary and Alternative Medicine geführt. Hauptprodukt sind die «CAM Summaries»: Beiträge, die die bisherigen Erfahrungen mit komplementären und alternativen Heilverfahren zusammenfassen. Weiterer Bestandteil von CAM-Cancer ist die CAM-Cancer Collaboration, ein internationales Netzwerk von Experten. Prof. Dr. med. Thomas Cerny vertritt die Krebsliga Schweiz im Leitungsgremium dieses Netzwerks.

CAM-Cancer ist als Non-Profit-Organisation nach wie vor komplett unabhängig und wird von der Krebsliga und der Stiftung Krebsforschung Schweiz mitfinanziert. Die «CAM Summaries» sind auf Englisch verfasst und unter folgendem Link zu finden:
http://www.cam-cancer.org/

Um die Benutzerfreundlichkeit für deutschsprachige Patientinnen und Patienten und Angehörige zu steigern, hat die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e.V. damit begonnen, die «CAM Summaries» auf Deutsch zu übersetzen. Die Übersetzungen werden laufend ergänzt und finden sich unter folgendem Link: https://www.onkopedia.com/de/my-onkopedia/guidelines

Auf Onkopedia.de finden sich auch weitere wertvolle Informationen, beispielsweise zu konventionellen Krebsmedikamenten oder auch grundsätzlich zu verschiedenen Krebsarten.

Ebenfalls wertvolle Informationen zu komplementärmedizinischen Verfahren bei Krebs werden vom Kompetenznetz Komplementärmedizin in der Onkologie (KOKON) bereitgestellt. KOKON ist ein Forschungsverbund von Medizin- und Medienexperten, der seit 2012 von der Deutschen Krebshilfe gefördert wird:
http://www.kokoninfo.de/behandlungen

Gesuche für Forschungsprojekte der Komplementär- und Alternativmedizin im Krebsbereich in der Schweiz können bei entsprechender wissenschaftlicher Qualität bei der Krebsliga Schweiz, der Krebsforschung Schweiz oder auch bei der Günter und Regine Kelm Stiftung eingereicht werden:
https://www.krebsliga.ch/forschung/
https://www.krebsforschung.ch/
http://www.kelm-stiftung.ch

Links zum Thema finden Sie auch hier:
https://www.krebsliga.ch/beratung-unterstuetzung/infomaterial/links-zu-weiteren-angeboten/

Weitere Informationen finden Sie in der Broschüre «Komplementäre Behandlungsmethoden bei Krebserkrankungen» der Krebsgesellschaft Nordrhein-Westfahlen e.V. sowie im Patientenratgeber «Komplementäre Verfahren» des Universitäts-Klinikums Freiburg. Bitte beachten Sie, dass die Diagnoseverfahren und Behandlungsmethoden in der Schweiz von den in dieser Broschüre beschriebenen Methoden abweichen können.