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KrebsligaÜber KrebsKrebsarten von A bis ZWas ist eine Harnableitung?

Was ist eine Harnableitung?

Eine Harnableitung ist ein künstlicher Ersatz der Blase, nachdem diese entfernt wurde. Denn ohne Blase können Sie den Urin nicht mehr auf natürlichem Weg ausscheiden. 

Es gibt trockene und nasse Harnableitungen. Welche Harnableitung Sie bekommen, hängt von folgenden Faktoren ab:

  •  Wie weit ist der Blasenkrebs fortgeschritten?
  • Musste die Urologin oder der Urologe Ihnen die Harnleiter oder Harnröhre entfernen?
  • Haben Sie zusätzliche Erkrankungen?

Ihre Urologin oder Ihr Urologe empfiehlt Ihnen die passende Harnableitung. Sie oder er erklärt Ihnen die Vorteile und Nachteile und was das für Ihren Alltag bedeutet.

Was ist eine trockene Harnableitung?

Mit einer trockenen Harnableitung können Sie den Urinabgang selbst kontrollieren. Allerdings fehlt der natürliche Harndrang. Sie spüren also nicht, wenn Sie auf die Toilette müssen.

Das ist eine Blase aus einem Stück Dünndarm oder Dickdarm. Die Urologin oder der Urologe formt diese während der Operation. Die Ersatzblase heisst fachsprachlich auch Neoblase. Darin sammelt sich der Urin wie in der natürlichen Blase. 

Die Urologin oder der Urologe verbindet die Ersatzblase mit den Harnleitern und schliesst sie an die Harnröhre an. So können Betroffene den Urin auf natürlichem Weg ausscheiden.

Aber sie spüren nicht, wenn die Ersatzblase voll ist. Deshalb müssen Sie die Ersatzblase etwa alle 4 Stunden entleeren. Das machen Sie indem Sie den Beckenboden entspannen und die Bauchmuskulatur leicht drücken. Das ist die Bauchpressse. Den Beckenboden müssen Sie trainieren. 

Wichtig:  Zu viel Urin überdehnt die Ersatzblase.  Das kann zu schweren Komplikationen führen, beispielsweise Nierenstau oder Entzündungen.  

Wann ist eine Ersatzblase möglich?

  • Wenn die Urologin oder der Urologe die Harnröhre nicht entfernen musste. 
  • Wenn Ihre Leber, Ihre Nieren und Ihr Darm gut funktionieren.
  • Wenn Sie das Übungsprogramm durchführen können. Dafür sollten Sie Tag und Nacht regelmässig die Ersatzblase entleeren. Es dauert bis zu 6 Monate, bis Sie tagsüber nicht mehr unbewusst Urin verlieren.

Einen Pouch nennen Fachpersonen auch Reservoir. Der Pouch kann etwa 300 bis 600 ml Urin auffangen. 

Auch beim Pouch formt die Urologin oder der Urologe aus einem Dünn- oder Dickdarmstück einen Beutel für den Urin.

Der Urin wird aber nicht über die Harnröhre, sondern über einen Ausgang in der Bauchdecke abgeleitet. Dieser künstliche Ausgang ist nahe des Bauchnabels. Mit einem Ventil wird der Pouch am Bauchnabel verschlossen. Zum Entleeren führen Betroffene einen Katheter durch den Bauchnabel in den Pouch.  Etwa alle 4 Stunden sollte der Pouch entleert werden.

Was ist eine nasse Harnableitung?

Bei einer nassen Harnableitung fliesst der Urin aus einer Öffnung in der Bauchdecke. Er wird in einem Sammelbeutel aufgefangen.  Das ist ein sogenanntes Urostoma. 

Die Urologin oder der Urologe verbindet die Harnleiter mit einem 15 bis 25 Zentimeter langen Stück Dünndarm. Das Darmstück dient als Durchlaufkanal.

Das offene Ende des Darmstücks führt die Urologin oder der Urologe an einer Stelle durch die Bauchdecke nach aussen. Dort ist das Stoma vernäht. Der Urin träufelt kontinuierlich in einen Beutel. Dieser ist wasserdicht und wird um das Urostoma geklebt. Diesen Beutel müssen Sie regelmässig entleeren und ungefähr alle 2 Tage wechseln. 

Lesen Sie mehr über das Urostoma.

Der Fachbegriff ist Ureterokutaneostomie. Das ist ebenfalls eine Art des Urostomas. Die Urologin oder der Urologe vernäht einen oder beide Harnleiter direkt auf der Bauchdecke. Der Urin wird in einem Stomabeutel gesammelt.

Diese Harnableitung machen Fachpersonen sehr selten. Das beispielsweise wenn der Blasenkrebs weit fortgeschritten ist . Oder Betroffene sind nicht fit genug für eine grosse Operation.

Das Risiko eines Harnstaus in die Nieren ist gross und Betroffene haben dan häufiger Infektionen.

Was ist eine Stomaberatung?

Ist bei Ihnen ein Urostoma geplant? Dann erhalten Sie vor der Operation einen Termin bei einer Stoma-Therapeutin oder einem Stoma-Therapeuten. Dort können Sie Ihre Fragen besprechen.

Möchten Sie vor der Operation mit einer Person reden, die schon länger mit einem Urostoma lebt? Wenden Sie sich an ilco Schweiz. Das ist die Interessengemeinschaft für Menschen mit einem Stoma.

Aktualisiert im Januar 2026

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