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Dünndarmkrebs

Pro Jahr erkranken in der Schweiz rund 170 Personen an Dünndarmkrebs, das entspricht weniger als 1% aller Krebserkrankungen. Damit gehört Dünndarmkrebs zu den seltenen Krebsarten. 57% der Betroffenen sind Männer, 43% Frauen. 90% der Betroffenen sind zum Zeitpunkt der Diagnose über 50 Jahre alt, nahezu die Hälfte aller Patienten sogar 70 Jahre oder älter.

Dickdarm, Dünndarm und Mastdarm
1. Dickdarm 2. Dünndarm

Der Dünndarm beginnt beim Magenausgang und endet beim Übergang zum Dickdarm. Im Dünndarm wird die Nahrung verdaut und die einzelnen Nahrungsbestandteile in den Blutkreislauf aufgenommen. 


Risikofaktoren

  • Krankheiten des Verdauungstrakts wie Morbus Crohn oder Zöliakie. 
  • Familiäres Risiko: Das Erkrankungsrisiko ist beim hereditären nichtpolypösen Kolonkarzinom-Syndrom (HNPCC) und der familiären adenomatösen Polyposis (FAP) erhöht.
  • Möglicherweise spielen die Ernährungsgewohnheiten auch eine Rolle.


Symptome 

Dünndarmkrebs verursacht lange Zeit keine Beschwerden. Unspezifische Beschwerden wie Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung  können durch Dünndarmkrebs verursacht werden, sind aber häufiger auf andere Darmerkrankungen zurückzuführen. Blut im Stuhl sollte auf jeden Fall vom Arzt abgeklärt werden. 


Diagnose

Um die Diagnose stellen zu können, werden in der Regel folgende Untersuchungen durchgeführt:

  • Röntgenuntersuchungen (z.B. CT, Kontrastmittel-Röntgen und weitere bildgebende Untersuchungen)
  • Ultraschalluntersuchungen
  • Magen-Darm-Spiegelung (Gastroskopie): Bei dieser Untersuchung kann der Dünndarm von innen betrachtet werden und es können Gewebeproben für weitere Untersuchungen entnommen werden. Die Untersuchung der Gewebeproben gibt Aufschluss darüber, ob Krebs vorhanden ist oder nicht.

Therapie

Die Behandlung von Dünndarmkrebs wird individuell geplant. Ausschlaggebend für die Wahl der Therapie sind die Grösse und die Ausdehnung des Tumors. Die hauptsächlichen Behandlungsmethoden sind:

  • Operation
  • Chemotherapie
  • Strahlentherapie 

Diese Therapien werden einzeln oder in Kombination eingesetzt.

Das Karzinoid

Das Karzinoid ist ein so genannter neuroendokriner Tumor. Er geht von hormonproduzierenden Zellen im Magen-Darm-Trakt oder anderen Organen aus. Am häufigsten sind Karzinoide im Blinddarm oder im Dünndarm. 

Betroffene leiden unter Hitzewallungen, Herzklopfen, Bauchschmerzen und Durchfall.  

Um das Dünndarm-Karzinoid zu diagnostizieren, müssen im Blut bestimmte Hormone und ihre Abbauprodukte nachgewiesen werden.

Beim Karzinoid können die gleichen Behandlungsmethoden wie bei den anderen Dünndarmtumoren eingesetzt werden: die Operation, Chemo- und/oder Strahlentherapie. Zudem kann auch  mit Medikamenten behandelt werden, welche die Hormonbildung hemmen.