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Tobias - akute lymphatische Leukämie

Eine intensive Chemotherapie setzte dem 35-jährigen Landwirt Tobias Krenger körperlich stark zu. Um die verloren gegangene Muskelkraft gezielt aufzubauen, startete er früh mit einer ambulanten onkologischen Rehabilitation.

Tobias Krenger

Verloren gegangene Körperkraft wiederfinden
Tobias Krenger ist Landwirt aus Leidenschaft. Mit seiner Frau Renate führt er seit fünf Jahren einen Betrieb in der vierten Generation. Plötzlich plagten ihn vermehrt Kopfweh, Müdigkeit und Schwindel. Als im Sommer 2018 die Symptome stärker wurden, ging er zum Arzt. Völlig unerwartet kam die Diagnose Krebs, genauer eine «akute lymphatische Leukämie». Es war ein regelrechter Schock für mich und meine Familie.» Für den damals 34-jährigen Familienvater stand sofort fest, dass er alles machen wollte, um wieder geheilt zu werden. «Meine beiden Kinder sollten nicht ohne Vater aufwachsen.»

Über 100 Tage ans Bett gefesselt
Der naturverbundene Mann, der davor jeden Tag draussen war und sich körperlich betätigte, wurde von einem Tag auf den anderen ans Bett gefesselt. Wegen der Chemotherapie verbrachte er während acht Monaten über 100 Tage im Inselspital Bern; davon mehrere Wochen isoliert in einem Einzelzimmer. Aus medizinischer Sicht war die Therapie ein Erfolg, erklärt er. «Mein Körper sprach gut auf die Behandlung an, das beruhigte mich sehr.» Aber die Behandlung hinterliess bei ihm auch starke körperliche Spuren: «Ich ermüdete rasch und hatte zu wenig Kraft, um auf dem landwirtschaftlichen Betrieb anzupacken. Meine Frau hatte während der ersten Behandlungszeit mehr Muskelkraft als ich», gibt er schmunzelnd zu. Deshalb empfahl ihm sein Onkologe, möglichst rasch mit einem ambulanten onkologischen Rehabilitationsprogramm anzufangen. Damit er seine verloren gegangene Körperkraft wiederaufbauen konnte. Tobias Krenger startete damit im Spital Thun.

Onko-Reha: vielseitig und ganzheitlich
Als eines der ersten Spitäler in der Schweiz startete das Programm in Zusammenarbeit mit der Berner Klinik Montana, dem Institut für Komplementärmedizin der Universität Bern und der Krebsliga Bern. Der Onkologe Jean-Marc Lüthi ist einer der Gründerväter der ambulanten onkologischen Reha in Thun: «Ziel der ambulanten Onko-Reha ist es, das körperliche, seelische und soziale Wohlbefinden wiederzuerlangen, sodass das Leben aus eigener Kraft in grösstmöglicher Autonomie gestaltet werden kann.» Laut Lüthi eignet sich hierzu ein vielseitiger und ganzheitlicher Therapieansatz am besten. Die ambulanten Rehabilitationsmassnahmen im Spital Thun werden von einem interdisziplinären Team durchgeführt, die Palette an Möglichkeiten ist gross. Dazu gehören zum Beispiel Physiotherapie, Psychoonkologie, Ernährungsberatung, Komplementärmedizin, Seelsorge, Yoga und auch die Sozialberatung, welche die Krebsliga Bern anbietet.

Von diesem interdisziplinären und individuellen Ansatz profitierte der Leukämie-Patient Tobias Krenger. In einem Erstgespräch schaute er zusammen mit Barbara Jenny, einer der beiden Reha-Koordinatorinnen am Spital Thun, welche Massnahmen ihn unterstützen könnten. Um wieder zu Muskelkraft und zu körperlicher Ausdauer zu kommen, wählte er die Bewegungs- und Trainingstherapie. Körperlich sei er noch nicht am Ziel, resümiert der zweifache Familienvater. Er brauche noch mehr Unterstützung in der körperlichen Rehabilitation: «Aber der Anfang ist gemacht!»

Nicht alles auf einmal
Die ambulante onkologische Rehabilitation im Spital Thun hat den Vorteil, dass eine Patientin oder ein Patient bereits während der medizinischen Behandlung mit dem Programm beginnen und es über mehrere Phasen hinweg ausführen kann. «Gerade im Fall von Tobias Krenger mit einer intensiven Chemotherapie macht ein rascher Einstieg Sinn», erklärt Onko-Reha-Koordinatorin Barbara Jenny. Alle Krebspatienten sollten wissen, dass es die ambulante Onko-Reha gibt, so Jenny weiter. Mit einer ärztlichen Verordnung könne über die Grund- oder Zusatzversicherung der Krankenkasse mit dem üblichen Selbstbehalt abgerechnet werden. Das Angebot der Onko-Reha in Thun sei sehr vielfältig, bilanziert Tobias Krenger. «Dabei habe ich gemerkt, dass ich nicht zu viel auf einmal machen kann und mich für einzelne Angebote entscheiden muss.» Als Nächstes habe er einen Termin bei der Krebsliga Bern für die Sozialberatung. Langfristig möchte sich der Landwirt von einem Psychologen begleiten lassen, um weiterführende Ziele erreichen zu können. Vor seiner Krebserkrankung habe er zu viel gearbeitet und zu wenig Rücksicht auf seinen Körper genommen, sagt Tobias Krenger nachdenklich. Voraussichtlich dauert es insgesamt zwei bis drei Jahre, bis Tobias Krenger die Behandlung seiner «akute lymphatische Leukämie» ganz abgeschlossen hat. «Ich bin zuversichtlich, dass ich unter anderem mit der Unterstützung der Onko-Reha bald wieder gesund und kräftig genug bin, um in mein bisheriges Leben zurückkehren zu können.»