Warum ist Kommunikation bei Krebs so wichtig, Dr. Christoph Becker?
Dr. Christoph Becker: Eine Krebsdiagnose verändert das Leben von einem Moment auf den anderen. Die Gespräche mit ihren Ärztinnen und Ärzten bleiben vielen Betroffenen lange in Erinnerung. Gute Kommunikation macht die Krankheit nicht ungeschehen, sie hilft aber, die Situation zu verstehen, Ängste zu lindern und gemeinsam Entscheidungen zu treffen. Gerade in schwierigen Momenten kann das Gefühl, ernst genommen und gut begleitet zu werden, viel bewirken. Mich fasziniert, welchen Einfluss unsere Worte und unser Zuhören auf das Erleben von Betroffenen und ihren Angehörigen haben. Deshalb erforsche ich, wie Gespräche in der Krebsmedizin noch besser gelingen.
Wie spricht man über Krebs – ein Thema, das für viele noch immer tabu ist?
Am wichtigsten sind Ehrlichkeit und Offenheit, immer angepasst an die Bedürfnisse der betroffenen Person. Manche möchten möglichst viel wissen, andere lieber Schritt für Schritt mehr erfahren. Deshalb lohnt es sich, nachzufragen: Was weiss die Person bereits? Was möchte sie im Moment wissen? Genauso wichtig ist es, Raum für Gefühle zu geben und Emotionen anzusprechen – sei es Angst, Trauer oder Hoffnung.
Was hilft bei einem Arzttermin?
Viele Patientinnen und Patienten profitieren davon, ihre Fragen vor dem Termin aufzuschreiben. Ärztinnen und Ärzte wiederum sollten Informationen verständlich und in kleinen Abschnitten erklären und immer wieder nachfragen, ob alles nachvollziehbar ist. Nach einer Diagnose bleibt oft nur ein Teil des Gesprächs in Erinnerung. Deshalb gilt: Nachfragen ist jederzeit erlaubt.



