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KrebsligaMedienMedienmitteilungenMikael Pittet erhält Robert Wenner-Preis

Mikael Pittet erhält Robert Wenner-Preis

Heute verleiht die Krebsliga den mit 100 000 Franken dotierten Forschungspreis an Mikael Pittet. Die Arbeiten des in Boston tätigen Schweizer Biologen nähren die Hoffnung, dass Krebsimmuntherapien dereinst auch bei Patientinnen und Patienten wirken, denen sie heute noch nicht helfen können.

Immuntherapien – also Behandlungen, die das körpereigene Immunsystem bei der Unterdrückung von Krebszellen unterstützen – sind ein grosser Hoffnungsträger im aktuellen Kampf gegen Krebs. So haben sich etwa für viele Patientinnen und Patienten mit einem fortgeschrittenen Hautkrebs oder Lungenkrebs die bis vor kurzem noch düsteren Prognosen dramatisch gebessert, seit eine neue Medikamentenklasse – die so genannten Immuncheckpoint-Inhibitoren – im Jahr 2011 Einzug in die Klinik gehalten haben.

Bisher resistente Tumore behandlungsempfindlich machen

Bei etwa 20 Prozent der Patientinnen und Patienten scheint die wenige Monate dauernde Behandlung nicht nur für ein Schrumpfen des Tumors, sondern auch für eine über mehrere Jahre andauernde Immunkontrolle über den Krebs zu sorgen. Doch bei der Mehrheit der Patientinnen und Patienten versagen die Immuncheckpoint-Inhibitoren. Hier kommen die erst kürzlich veröffentlichten Resultate (*) der Forschungsgruppe um Mikael Pittet am Massachussetts General Hospital in den USA ins Spiel: In Versuchen an Mäusen haben Pittet und sein Team einen Weg aufgezeigt, wie bisher resistente Tumore empfindlich gegenüber einer Immuntherapie gemacht werden können.

Neue Klasse von Immunzellen

Weiteres Aufsehen erregte Pittet auch mit seiner in der Fachzeitschrift «Science» publizierten Entdeckung (**) einer neuen Klasse von Immunzellen, die die Signale eines Tumors in den Lymphknoten abfangen – und so das Fortschreiten der Erkrankung verhindern – können. Nun gelte es, therapeutische Strategien zu entwickeln, die diese Klasse von Immunzellen stärken und unterstützen sollen, sagt Pittet. Für seine herausragenden Forschungsleistungen und die wegweisenden Ergebnisse, die der in Lausanne geborene und ausgebildete 41-jährige Biologe erzielt hat, spricht ihm die Krebsliga Schweiz den mit 100 000 Franken dotierten Robert Wenner-Preis zu. Die Preisverleihung findet heute Abend in Bern statt.

(*) Pfirschke C, Engblom C, Rickelt S, et al. Immunogenic Chemotherapy Sensitizes Tumors to Checkpoint Blockade Therapy. Immunity. 2016;44:343-54.

(**) Pucci F, Garris C, Lai CP, et al. SCS macrophages suppress melanoma by restricting tumor-derived vesicle-B cell interactions. Science. 2016;352:242-6.

Robert Wenner, ein 1979 verstorbener Basler Gynäkologe, stiftete den gleichnamigen Preis zur Förderung herausragender Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler im Bereich der Krebsforschung. Die Krebsliga verleiht den Robert Wenner-Preis seit 1983 in jährlichem bis zweijährlichem Abstand. Die Preisträger im Alter von unter 45 Jahren erhalten 100 000 Franken, 80 000 Franken als Beitrag an ein laufendes Forschungsprojekt und 20 000 Franken zur freien Verfügung