Die häufigsten Nebenwirkungen bei Blasenkrebs sind Schmerzen, Harninkontinenz und Probleme mit der Harnableitung. Melden Sie sich bei Beschwerden frühzeitig bei Ihrem Behandlungsteam. Viele Nebenwirkungen lassen sich lindern.
Krebstherapien verursachen Nebenwirkungen. Die Nebenwirkungen sind bei jedem Menschen anders. Auch wie lange sie andauern und wie stark sie sind, ist unterschiedlich.
Meistens erhalten Sie vor einer Therapie im Spital ein Merkblatt. Dort finden Sie Informationen zur Therapie und zu den möglichen Nebenwirkungen. Aber auch, wie Sie mit den Nebenwirkungen umgehen können. Fragen Sie nach, wenn Ihnen etwas unklar ist. Bitten Sie um ein Merkblatt, falls Sie keines erhalten haben.
Viele Nebenwirkungen lassen sich lindern. Informieren Sie Ihr Behandlungsteam bei Beschwerden. Sagen Sie dem Team auch, wenn Sie Probleme im Alltag haben und nicht mehr alles machen können wie früher.
Ihr Behandlungsteam weiss, welche Therapie vielleicht Schmerzen verursacht. Oder bei welcher Therapie Ihnen wahrscheinlich übel wird. Deshalb erhalten Sie vorher oder währenddessen zusätzliche Medikamente. Das verhindert Beschwerden oder schwächt sie ab
Was tun bei Harninkontinenz?
Vielleicht verlieren Sie nach der Operation vorübergehend ungewollt Urin. Das ist die sogenannte Inkontinenz. Auch eine Strahlentherapie im Beckenbereich oder gewisse Medikamente können zu einer Inkontinenz des Urins führen.
Eine Inkontinenz kann belastend sein. Viele Betroffene schämen sich und es ist ihnen unangenehm. Getrauen Sie sich darüber zu sprechen. Dies kann Ihre Urologin, Ihr Urologe sein oder die Stomaberatung. Oder eine Fachperson der Physiotherapie, die auf Beckenboden-Training spezialisiert ist. Fragen Sie Ihre Krebsliga nach Adressen.
Das kann beispielsweise nach einer Operation im Beckenbereich sein. Und davon ob Sie eine Harnableitung bekommen haben oder nicht.
Nach der Operation brauchen Sie wahrscheinlich ein Training des Beckenbodens:
Ist die natürliche Harnkontrolle noch möglich? Dann müssen Sie diese trainieren.
Ist die natürliche Harnkontrolle nicht mehr möglich? Dann müssen Sie den Umgang mit der Harnableitung lernen.
Eine Fachperson, um den Beckenboden zu trainieren, finden Sie auch unter: www.pelvisuisse.ch
Wie verändert sich meine Sexualität?
Eine Blasenkrebs-Erkrankung kann Ihre Sexualität beeinflussen. Die Veränderungen können vorübergehend oder dauerhaft sein.
Entlang der Prostata verlaufen jene Nerven, die auch für die Erektion zuständig sind. Diese Nerven können während der Operation geschädigt werden. Muss die Urologin oder der Urologe Ihre Blase und Ihre Prostata entfernen? Dann versucht sie oder er nervenschonend zu operieren. Dennoch können diese Nerven geschädigt sein. Wie stark, ist bei jeder Person anders.
Nach der Operation können Männer deshalb Probleme mit der Erektion bekommen. Hatten Sie schon vor der Operation Probleme damit? Dann könnten sich diese verstärken.
Ihre Urologin oder Ihr Urologe berät Sie, was Ihnen helfen kann. Tritt keine Samenflüssigkeit mehr aus? Haben Sie Probleme mit der Erektion? Dann können Sie trotzdem erotische Erlebnisse haben und einen Orgasmus erleben.
Sprechen Sie mit einer Fachperson, wenn Sie Probleme mit der Erektion haben.
Sind Sie noch jünger? Wurden Ihnen beide Eierstöcke entfernt? Dann kommen Sie in die Wechseljahre. Die meisten Beschwerden wie Stimmungsschwankungen oder Hitzewallungen verschwinden mit der Zeit. Andere Beschwerden sind zwar meist bleibend, können aber gelindert werden. Ihr Behandlungsteam weiss dazu Rat.
Was tun bei Schmerzen?
Krebs und Krebstherapien verursachen manchmal Schmerzen. Schmerzen rauben Kraft und belasten auch die Psyche.
Schmerzen werden oft schwächer, wenn Sie diese rasch behandeln lassen. Meistens verschwinden Sie nicht von selbst. Versuchen Sie nicht Ihre Schmerzen auszuhalten. Besprechen Sie Schmerzen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Medikamente sind nur ein Weg, Schmerzen zu behandeln. Es gibt auch:
Operation,
Strahlentherapie,
Komplementärmedizin (wie Akupunktur oder Traditionelle Chinesische Medizin TCM),
Physiotherapie,
Sport und Bewegung,
Entspannungsübungen (wie Meditation oder Autogenes Training),
Betroffene, Angehörige, weitere Interessierte und Fachpersonen können den Dienst unter der Woche per Telefon, E-Mail, Chat oder WhatsApp von 10 Uhr bis 18 Uhr erreichen.