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KrebsligaÜber KrebsKrebsarten von A bis ZWie wird Blasenkrebs behandelt?

Wie wird Blasenkrebs behandelt?

Bei Blasenkrebs erhalten Sie verschiedene Therapien. Meistens bekommen Sie mehrere Therapien miteinander oder nacheinander. Die häufigsten sind: Operation, Medikamente und Strahlentherapie. Hier erfahren Sie wie diese ablaufen. Aber auch, welche Nebenwirkungen Betroffene häufig haben. 

Operation über die Harnröhre (TUR-B)

TUR-B ist  eine Abkürzung für fachsprachlich transurethrale Resektion von Blasengewebe.  

Fachpersonen unterscheiden 2 Arten der TUR-B: 

  • TUR-B für die Entnahme von Blasengewebe bei einer Biopsie. Hier lesen Sie mehr zur Biopsie bei Blasenkrebs.
  • TUR-B, wenn der Tumor nicht muskelinvasiv wächst. 

Bei der TUR-B operiert die Urologin oder der Urologe über die Harnröhre. 

Sie bekommen eine Narkose.  Ob Sie eine Vollnarkose oder eine Teilnarkose bekommen, hängt von der Art der TUR-B ab. Entnimmt die Urologin oder der Urologe nur eine Gewebeprobe, erhalten Sie eine Teilnarkose. Dann wird nur die Harnröhre betäubt und Sie erhalten etwas zur Beruhigung. 

Muss der ganze Tumor entfernt werden, erhalten Sie eine Vollnarkose. Dann schlafen Sie. 

Während der TUR-B führt die Urologin oder der Urologe das Instrument mit Videokamera und Lichtquelle in die Blase ein. Mit einer Elektroschlinge wird der Tumor entfernt. Mithilfe eines  Bildschirms kann die Urologin oder der Urologe die Operation überwachen.

Manchmal spült die Urologin oder der Urologe Ihre Blase anschliessend. Das ist eine Chemotherapie-Lösung. Diese Flüssigkeit soll zurückgebliebene Krebszellen zerstören. 

Nach dem Eingriff bekommen Sie für 2 bis 3 Tage einen Blasenkatheter.  Das ist eine Schlauch in der Blase, der Ihren Urin ableitet. So heilt die Wunde besser.

Das ist die sogenannte Nachresektion. Manchmal wiederholt die Urologin oder der Urologe die TUR-B nach einigen Wochen. Er entfernt dann ein zweites Mal Gewebe an der gleichen Stelle. Damit stellt sie oder er sicher, dass der ganze Tumor  wurde.

Lassen sich Krebszellen nachweisen, wiederholt die Urologin oder der Urologe die Nachresektion. Ist der Krebs in die Blasenmuskulatur eingewachsen? Dann ist entweder die chirurgische Entfernung der Blase notwendig oder eine Radiochemotherapie.

Manchmal blutet es während der Operation. Dann dauert die Operation länger. Ganz selten verletzt die Urologin oder der Urologe die Blasenwand oder Gewebe in der Nähe. Solche Verletzungen heilen in der Regel von selbst. Wenn nicht, ist eine weitere Operation nötig.

Manchmal verursachen die Nachblutungen ein Blutgerinnsel. Dieses Gerinnsel kann den Blasenkatheter verstopfen. Dann muss die Blase gespült werden.

Manchmal muss das Gerinnsel auch operativ entfernt werden. 

Was ist eine Instillation?

Das ist eine Spülung in die Blase. Die Urologin oder der Urologe spült Ihnen flüssige Medikamente über einen Katheter direkt in die Blase. Dann entfernt sie oder er den Katheter wieder.

Während 1 bis 2 Stunden dürfen Sie die Blase nicht entleeren, damit die Medikamente wirken können. Danach gehen Sie auf die Toilette. Den Urin sammeln Sie in einem Behälter, damit ihn Fachleute im Labor untersuchen können.

Manchmal sind weitere Instillationen über mehrere Wochen nötig. Das kann sein, wenn Sie ein hohes Rückfallrisiko haben. Oder die Krebszellen wachsen und teilen sich schnell. Ob Ihre Krebszellen schnell wachsen,  untersucht eine Fachperson im Labor.  Das ist die sogenannte Pathologin oder der Pathologe.  

Zytostatika gehören zur Chemotherapie. Das sind Medikamente gegen Krebs. Sie schädigen Zellen oder hemmen das Wachstum. Die erste Instillation erhalten Sie meistens gleich nach der TUR-B.

Danach kann die Blase gereizt oder entzündet sein. Vielleicht haben Sie vorübergehend etwas Blut im Urin. Für mindestens zwei Wochen müssen Sie beim Geschlechtsverkehr ein Kondom benutzen.

Diese Therapie ist eine lokale Immuntherapie. Der Impfstoff BCG enthält abgeschwächte Tuberkel-Bazillen. Tuberkel-Bazillen sind stäbchenförmige Bakterien. Sie führen zu einer Entzündung in der Blase. Ist die Blase entzündet, reagiert das Immunsystem: Es erkennt die Krebszellen und zerstört sie.

Mögliche Nebenwirkungen sind:

  • eine gereizte Blase,
  • Fieber,
  • fieberähnliche Symptome.

Dazu gehören beispielsweise Schüttelfrost, Müdigkeit oder Gliederschmerzen. Für mindestens eine Woche müssen Sie beim Geschlechtsverkehr ein Kondom benutzen.

Wann muss die Blase entfernt werden?

Betroffene erhalten sie, wenn der Tumor muskelinvasiv wächst und sehr gross ist. In der Fachsprache heisst die Entfernung der Blase Zystektomie.

Bei einer Zystektomie entfernt die Urologin oder der Urologe die ganze  Blase. Meistens entfernt sie oder er auch die Lymphknoten im Becken.

Manchmal muss die Urologin oder der Urologe auch weitere Organe entfernen. Zum Beispiel, wenn sich der Blasenkrebs bereits ausgebreitet hat. Oder wenn der Tumor schnell wächst.

Die Operation dauert mehrere Stunden. Sie bekommen dafür eine Vollnarkose und müssen 2 bis 3 Wochen im Spital bleiben.

Eine Zystektomie ist eine grosse Operation. Danach dauert es deshalb einige Wochen, bis Sie sich körperlich wieder fit fühlen.

Bei Männern: Die Urologin oder der Urologe entfernt meistens die Prostata mit den Samenbläschen. Vielleicht entfernt sie oder er zusätzlich die Harnröhre oder Teile davon.

Bei Frauen: Die Urologin oder der der Urologe entfernt neben der Blase meistens die Gebärmutter. Vielleicht muss sie oder er zusätzlich die Harnröhre oder den vorderen Teil der Vagina entfernen.  Manchmal ist es nötig, auch die Eierstöcke und die Eileiter zu entfernen. 

Muss auch Ihre Blase entfernt werden? Dann erhalten Sie eine neue Harnableitung. 

Lesen Sie mehr zur Harnableitung.

In manchen Spitälern operiert die Urologin oder der Urologe laparaskopisch. Über kleine Bauchschnitte führt sie oder er eine Kamera mit Licht sowie die Operationsinstrumente ein. Die Kamera vergrössert und überträgt das Bild auf einen Bildschirm. So kann die Urologin oder der Urologe die Operation überwachen.

Manchmal bedient er die Instrumente von einem Schaltpult aus. Das heisst in der Fachsprache roboterassistierte Laparoskopie.

  • Einige Betroffene bluten nach.
  • Oder sie haben Entzündungen.
  • Der Urin kann nachträufeln.
  • Oder der Urin kann sich stauen.
  • Einige Betroffene haben Stoffwechselstörungen.
  • Manchmal verlieren Betroffene ungewollt Urin. Das ist die sogenannte Harninkontinenz

Lesen Sie mehr zur Harninkontinenz und was Sie dagegen tun können.

Bei einigen Betroffenen kann sich die Sexualität verändern. Oder Sie haben Probleme mit der Fruchtbarkeit.

Getrauen Sie sich, darüber zu sprechen. Lesen Sie mehr zu den Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit und die Sexualität.

Wurden Ihnen bei der Operation Lymphknoten entfernt oder Lymphbahnen durchtrennt? Dann kann die Lymphflüssigkeit vorübergehend nicht mehr so gut abfliessen. Ist sie gestaut, können Sie Schwellungen bekommen. Das sind die sogenannten Lymphödeme. Nach einer Operation bei Blasenkrebs passiert das häufig in den Beinen.

Lesen Sie mehr zu Lymphödemen.

Strahlentherapie bei Blasenkrebs

Bei einer Strahlentherapie fachsprachlich Radiotherapie wird der Tumor mit energiereiche Strahlen behandelt. Das schädigt Krebszellen, sodass diese absterben. Mithilfe eines Gerätes gelangen die Strahlen von aussen durch Ihre Haut.

Bei Blasenkrebs setzen Fachleute die Strahlentherapie in diesen Situationen ein:

  • kombiniert mit einer Chemotherapie ohne Operation,
  • um Blutungen zu stoppen,
  • Um Schmerzen zu lindern,
  • um Metastasen zu behandeln.

Sie gehen in ein Spital oder Röntgeninstitut.

Vor der ersten Bestrahlung: Fachleute markieren genau das Bestrahlungsfeld. Das machen sie mithilfe einer Computer-Tomografie. Dann berechnen sie die Strahlenmenge für jeden Bereich, den sie bestrahlen wollen. Sie programmieren die Maschine. Damit gelangen die Strahlen durch die Haut zum gewünschten Bereich. Das kann ein Tumor, ein Lymphknoten oder eine Metastase sein.

Eine Strahlentherapie dauert meist mehrere Wochen. Sie bekommen die gesamte Strahlenmenge nicht auf einmal, sondern verteilt auf mehrere Sitzungen. Die Sitzungen haben Sie meistens von Montag bis Freitag. Eine einzelne Sitzung dauert nur wenige Minuten und ist nicht schmerzhaft. Nach jeder Sitzung dürfen Sie wieder nach Hause.

Die Nebenwirkungen hängen davon ab, welche Körperstelle bestrahlt wird und welche Strahlenmenge Sie bekommen.

Folgende Nebenwirkungen sind häufig bei einer Strahlentherapie der Blase oder des Beckens:

  • Betroffene können eine gereizte oder entzündete Blase haben.
  • Sie haben Beschwerden beim Wasserlösen.
  • Ihr Darm kann entzündet sein. Vielleicht haben sie Durchfall.
  • Die Haut oder Schleimhaut im bestrahlten Bereich kann trocken oder gerötet. sein.

Lesen Sie mehr über Strahlentherapien und ihre Nebenwirkungen.

Radiochemotherapie bei Blasenkrebs

Manchmal kombiniert die Urologin oder der Urologe die Strahlentherapie mit einer Chemotherapie. Diese Therapie heisst Radiochemotherapie.

Zuerst erhalten Sie Medikamente, welche die Krebszellen empfindlicher für Strahlen machen. Dann bekommen Sie eine Strahlentherapie.

Die Nebenwirkungen einer kombinierten Radiochemotherapie sind meistens stärker.

Die Radiochemotherapie hat gegenüber der Operation einen Vorteil. Ihre Blase  muss nicht entfernt werden. Dafür muss die Blase vor Beginn der Therapie jedoch gut funktionieren.

Fragen Sie Ihre Urologin oder Ihren Urologen, ob bei Ihnen eine Radiochemotherapie infrage  kommt. 

Manchmal sind trotz der Behandlung noch Krebszellen in der Blase. Dann müssen Sie vielleicht trotzdem operiert werden. Ihr Behandlungsteam kann alle Ihre Fragen dazu beantworten. 

Chemotherapie bei Blasenkrebs

Eine Chemotherapie wird abgekürzt auch als Chemo bezeichnet. Die Medikamente gelangen über einen venösen Zugang in den Körper. Die Chemotherapie verhindert, dass Krebszellen sich teilen und vermehren. Dadurch werden sie zerstört. Die Chemotherapie schädigt auch gesunde sich schnell teilende Zellen. Deshalb können Sie Nebenwirkungen bekommen.

  • Um den Tumor vor der Operation zu verkleinern. 
  • nach der Operation, um eine Rückfall zu verhindern. 

Sie bekommen die Medikamente über eine Infusion in die Vene. Diese  Infusion erhalten Sie meistens ambulant. Dann bleiben Sie einige Stunden im Spital oder in der Praxis und gehen danach wieder nach Hause. 

Die Chemotherapie dauert oft mehrere Monate. Sie besteht aus Zyklen. Ein Zyklus hat eine bestimmte Behandlungsdauer mit anschliessender Pause. In den Pausen können Sie sich erholen.

Manchmal erhalten Sie die Chemo bereits vor der Operation oder Strahlentherapie. Oder Sie bekommen die Chemo in Kombination mit einer Strahlentherapie anstelle einer Operation.

Häufige Nebenwirkungen sind:

  • Sie fühlen sich sehr müde.
  • Sie haben Magen- und Darmbeschwerden: Vielleicht haben Sie Durchfall. Oder Ihnen ist übel und Sie müssen erbrechen.
  • Sie bekommen schneller eine Infektion als früher.
  • Die Schleimhäute sind trocken oder entzündet, beispielsweise im Mund.
  • Die Haare fallen aus.
  • Sie haben Probleme mit den Nieren oder mit den Harnwegen.
  • Ihre Hände und Füsse kribbeln, sind taub oder schmerzen. Dann können die Nerven geschädigt sein. Das ist die sogenannte periphere Neuropathie

Viele dieser Nebenwirkungen sind vorübergehend. Medikamente können sie lindern. Einige Nebenwirkungen dauern länger an oder bleiben bestehen. Haben Sie Fragen zu Nebenwirkungen? Wenden Sie sich an Ihr Behandlungsteam. 

Lesen Sie mehr über Chemotherapien und deren Nebenwirkungen.

Immuntherapie bei Blasenkrebs

Ein gut funktionierendes Immunsystem erkennt Eindringlinge wie Viren, Bakterien, Pilze oder Krebszellen und zerstört sie. Da eine Krebszelle manchmal einer gesunden Zelle ähnelt, erkennt das körpereigene Abwehrsystem sie nicht.

Bei einer Immuntherapie helfen Medikamente dem körpereigenen Abwehrsystem, die Krebszellen zu erkennen und selbst zu bekämpfen. Sie bekommen die Medikamente alle 2 bis 3 Wochen als Infusion.

Therapie im Rahmen einer klinischen Studie

Die Medizin entwickelt laufend neue Krebstherapien und Behandlungspläne. In klinischen Studien untersuchen Forschende, ob eine neue Therapie besser ist als eine bereits anerkannte. 

Fragen Sie Ihr Behandlungsteam, ob Sie an einer solchen Studie teilnehmen können. Nicht alle Spitäler führen klinische Studien durch.

Die Teilnahme an einer Studie ist freiwillig. Auch wenn Sie einer Teilnahme zugestimmt haben, können Sie jederzeit abbrechen. Wenn Sie nicht an einer Studie teilnehmen möchten, erhalten Sie dennoch die bestmögliche zugelassene Therapie.

Komplementärmedizin bei Blasenkrebs

Komplementärmedizin bedeutet ergänzende Behandlung. Sie helfen, Ihr Wohlbefinden zu verbessern. Das kann während oder nach einer Krebstherapie sein. Die Komplementärmedizin macht Nebenwirkungen meist erträglicher. Den Krebs heilen komplementärmedizinische Behandlungen aber nicht.

Lesen Sie mehr über Komplementärmedizin.

Palliative Care bei Blasenkrebs

Palliative Care meint die umfassende Betreuung von Menschen mit Krebs, der fortschreitet oder nicht heilbar ist.

Das Behandlungsteam versucht, den Verlauf der Erkrankung zu verlangsamen und Ihre Beschwerden zu lindern. Damit Sie so lange wie möglich eine gute Lebensqualität haben.

Erfahren Sie mehr über Palliative Care.

Palliative Care gibt es in verschiedenen Formen. Vielleicht können Sie zu Hause betreut werden, zum Beispiel durch einen mobilen Palliativdienst oder durch eine Onko-Spitex. Es gibt spezielle Palliativ-Abteilungen in Spitälern. Palliative Care gibt es im Hospiz oder im Pflegeheim.

Die Beratenden der regionalen und kantonalen Ligen oder von KrebsInfo unterstützen Sie bei der Auswahl. 

Vorsorgeauftrag und Patientenverfügung bei Blasenkrebs

Füllen Sie diese Dokumente rechtzeitig aus. Sie müssen beim Schreiben urteilsfähig sein. Damit sorgen Sie vor, wenn Sie einmal nicht mehr urteilsfähig sind. Sie können in folgenden Bereichen vorsorgen:

  • Gesundheit und Betreuung
  • Finanzen
  • Sie können eine Person bestimmen, die Sie vertritt. Diese Person kann beispielsweise Verträge für Sie unterzeichnen. 

Manchmal sind Krebsbetroffene nicht mehr in der Lage, persönliche oder rechtlichen Dinge sowie die Finanzen zu regeln. Für diesen Fall können sie eine oder mehrere Vertretungspersonen bestimmen. Diese Person kann alle oder nur einzelne Angelegenheiten übernehmen. Sie darf mit Ihrer Erlaubnis zum Beispiel Ihre Post öffnen. Oder sie darf Geld von Ihrem Bankkonto holen und mit diesem Geld Ihre Rechnungen bezahlen.

Einen Vorsorgeauftrag müssen Sie handschriftlich verfassen. Ist dies nicht möglich, muss eine Urkundsperson das getippte Dokument beglaubigen. 

Vielleicht sind Sie nicht mehr urteilsfähig oder können Ihre Wünsche nicht mehr mitteilen. Mit der Patientenverfügung kann das Behandlungsteam und ihre Familie medizinische Entscheidungen in Ihrem Sinne treffen.

Erfahren Sie mehr überPatientenverfügungen.

Aktualisiert im Januar 2026

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