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KREBSMAMA: Die Geschichte von Céline

Während ihres Mutterschaftsurlaubs schwebt Céline auf Wolke sieben. Dann erhält sie die Diagnose Brustkrebs. Ein Schock. Plötzlich bestimmen neben Baby Julie auch Therapien und Ängste ihren Alltag.

«Auch wenn Julie die Worte noch nicht verstand, sprach ich nach der Diagnose mit ihr darüber, was ich durchmachte.»

Name: Céline Allenbach 

Alter: 36 Jahre 

Kinder: Julie (1)

Diagnose: Brustkrebs (2025)

Hobbys: Pilates, Crosstraining, Skifahren, Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden verbringen

Wer bist du?

Ich bin eine aktive Frau, von Natur aus positiv, ruhig, ehrgeizig und neugierig auf das Leben. Im Juli 2025 bin ich zum ersten Mal Mutter geworden und wenige Monate nach der Geburt meiner Tochter habe ich erfahren, dass ich Brustkrebs habe. 

Was hat sich durch Krebs in deinem Leben am stärksten verändert?

Die Krebserkrankung hat mir gezeigt, worauf es wirklich ankommt: Mir ist bewusst geworden, wie viel Glück ich habe, am Leben zu sein. Und wie kostbar meine Gesundheit und die Momente mit meinen Liebsten sind. Krebs hat mich dazu gezwungen, einen Gang herunterzuschalten, auf mich selbst zu hören, die Hilfe anderer anzunehmen und meine Prioritäten neu zu ordnen. 

Und inwiefern hat diese Krankheit dein Leben als Mama verändert? 

Sie hat mich gelehrt, eine Mutter zu sein, die im Hier und Jetzt lebt, von Tag zu Tag. Eine Mutter, die jedes Lächeln, jeden Fortschritt, jede Umarmung geniesst. Ich schätze die einfachen Momente noch mehr, wie zum Beispiel Spaziergänge mit dem Kinderwagen in der Natur.

Sie hat mich auch dazu gezwungen, zu akzeptieren, dass ich nicht alles schaffen kann und Hilfe annehmen muss. Ausserdem hat sie mir beigebracht, die Dinge zu relativieren: Nur sehr wenige Dinge sind wirklich ernst. 

Wie hast du deiner Tochter erklärt, dass du Krebs hast?

Meine Tochter war noch ein ganz kleines Baby, als ich die Krebsdiagnose erhielt. Auch wenn sie die Worte noch nicht verstand, sprach ich mit ihr darüber, was ich durchmachte. Sie hat gesehen, wie ich geweint habe, erschöpft oder besorgt war, aber sie hat auch gesehen, wie ich wieder zu Kräften kam, lächelte und unsere gemeinsamen Momente genoss. Die allerersten Tage nach der Diagnose waren für sie etwas beunruhigend. Sie hat sicher gespürt, dass ihr Papa und ich ängstlich waren. Wir waren nicht mehr die ruhigen Eltern, die sie kannte.

Heute schätzt Céline die kleinen Momente mit ihrer Familie umso mehr – wie etwa Spaziergänge mit dem Kinderwagen in der Natur.

Welche Stärke hast du an dir entdeckt, die du vorher nicht kanntest? 

Ich habe entdeckt, dass viel mehr Kraft in mir steckt, als ich je gedacht hätte. Ich habe gelernt, immer wieder zu mir selbst zu finden, unpassende Kommentare an mir abprallen zu lassen und mich auf das Positive zu konzentrieren. Selbst in schwierigen Momenten gab es Platz für Humor: zum Beispiel als ich meinen Neffen erzählte, dass ich meine Haare verlieren würde. Wir haben zusammen gelacht, als wir uns vorstellten, ich könnte mir eine blaue Perücke aussuchen.

Was war der härteste Moment – und wie bist du da wieder rausgekommen? 

Während meines Mutterschaftsurlaubs schwebte ich wirklich auf Wolke sieben. Ich habe diese Auszeit in vollen Zügen genossen. Alles lief super. Dann traf mich die Krebsdiagnose wie ein Schlag ins Gesicht. Das war ein echter Schock, mit dem ich überhaupt nicht gerechnet hatte. Ein weiterer sehr schwerer Moment war das Abstillen, das mir von heute auf morgen aufgezwungen wurde, ohne dass ich selbst darüber entscheiden konnte.  

Danach ging alles sehr schnell: Termine, Untersuchungen, Behandlungen. Körperlich und emotional war das sehr anstrengend. Nach manchen Chemotherapien erkannte ich mich selbst nicht mehr wieder. Ich verlor die Lebensfreude, hatte keine Kraft und keine Energie mehr. Meine Stimmung litt stark darunter. Ich musste lernen, dass ich keine Wahl hatte: Ich musste mich ausruhen und akzeptieren, dass ich einen Gang zurückschalten musste, um meine Energie wiederzufinden.

Was mir von Anfang an geholfen hat: die Dinge Schritt für Schritt anzugehen, ohne zu weit in die Zukunft zu blicken. Ich habe versucht, in jeder noch so kleinen Etappe das Positive zu sehen. Das hat mir ermöglicht, mich nicht überwältigen zu lassen.

Was hat dir Kraft gegeben?

Vor allem meine Tochter. Der Gedanke, sie aufwachsen zu sehen, ihr Lachen zu hören, ihre ersten Schritte und ihre ersten Worte mitzuerleben, hat mir so viel Kraft gegeben. Sie war meine grösste Energiequelle und hat mich immer wieder daran erinnert, worauf es wirklich ankommt. Genauso wichtig war die grossartige Unterstützung durch das medizinische Personal und die Therapeutinnen und Therapeuten. Ihr offenes Ohr, ihre Menschlichkeit und ihr Wohlwollen waren wertvolle Anker in einer Zeit, in der alles ins Wanken geraten war. Und ich habe das Glück, von einem starken Netzwerk umgeben zu sein: mein Partner, meine Familie und die meines Partners, unsere Freunde, meine Kollegen. Ihre Anwesenheit, ihre Hilfe und ihre Liebe haben mich in den schwierigen Momenten getragen.

Wie hat dich die Krebsliga unterstützt? 

Ich stand in Kontakt mit einer Sozialarbeiterin der Krebsliga, die mir bei einigen administrativen Angelegenheiten geholfen hat. Nun freue ich mich darauf, am onkologischen Rehabilitationsprogramm der Krebsliga Waadt teilzunehmen. Zudem habe ich die Informationsmaterialien der Krebsliga sehr geschätzt.

Was ist dein grösster Wunsch für die Zukunft? 

Wieder ein unbeschwertes Leben zu führen, in dem die Krankheit unseren Alltag nicht mehr bestimmt. Ich möchte unser Familienleben in vollen Zügen geniessen und jeden Augenblick auskosten. Diese Prüfung versuche ich in Stärke zu verwandeln – für mich, für meine Tochter, für meine Familie und meine Angehörigen und vielleicht auch für andere, die ähnliche Zeiten durchleben.

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