Als Mama von vier Kindern ist Nadja es gewohnt, für andere da zu sein. Doch seit Brustkrebs «Detlef» ihr Leben auf den Kopf gestellt hat, muss die Ostschweizerin lernen, besser auf sich selbst zu achten.
Als Mama von vier Kindern ist Nadja es gewohnt, für andere da zu sein. Doch seit Brustkrebs «Detlef» ihr Leben auf den Kopf gestellt hat, muss die Ostschweizerin lernen, besser auf sich selbst zu achten.
Name: Nadja Gort
Alter: 46 Jahre
Kinder: Alessia (15), Adriana (10), Leano (8), Anna (6)
Diagnose: Brustkrebs (Juni 2021)
Hobbys: Kreativsein in jeglicher Form
Ich bin eine temperamentvolle, offene, empathische, spontane, harmoniebedürftige, hilfsbereite, humorvolle, reise- und unternehmungslustige, kreative und tierliebende Ehefrau sowie auch Mutter von vier Kindern. Zu meiner chaotischen Ader, meiner nervigen Unpünktlichkeit und meiner ab und zu launischen Art stehe ich natürlich auch. Und ich bin eine Stehauffrau, mit der man auch mal Pferde stehlen kann.
Was hat sich durch Krebs in deinem Leben am stärksten verändert?
Meine Prioritäten haben sich verschoben. Me-Time geniesse ich viel bewusster und fordere sie auch öfter ein. Und ich stehe selbstbewusster zu meinen Bedürfnissen.
Und inwiefern hat diese Krankheit dein Leben als Mama verändert?
Krebs stiehlt mir immer wieder wertvolle Zeit mit meinen Kindern. Zudem hat meine Belastbarkeit abgenommen. Dadurch ist unter anderem meine Zündschnur öfters kurz. All dies belastet mich und macht mich traurig.
Wie hast du deinen Kindern erklärt, dass du Krebs hast?
Meine Familie und ich haben meinem Brustkrebs kurz nach der Diagnose einen Namen gegeben, damit wir nicht immer Krebs sagen müssen. Krebs verbanden wir automatisch mit dem Tod und das wollten wir nicht. So kam Detlef in unser Leben. Den Kindern haben wir es altersgerecht und manchmal mit pragmatischer Hilfe von Detlef erklärt. Sie meistern es gut und ich möchte ihnen dafür ein Kränzchen winden.
Welche Stärke hast du an dir entdeckt, die du vorher nicht kanntest?
Ich habe Geduld gelernt und gebe meinen Bedürfnissen mehr Raum.
Was war der härteste Moment – und wie bist du da wieder rausgekommen?
Ich hatte seit meiner Erkrankung nicht den einen härtesten Moment, sondern erlebe viele schwierige Momente. Mal komme ich schneller, mal langsamer wieder da raus. Meine Kraftquellen sind in diesen Situationen eine noch wichtigere Unterstützung.
Was hat dir Kraft gegeben?
Schöne und entspannte Momente mit meiner Familie und meinem sozialen Umfeld. Zudem meine Tiere und das kreative Gestalten sowie die Kunsttherapie. Auch die Ruhe und Natur sind wichtig. Ich bin so froh, dass wir in einer solche schönen Natur leben – das hilft automatisch.
Wie hat dich die Krebsliga unterstützt?
Meine Beraterin bei der regionalen Krebsliga half mir bei zahlreichen administrativen Fragen und Arbeiten rund um meine Brustkrebserkrankung. Durch sie lernte ich zudem das Onko-Café kennen. Auch sonst gab sie mir viele gute Tipps und Inputs, welche ich sehr zu schätzen weiss.
Das Cancer-Survivorship-Angebot finde ich ebenfalls sehr hilfreich und ich habe diese Unterstützung sehr gerne angenommen.
Durch die Krebsliga durften unsere Kinder schon mehrmals beim Winterlager in Laax dabei sein. Die Kinder lieben es und sie freuen sich schon jetzt auf das nächste Lager!
Was ist dein grösster Wunsch für die Zukunft?
Dass der Krebs nie mehr zurückkommt und ich wie auch meine Familie ein langes, gesundes, glückliches und erfülltes Leben führen dürfen. Am liebsten irgendwann auf Maui.

Gemeinsam gegen Krebs
Die Krebsliga Schweiz wird überwiegend durch Spenden finanziert. Hinter jeder Spende stehen eine persönliche Motivation und eine individuelle Geschichte. Deshalb setzen wir jede Spende sorgfältig zur Unterstützung von Betroffenen, für die Forschung sowie für die Prävention und Früherkennung ein.

Betroffene, Angehörige, weitere Interessierte und Fachpersonen können den Dienst unter der Woche per Telefon, E-Mail, Chat oder WhatsApp von 10 Uhr bis 18 Uhr erreichen.
