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KrebsligaSprechstundeIntegrative Onkologie & komplementäre TherapienSprechstunde
Online-Sprechstunde

Integrative Onkologie & komplementäre Therapien

Expertinnen und Experten beantworten Ihre Fragen

Integrative Onkologie und komplementäre Therapien sind wichtige Ansätze in der ganzheitlichen Krebsbehandlung. Sie können jedoch nur dann effektiv sein, wenn die richtigen Informationen und angemessene Unterstützung zur Verfügung stehen. In der Schweiz sind viele Menschen nach einer Krebsdiagnose mit Fragen zur integrativen Onkologie und komplementären Therapien konfrontiert, die mit fachkundiger Hilfe effektiv angegangen werden können. 

Durchforsten Sie folgende Auswahl an Fragen und Antworten aus früheren Online-Sprechstunden und profitieren Sie von verlässlichen Fachinformationen.  

Fragen & Antworten der Expertinnen und Experten

«Mein Mann beginnt nächste Woche mit der Chemotherapie. Leider hat die Komplementärmedizin im USZ frühestens in 2 Monaten einen freien Termin. Wie kommen wir zu einer guten Adresse? Im Internet zu suchen, überfordert uns gerade. »
— Frage von Alma (30. April 2026)­

Dr. med. M. Schlaeppi, Zentrumsleiter Zentrum für Integrative Medizin Kantonsspital St. Gallen:

Es ist verständlich, dass Sie in diesem Moment nicht die Energie haben, lange im Internet zu suchen.  

Auf der Liste der Mitglieder des Swiss Network for Integrative Oncology können Sie gezielt eine andere Anlaufstelle suchen.  

Ich wünsche Ihnen und Ihrem Mann alles Gute.  

«Grüäzi 
2020 wurde bei mir ein Parotiskarzinom operativ entfernt, gefolgt von 33 Bestrahlungen. Nach der akuten Phase trat von einem Tag auf den anderen eine Fatigue auf.  
Heute, 6 Jahre später, ist es sicher besser, aber weit entfernt von gut und beeinträchtigt mein Leben.  Ich wünsche mir sehr geistig und körperlich wieder fitter zu sein.  Was raten sie Betroffenen in dieser Situation?  
Herzlichen Dank und freundliche Grüsse.»
— Frage von Staila (30. April 2026)­

Dr. med. M. Schlaeppi, Zentrumsleiter Zentrum für Integrative Medizin Kantonsspital St. Gallen:

Körperliches Training in Kombination mit psychoonkologischer Beratung und/oder Therapie könnten Ihre geistige und körperliche Leistungsfähigkeit verbessern. Besonders körperliche Aktivität, welche die Ausdauer fördert, vermindert die Fatigue. Die Psychoonkologie ist die Disziplin, die sich mit den psychologischen Folgen von Krebs befasst und diese behandelt: Unterstützung finden. Ferner könnten Therapien wie Akupunktur, Mistel oder eine achtsame Bewegungstherapie (z. B. Tai Chi, Qi Gong, Heileurythmie) hilfreich sein. 

Auf der Liste der Mitglieder des Swiss Network for Integrative Oncology können Sie eine wohnortnahe Anlaufstelle für eine persönliche Beratung und Zusammenstellung eines individuellen Massnahmenplans suchen. Zudem bieten einige Behandlungszentren Fatigue-Sprechstunden an.  

Klären Sie ab, ob Sie allenfalls Medikamente wie z.B. starke Schmerzmittel (Opiate), Medikamente, die auf die Psyche wirken, Schlafmittel, gewisse Herzmedikamente wie Betablocker oder Statine (Lipidsenker) einnehmen, die müde machen und eine Fatigue verursachen können. Eventuell kann in Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt die Dosis verringert oder durch ein Medikament mit einem anderen Wirkstoff ersetzt werden.   

Tipps für den Alltag: 

  • Was will ich selbst erledigen?  
  • Was kann ich delegieren?  
  • Was kann ich wem delegieren?   
  • Zu welcher Tageszeit habe ich am meisten Energie?  
  • Was hat für mich Priorität?  
  • Das, was Ihnen am wichtigsten ist, zur Tageszeit, wo Sie sich am stärksten fühlen, machen. Dabei für jede Tätigkeit, die erledigt werden muss, eine Tätigkeit ausführen, die Sie erfüllt, bereichert, Ihnen guttut.  
  • Anspruchsvolle Aufgaben/Vorhaben in realistische Teilziele aufteilen. 
  • Energiefresser bewusst vermeiden.

«Ich stehe im letzten Zyklus meiner Chemotherapie nach Magenresektion. Mein Problem ist Appetitlosigkeit und zeitweise Widerstand gegen das Essen. Ich konnte mein Gewicht halten bis jetzt (49 kg), aber es ist sehr anstrengend. Gäbe es etwas im komplementären Bereich für die Appetitanregung? Ich habe all die speziellen Drinks, aber ich kann diese einfach nicht schlucken, und der Widerstand wird dann noch grösser. Vielen Dank»
— Frage von Nina (30. April 2026)­

Dr. med. M. Schlaeppi, Zentrumsleiter Zentrum für Integrative Medizin Kantonsspital St. Gallen:

Es kostet Sie grosse Anstrengung, Ihr Gewicht konstant zu halten. Wichtig ist darauf zu achten, dass Sie einen regelmäßigen Stuhlgang haben. Natürliche Appetitanreger sind Bitterstoffe (Enzianwurzel, Wermut/Artemisia absinthium, beides z. B. als Teeaufguss), Gewürze (Ingwer, Zimt) und aromatische Kräuter steigern den Appetit durch Förderung der Magensaftsekretion.  

Bewegung kann den Appetit anregen. Weitere Informationen dazu finden Sie in der Krebsliga-Broschüre Körperliche Aktivität bei Krebs

In Einzelfällen können Akupunktur oder eine Misteltherapie hilfreich für die Appetitsteigerung sein. 

Im Ratgeber der Krebsliga Ernährung bei Krebs finden Sie Tipps bei Appetitverlust:  

  • Essen Sie regelmässig, auch wenn es nur kleine Portionen sind (z.B. Zmorge, Znüni, Zmittag, Zvieri, Znacht, Spätmahlzeit/Bettmümpfeli, nachts).  
  • Essen Sie kalorienreiche Mahlzeiten. 
  • Gut ist, wenn Sie immer etwas zu essen parat haben. Dann können Sie essen, wenn Sie Appetit haben oder wenn es Ihnen besser geht. 
  • Lassen Sie jemanden für sich kochen. 
  • Richten Sie sich die Gerichte appetitlich an.

«Welche Unterstützung gibt es zur Linderung von Gelenkschmerzen und Hitzewallungen?»
— Frage von Pia (1. Mai 2026)­

Dr. med. M. Schlaeppi, Zentrumsleiter Zentrum für Integrative Medizin Kantonsspital St. Gallen:

Laut den Leitlinien für die Komplementärmedizin in der Behandlung von onkologischen Patient:innen kann Akupunktur Hitzewallungen lindern. Bei Brustkrebspatientinnen kann Cimicifuga racemosa (Traubensilberkerze auf Deutsch, Black Cohosh auf English) therapieassoziierte menopausale Symptome wie Gelenkschmerzen und Hitzewallungen reduzieren. Bei Patientinnen mit Brustkrebs oder anderen gynäkologischen Tumoren kann nach adjuvanter Therapie Mindfulness-based Stress Reduktion helfen. Bei Brustkrebspatientinnen kann sich nach Abschluss der Chemo-/Radiotherapie Yoga bewähren.  

Wenden Sie sich an eine Fachärztin/einen Facharzt mit integrativ - onkologischem Hintergrund. Sie/er wird überprüfen, ob die genannten komplementärmedizinischen Massnahmen für Sie geeignet sind. Auf der Liste der Mitglieder des Swiss Network for Integrative Oncology können Sie eine wohnortnahe Anlaufstelle suchen. 

Bitte besprechen Sie die Anwendung von komplementärmedizinischen Verfahren – insbesondere die Einnahme von pflanzlichen Präparaten wie Cimicifuga racemosa – immer auch mit Ihrem behandelnden Onkologen-Team. Dies stellt sicher, dass die Unterstützung optimal auf Ihre aktuelle Krebstherapie abgestimmt ist und keine unerwünschten Wechselwirkungen auftreten. 

Zusätzlich haben Sie die Möglichkeit, sich bei der Krebsliga in Ihrer Nähe über die regionalen Angebote im Bereich Mind Body Medicine und Komplementärmedizin wie zum Beispiel Onko-Reha-Programme, Fatigue-Management-Angebote, Entspannungsgruppen, Sport- und Bewegungstherapie zu erkundigen.

«Wo gibt es in der Schweiz überall integrative Onkologie? Ich wohne in der Zentralschweiz. Wo kann ich mich beraten lassen für integrative Onkologie? Leider hat mein Spital keine solche Angebote und ich nuss mühsam alles selber recherchieren. Das ist mit viel Energie verbunden.»
— Frage von Lilie (31. März 2021)­

Dr. med. M. Schlaeppi:

Guten Tag Lilie

Komplementäre Therapieformen dienen der Linderung von verschiedenen Symptomen und fördern die Selbstheilungskräfte. Integrative Onkologie beinhaltet komplementäre Therapieformen und Krebsbehandlungen. Diese zwei unterschiedlichen Ansätze stehen sich nicht gegenüber und schliessen sich nicht aus sondern ihre Stärken und Vorteilen ergänzen sich.

In der Schweiz gibt es verschiedene Instituten oder Zentren, die komplementäre Therapieformen bei Krebsbehandlungen anbieten. Es sind zum Beispiel das Zentrum für integrative Medizin von Sankt-Gallen, das Institut für komplementäre und integrative Medizin des Universitätsspital Zürich, das Brustzentrum des Luzerner Kantonsspital oder das Institut für komplementäre und integrative Medizin des Universitätsspital Bern.

Der Begriff integrative und komplementäre Medizin umfasst auch die integrative Onkologie.

«Unter Therapie mit Verzenios® leidet mein Darm. Ich habe eine Colitis ulcerosa, welche super still war über viele Jahre. Jetzt unter Therapie erleide ich immer wieder neue Schübe. Wie kann der Darm geschützt und unterstützt werden?
Meine RCs (Retikulozyten) sind konstant tief unter Therapie mit Verzenios®. Dadurch leiden auch meine Energie und Ausdauer. Was kann dagegen unternommen werden?»
— Frage von Tanja (20. April 2026)

Dr. med. Marc Schlaeppi, Zentrumsleiter Zentrum für Integrative Medizin Kantonsspital St. Gallen:

Es ist nachvollziehbar, dass die aktuelle Situation Sie belastet, besonders da Ihre Colitis ulcerosa über Jahre stabil war.

Verzenios® kann sehr häufig (betrifft mehr als einen von zehn Behandelten) die von Ihnen beklagten Nebenwirkungen (Durchfall, Blutarmut und Fatigue) verursachen. Bei einer vorbestehenden Colitis ulcerosa kann Verzenios® Schübe begünstigen und verstärken.  

Pausieren Sie oder setzen Sie Verzenios® nicht eigenstätig ab, sondern besprechen Sie Ihre Situation mit der Onkologin/dem Onkologen und mit der Gastroenterologin/dem Gastroenterologen.   

Möglicherweise wurde Ihre Colitis Ulcerosa reaktiviert. Der Durchfall ist nicht nur eine Nebenwirkung von Verzenios®. Sie brauchen deshalb eine gastroenterologische fachärztliche Beurteilung: Lassen Sie sich an eine Magen-Darm-Spezialistin/einen Magen-Darm-Spezialisten verweisen oder vereinbaren Sie einen Sprechstundentermin bei Ihrer Gastroenterologin/Ihrem Gastroenterologen.

Ergänzend zu den mit der Gastroenterologin/dem Gastroenterologen diskutierten Massnahmen, wäre eine Akupunkturtherapie zur Linderung der Diarrhoe und der Müdigkeit eine Möglichkeit.

Auch kann zur Verbesserung der Vitalität eine achtsame Bewegungstherapie (wie Qigong, TaiChi, Heileurythmie) eine Option sein.

Wenden Sie sich an eine Fachärztin/einen Facharzt mit einem anerkannten Fähigkeitsausweis für komplementärmedizinische Richtungen. Sie/er wird überprüfen, ob die genannten komplementärmedizinischen Massnahmen für Sie geeignet sind. Auf der Liste der Mitglieder des Swiss Network for Integrative Oncology können Sie eine wohnortnahe Anlaufstelle suchen.

«Ich nehme derzeit Letrozol wegen Brustkrebs, bin müde, habe zugenommen, leide unter Schlaflosigkeit und Gelenkschmerzen. Ich nehme Magnesium-Bisglycinat, was ein wenig hilft. Ich habe gelesen, dass Kreatin helfen kann. Was halten Sie davon? Und welche weiteren Tipps haben Sie? Danke!»
— Frage von Maria D. (22. April 2026)

Dr. med. Marc Schlaeppi, Zentrumsleiter Zentrum für Integrative Medizin Kantonsspital St. Gallen:

Der Nutzen von Kreatin als gezielte Behandlung von Letrozol-Nebenwirkungen ist nicht erwiesen. Es gibt zudem Hinweise, dass Kreatin (Memorial Sloan Kettering Cancer Center) Gewichtszunahme aufgrund von Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe, Muskelkrämpfe oder Nierenprobleme begünstigen kann, weshalb ich es bei Ihrer Ausgangslage nicht empfehlen würde.

Laut den Leitlinien für die Komplementärmedizin in der Behandlung von onkologischen Patient:innen kann bei Brustkrebspatientinnen Cimicifuga racemosa (Traubensilberkerze auf Deutsch, Black Cohosh auf English) therapieassoziierte menopausale Symptome wie Gelenkschmerzen reduzieren. Bei Patientinnen mit Brustkrebs oder anderen gynäkologischen Tumoren kann nach adjuvanter Therapie Mindfulness-based Stress Reduktion helfen. Bei Brustkrebspatientinnen kann sich nach Abschluss der Chemo-/Radiotherapie Yoga bewähren.  

Eine Akupunkturbehandlung zur Linderung der Müdigkeit wäre eine Möglichkeit. Auch kann zur Verbesserung der Vitalität eine achtsame Bewegungstherapie (wie Quigong, TaiChi, Heileurythmie) eine Option sein.

Eine Ernährungsberaterin/ein Ernährungsberater könnte Ihnen individuelle Ernährungsempfehlungen zur Gewichtskontrolle abgeben.

Wenden Sie sich an eine Fachärztin/einen Facharzt mit integrativ-onkologischem Hintergrund. Sie/er wird überprüfen, ob die genannten komplementärmedizinischen Massnahmen für Sie geeignet sind. Auf der Liste der Mitglieder des Swiss Network for Integrative Oncology können Sie eine Anlaufstelle in der Nähe Ihres Wohnorts suchen. 

Bitte besprechen Sie die Anwendung von komplementärmedizinischen Verfahren – insbesondere die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln wie Kreatin und pflanzlichen Präparaten wie Cimicifuga racemosa – immer auch mit Ihrem behandelnden Onkologen-Team. Dies stellt sicher, dass die Unterstützung optimal auf Ihre aktuelle Krebstherapie abgestimmt ist und keine unerwünschten Wechselwirkungen auftreten. 

Zusätzlich haben Sie die Möglichkeit, sich bei der Krebsliga in Ihrer Nähe über die regionalen Angebote im Bereich Mind Body Medicine und Komplementärmedizin wie zum Beispiel Onko-Reha-Programme, Fatigue-Management-Angebote, Entspannungsgruppen, Sport- und Bewegungstherapie zu erkundigen.

«Was kann ich gegen Schlafstörungen unternehmen, die mit Letrozol begonnen haben? Ich mache Yoga, meditiere, bewege mich viel, trinke keinen Alkohol.»
— Frage von Tx (8. Mai 2026)

Dr. med. Marc Schlaeppi, Zentrumsleiter Zentrum für Integrative Medizin Kantonsspital St. Gallen:

Sie machen bereits sehr viel richtig. Unterstützende Therapien mit nachgewiesener Wirkung bei Ein- und Durchschlafstörungen sind Tai Chi und Qi-gong. 

Akupunktur, Mindfullness-based Stress Reduction (MBSR), Yoga und eine Behandlung, bei der mehrere anthroposophische Therapien kombiniert werden, können ebenfalls den Schlaf verbessern.

«Weshalb kommt bei Bauchspeicheldrüsenkrebs keine Immuntherapie in Frage?»
— Frage von Claudia (19. April 2021)

Dr. med. M. Schlaeppi:

Guten Tag Claudia

Immuntherapien wirken leider nicht bei allen Krebspatienten. Bei einigen Tumorarten haben bestimmte Immuntherapien wie Check-Point-Hemmer und CAR-T-Zell-Therapien bereits gute Wirksamkeit gezeigt: Melanom, Lungenkrebs, u. a. Bei Bauchspeicheldrüsenkrebs konnte die Wirksamkeit bisher nicht belegt werden. Deshalb gibt es aktuell in Europa keine Zulassung für ein Immuntherapeutika zur Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs als Standardtherapie.

Beschliesst ein Behandlungsteam mit der Patientin / dem Patienten trotzdem einen Versuch, geschieht dies im sogenannten Off-Label-Use, die Kostenübernahme mit der Krankenkasse ist nicht gewährleistet. Der Ausgang der Therapie ist ungewiss.

Ich möchte Sie bzw. die betroffene Person ermutigen, das Behandlungsteam zu fragen, welche Therapien mit welchem Behandlungsziel eingesetzt werden. Und darüber hinaus anzusprechen, mit welchen Behandlungsmethoden Sie sich beschäftigen und ebenfalls wissen möchten, wieso diese (nicht) in Frage kommen.

Eine weitere Option können lindernde und unterstützende Massnahmen der Integrativen Medizin sein: z. B. eine Misteltherapie, Akupunktur oder Methoden aus der Mind-Body-Medicine.

«Guten Tag! Meine Mutter ist bald nun seit einem Jahr in Behandlung wegen Lungenkrebs und bekommt eine palliative Behandlung. Seit Juni 2020 bekommt sie alle 3 Wochen eine Chemotherapie und im Januar 2021 wurde ihre Lunge und ihr Kopf zusätzlich bestrahlt.
2-3 Monate nach der Diagnose hat sie geschafft, aufhören zu rauchen. Aber was mir Bauchweh bereitet ist, dass sie regelmässig Alkohol trinkt, in welchen Mengen ist mir nicht genau bekannt, aber ich schätze eine halbe bis eine ganze Flasche Wein pro Tag. Sie macht es natürlich heimlich. Vor 3 Tagen durfte sie auf das Medikament Entrectinib umsteigen und nimmt nun täglich 3 Tabletten. Wie gefährlich ist ein regelmässiger Alkoholkonsum bei einer Chemo/Behandlung mit Entrectinib?
Vielen Dank EJ.»
— Frage von Eminaj (19. April 2021)

Dr. med. M. Schlaeppi:

Guten Tag EJ

Sie bitten uns um Rat für Ihre Mutter, die sich, aufgrund von Lungenkrebs, in einer palliativen Situation befindet und Entrectinib erhält. Ihre Mutter hat erfolgreich mit dem Rauchen aufgehört. Aber sie trinkt heimlich etwa eine Flasche Wein am Tag. Sie fragen sich, welchen Einfluss der Konsum von Alkohol auf die Einnahme des Medikaments Entrectinib hat.

Der kombinierte Konsum von Alkohol und Medikamenten kann zu einer Vielzahl von Wechselwirkungen führen. Diese Wechselwirkungen sind unerwünscht und können gefährlich sein. 

Können Sie sich vorstellen, mit Ihrer Mutter darüber zu sprechen? Anschließend besprechen Sie es, wenn nötig und mit dem Einverständnis Ihrer Mutter, mit dem Arzt.

Welchen Einfluss der Alkoholkonsum auf die Einnahme von Entrectinib hat, ist mir nicht bekannt. Dies ist auch etwas, wenn Ihre Mutter es erlaubt, dass Sie oder Ihre Mutter mit dem behandelnden Onkologen besprechen sollten.

«Gibt es seitens Alternativmedizin etwas unterstützendes nach der Behandlung eines Oropharynxkarzinom das der Krebs nicht mehr wiederkommt? Empfehlungen?»
— Frage von Ma (7. Mai 2026)

Dr. med. Marc Schlaeppi, Zentrumsleiter Zentrum für Integrative Medizin Kantonsspital St. Gallen

Für jeden Patienten wird ein individueller Nachsorgeplan erstellt. Dieser richtet sich nach dem persönlichen Risiko und wird gemeinsam mit dem Facharzt, der Fachärztin festgelegt. 

Warum ist Nachsorge wichtig? 
Regelmässige Kontrollen helfen dabei, 

  • ein Wiederauftreten der Erkrankung früh zu erkennen 
  • neue Tumoren rechtzeitig zu entdecken
        

Was können Betroffene selbst tun? 
Zur Vorbeugung eines Rückfalls gelten die gleichen Empfehlungen wie zur allgemeinen Krebsprävention: 

  • ausgewogene Ernährung 
  • regelmässige Bewegung 
  • Rauchverzicht 
  • bewusster Umgang mit Alkohol
        

Unterstützende Angebote 
Ergänzende (komplementäre) Methoden können das Wohlbefinden und die Lebensqualität verbessern. Über das Swiss Network for Integrative Oncology lassen sich wohnortnahe Beratungsstellen finden. 

Wichtig zu wissen 
Es gibt keine alternativmedizinischen Methoden, die nachweislich einen Rückfall verhindern können.

 

«Meine Mutter ist 73 Jahre alt und leidet an einem multiplen Myelom. Sie hat von der Möglichkeit einer Behandlung mit Vitamin C gehört. Ihre Onkologin wäre damit einverstanden, ihr diese Behandlung zu geben, aber nur unter der Voraussetzung, dass sie entsprechende Therapieleitlinien finden kann …
Derzeit nimmt sie das Medikament Iscador. Letztes Jahr hatte sie eine Chemotherapie. 
Kennen Sie eine solche Behandlung oder ein Onkologiezentrum, das diese Art der Behandlung durchführt? Ich danke Ihnen im Voraus!»
— Frage von Gabrielle (6. Mai 2021)

Dr. med. Marc Schlaeppi

Die Verabreichung von injizierbarem Vitamin C soll, so die Befürworter, die Wirksamkeit der Krebstherapie erhöhen, das Überleben bei unheilbaren Krebserkrankungen verlängern, Krebs vorbeugen, konventionelle Therapien ergänzen.

Die bisher durchgeführten klinischen Studien haben jedoch keine hinreichende Evidenz für die Wirksamkeit von Vitamin C gegen Krebs beim Menschen erbracht. Daher kann die Verabreichung von Vitamin C in hohen Dosen zur Behandlung von Krebs nicht empfohlen werden.

Die Nebenwirkungen von hochdosiertem Vitamin C sind gering, sofern die Patientin ausreichend überwacht wird und insbesondere ein Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel oder eine Nierenerkrankung ausgeschlossen werden können.
Trotzdem sollte meiner Meinung nach hochdosiertes Vitamin C als experimentelle Therapie in klinischen Studien berücksichtigt werden.

Auf der Website der Spitalapotheke der Universitätskliniken Genf (HUG) finden Sie ein Verabreichungsschema,das Sie der behandelnden Onkologin vorlegen können.

«Guten Tag,
meine Mutter leidet an einem fortgeschrittenen Lungentumor. Bis Ende 2020 wurde Sie mit mehreren Chemotherapiezyklen behandelt. In diesen Tagen hätte sie mit der Immuntherapie beginnen sollen, aber es traten gesundheitliche Probleme auf und die Immuntherapie wurde aufgeschoben. Ich suche irgendeine komplementärmedizinische Methode, die das Tumorwachstum bremst, und meiner Mutter helfen könnte, sich besser zu fühlen. Was raten Sie? An wen sollen wir uns wenden? Herzlichen Dank.»
— Frage von Anna (22. April 2021)

Dr. med. Marc Schlaeppi

Die therapeutische Lücke möchten Sie füllen, indem Sie eine aktive Rolle bei der Behandlung Ihrer Mutter einnehmen. Sie möchten nichts unversucht lassen, um Ihrer Mutter zu helfen. Sie erkundigen sich, was noch getan werden könnte, um die Prognose und die Lebensqualität Ihrer Mutter zu verbessern. Von der Komplementärmedizin erhoffen Sie sich, dass sie eine Behandlungsmethode bietet, die wirksam gegen ihren Lungentumor und seinen Folgen ist.

Für die Komplementärmedizin fehlt zwar der wissenschaftliche Nachweis der lebensverlängernden Wirksamkeit bei einer fortgeschrittenen Lungenkrebserkrankung. Viele Menschen mit Krebserkrankungen nutzen aber die Komplementärmedizin, um ihre Lebensqualität zu verbessern. Komplementärmedizinische Massnahmen können in die Onkologie- und Palliativmedizin integriert werden. Der behandelnde Onkologe/die behandelnde Onkologin muss wissen, welche allfällige komplementärmedizinischen Präparate (auch pflanzliche) Ihre Mutter einnimmt, damit eventuelle Unverträglichkeiten mit der laufenden konventionellen/schulmedizinischen Therapie ausgeschlossen werden können.

«Was können Sie bei einem Adenokarzinom der Prostata VD.a.cT3b cN1 cm0 Gleason Score 4+3= 7b ISUP Gruppe 3 ED 04/23 hinsichtlich der Komplementärmedizin empfehlen?»
— Frage von Jackie (8. Mai 2026)

Dr. med. Marc Schlaeppi, Zentrumsleiter Zentrum für Integrative Medizin Kantonsspital St. Gallen:

Der Einsatz komplementärmedizinischer Massnahmen richtet sich vor allem nach den individuellen Beschwerden oder Therapiebelastungen.  

Es geht also darum, die komplementärmedizinische Behandlung an Ihr aktuelles Befinden anzupassen. Auf der  Liste der Mitglieder des Swiss Network for Integrative Oncology (SNIO) können Sie eine wohnortnahe Anlaufstelle finden. Leider besteht die Website von SNIO nur auf Englisch. Informationen in deutscher Sprache zum Thema Komplementärmedizin bei Krebs bietet Ihnen die einschlägige Broschüre der Krebsliga.

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