Therapien gegen Krebs können Nebenwirkungen haben. Betroffene erhalten unterschiedliche Behandlungen. Daher können auch unterschiedliche Nebenwirkungen und Beschwerden auftreten. Welche Beschwerden Betroffene häufig haben und wie sie diese lindern können, erfahren Sie hier.
Haben Sie Beschwerden oder Nebenwirkungen? Fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt, welche unterstützenden Behandlungen Sie bekommen können.
Die Fachpersonen können Ihnen bei verschiedenen Beschwerden und Nebenwirkungen helfen.
Sie können Beschwerden haben, die von der Erkrankung stammen oder von der Behandlung. Wichtig ist, dass Sie mit dem Behandlungsteam darüber sprechen. Das Behandlungsteam sucht nach Lösungen, um Ihre Beschwerden zu lindern.
Einige Nebenwirkungen machen sich erst nach Abschluss der Behandlung bemerkbar.
Wichtig:
- Informieren Sie Ihr Behandlungsteam, wenn Sie Beschwerden haben.
- Fragen Sie nach, bei welchen Beschwerden Sie sich sofort melden müssen.
- Sie müssen Nebenwirkungen nicht ertragen, die meisten können behandelt werden.
- Informieren Sie Ihr Behandlungsteam, wenn Sie selbst gewählte Medikamente einnehmen möchten.
Sexualität und Fruchtbarkeit
Die Chemo- oder Strahlentherapie bei Darmkrebs kann die Fruchtbarkeit und Zeugungsfähigkeit vorübergehend oder dauerhaft beeinträchtigen.
Der Enddarm befindet sich in der Nähe der Geschlechtsorgane. Daher kann es während der Behandlung (Strahlentherapie oder Operation) sein, dass dort Nerven und Gefässe beschädigt werden.
In diesem Fall kann es bei Männern zu einer Schädigung des Erektionsmechanismus kommen. Medikamente können manchmal dabei helfen, die Erektionsfähigkeit wiederherzustellen.
Fragen Sie vor Therapiebeginn Ihre behandelnde Ärztin oder Ihren behandelnden Arzt, welche Auswirkungen die Behandlung auf Ihre Sexualität und Fruchtbarkeit haben kann.
Lesen Sie mehr zur Sexualität und Fruchtbarkeit in den Krebsliga-Broschüren Weibliche Sexualität und Männliche Sexualität.
Haben Sie Probleme, den Stuhl oder Urin zu halten?
Die Operationen und zum Teil auch die Strahlentherapie im Beckenbereich können bestimmte Reflexe benachbarter Nerven oder des Beckenbodens schwächen.
Das kann dazu führen, dass Sie von Zeit zu Zeit einen ungewollten Abgang von Stuhl und/oder Harn haben. Dies bezeichnet man auch als Inkontinenz.
Heute kommt es nur noch selten zu Problemen mit Inkontinenz. Aber trotzdem können diese Probleme auftreten. Oft ist das der Fall, wenn der Tumor weit unten im Enddarm war und in den Schliessmuskel hineingewachsen ist.
Lassen Sie sich von Ihrem Behandlungsteam beraten, welche Hilfsmittel Sie unterstützen können, damit Sie Ihren Alltag möglichst normal gestalten können.
Was tun bei Schmerzen?
Behandlungen gegen Krebs oder beispielsweise Metastasen können Schmerzen verursachen.
Nehmen Sie Ihre Schmerzen ernst. Sie müssen die Schmerzen nicht aushalten. Denn Schmerzen sind kräfteraubend und sehr belastend.
Medikamente sind nur eine von vielen Möglichkeiten, Schmerzen zu behandeln.
Andere Möglichkeiten sind:
- Physiotherapie
- körperliche Aktivität (Sport und Bewegung)
- Komplementärmedizin (zum Beispiel Akupunktur, TCM, Naturheilkunde)
- Entspannungsübungen (zum Beispiel Meditation, autogenes Training)
- Strahlentherapie bei Metastasen
- Psychotherapie
Besprechen Sie Schmerzen deshalb immer mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Was tun bei Fatigue?
Als Fatigue bezeichnen Fachpersonen eine anhaltende, schwer zu überwindende und belastende Müdigkeit. Diese besondere Form der Erschöpfung und Müdigkeit lässt sich schwer lindern, auch wenn Sie ausreichend schlafen und sich erholen.
Sprechen Sie mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt über die Ursachen der Fatigue. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt untersucht Sie noch einmal genauer.
Bewegungsmangel und zu viel Schonung können eine chronische Fatigue verstärken, anstatt sie zu bessern. Bewegen Sie sich deshalb regelmässig. Planen Sie auch genügend Ruhepausen ein.
Vielleicht hilft Ihnen ein Tagebuch dabei, besser zu erkennen, wann oder nach welchen Behandlungen die Fatigue besonders stark ist. Achten Sie darauf, sich gesund und ausgewogen zu ernähren.
Mehr dazu lesen Sie auf der Website Fatigue bei Krebs und in der Krebsliga-Broschüre Fatigue bei Krebs.
Wir helfen Ihnen gerne
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Sie können sich auch an KrebsInfo wenden. Die Beraterinnen und Berater stehen Ihnen per Telefon oder online per Chat und Mail zur Verfügung.
Aktualisiert im März 2026