Was war der härteste Moment – und wie bist du da wieder rausgekommen?
Der härteste Moment war 2020, als ich nach neun Jahren seit der ersten Diagnose einen Rückfall mit Metastase bekam – und plötzlich diesen unsichtbaren Stempel «unheilbar» aufgedrückt bekam. Das hat mir kurz den Boden weggezogen. Ich nenne es ein Intermezzo… quasi. Ich bin da rausgekommen, indem ich weitergegangen bin. Schritt für Schritt.
Seitdem wandere ich humorvoll tal- und bergwärts: mal im strahlenden Sonnenschein, mal mit dramatischen Wolken über mir, oft im wunderbaren Regen, den ich liebe. Und ganz besonders im Winter, wenn das Knirschen unter meinen Winterschuhen mich erdet – oder wenn ich frühmorgens mit den Skiern die erste Linie in den frischen Schnee zeichnen darf.
So habe ich meinen eigenen Weg zurück ins Leben gefunden: nicht gerade, nicht einfach, aber mit Herz, Humor und einer Prise Selbstironie.
Was hat dir Kraft gegeben?
Kraft gegeben hat mir vor allem die Selbstreflexion – und das Vertrauen darauf, dass mein Körper und ich seit November 1977 ein ziemlich cooles Team sind. Dazu kommen die wilde Natur, das Wetter, das Tanzen und das Kochen, all dies lässt mich jeden Tag neu auftanken. Und meine unerschöpfliche Neugier nach noch mehr LEBEN! Und: Ich feiere jeden Tag Geburtstag – schliesslich werde ich ja jeden Tag einen Tag älter. Warum also nicht jeden Tag als Geschenk betrachten?
Wie hat dich die Krebsliga unterstützt?
Ich bin dankbar, konnte ich den Fahrdienst der Krebsliga Thurgau nutzen. So kam ich immer sicher zu den monatlichen Therapien und Untersuchungen und wieder zurück nach Hause.
Was ist dein grösster Wunsch für die Zukunft?
Weiterhin im Einklang mit mir selbst zu bleiben – und das Leben in all seinen bunten Facetten zu feiern, zu geniessen, wertzuschätzen und im Moment zu leben. Kurz gesagt: Ich wünsche mir, dass mein innerer Kompass auch künftig Richtung positiver Lebensfreude zeigt und ich immer noch flussaufwärts schwimmen kann.