Das medizinische Team kann Darmkrebs mit verschiedenen Methoden behandeln. Bei einer Operation können Chirurginnen und Chirurgen
Tumoren und Metastasen
herausschneiden. Mit einer Strahlentherapie
können unter bestimmten Bedingungen Tumoren und
Ableger zerstört werden.
Chemotherapie und molekular zielgerichtete Therapien wirken systemisch, das heisst im ganzen Körper. Sie können Tumoren verkleinern und kontrollieren sowie das Risiko von Rückfällen verringern. Krebsimmuntherapie aktiviert das Abwehrsystem des Körpers gegen Krebszellen. Sie kann bei bestimmten Formen von Darmkrebs sehr wirksam sein.
Tumor entfernen durch Operation
Mit einer Operation entfernt das medizinische Team den Tumor. Dazu müssen Sie in der Regel zwischen 5 bis 10 Tage ins Spital.
Die Operation machen Ärztinnen und Ärzte, die darauf spezialisiert sind. Sie heissen Viszeralchirurgen oder Viszeralchirurginnen und operieren die Organe im Bauchraum.
Das Ziel der Operation ist, dass der Tumor ganz aus dem Darm entfernt wird. Bei der Operation entfernen die Chirurginnen und Chirurgen auch einige Lymphknoten.
Oft können die Chirurginnen und Chirurgen mit der Schlüsselloch-Technik operieren. Dabei machen sie mehrere kleine Schnitte in die Bauchdecke. Durch die Schnitte führen sie eine kleine Kamera und die chirurgischen Instrumente ein.
Diese Operationstechnik heisst auch Laparoskopie.
Die robotische Operation ist eine Weiterentwicklung der Laparoskopie. Bei ihr steuert die Chirurgin oder der Chirurg robotische Arme, die besonders filigrane Bewegungen machen und weitere technische Vorzüge haben.
Aber auch bei einer robotischen Operation operiert immer eine Chirugin oder ein Chirurg, und nie eine Maschine.
Die Laparoskopie oder robotische Operation hat Vorteile für Sie:
Sie haben nur kleine Narben auf dem Bauch.
Sie erholen sich schneller als nach einem grossen Bauchschnitt.
Die Chirurginnen und Chirurgen können damit genauso gut den Tumor entfernen.
Wenn bei Ihnen ein grosser Bauchschnitt notwendig ist, müssen Sie einige Tage länger im Spital bleiben. Sie brauchen dann etwas länger, um sich zu erholen.
Die Operationen kann bestimmte Reflexe benachbarter Nerven oder des Beckenbodens schwächen. Das kann dazu führen, dass Sie von Zeit zu Zeit einen ungewollten Abgang von Stuhl oder Harn haben. Dies bezeichnet man auch als Inkontinenz.
Heute kommt es nur noch selten zu Problemen mit Inkontinenz. Aber trotzdem können diese Probleme auftreten. Oft ist das der Fall, wenn der Tumor weit unten im Enddarm war und in den Schliessmuskel hineingewachsen ist. Falls solche Schwierigkeiten bei Ihnen auftreten, lassen Sie sich von Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt helfen. In vielen Fällen gibt es Mittel, um diese Beschwerden zu lindern.
Manchmal kann es einige Tage dauern, bis Ihre Verdauung wieder normal funktioniert. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn das bei Ihnen so ist.
Sie können sich nach wenigen Tagen wieder normal bewegen und Schonkost essen. Wenn grössere Teile Ihres Darms entfernt wurden oder Sie ein Stoma haben, müssen Sie vielleicht für längere Zeit auf Ihre Ernährung achten.
Oft bieten Ihnen die Spitäler eine Ernährungsberatung. Dabei bekommen Sie von einer Spezialistin oder einem Spezialisten Tipps, worauf Sie bei der Ernährung achten können.
Manchmal muss das medizinische Team bei der Operation einen künstlichen Darmausgang anlegen. Fachpersonen nennen das Stoma. Meistens können die Ärztinnen und Ärzte den künstlichen Darmausgang nach einer Zeit in einer zweiten Operation wieder entfernen.
Oft wird Ihnen das medizinische Team vorschlagen, eine Strahlentherapie oder eine Chemotherapie zu machen.
Die Strahlentherapie ist eine Behandlung gegen Krebs. Der Fachbegriff ist Radiotherapie. Sie ist eine lokale Behandlung. Sie wirkt nur an der Stelle des Körpers, auf welche die Strahlung gerichtet wird.
Bei der Strahlentherapie zerstören Strahlen Krebszellen, weil sie viel Energie haben. Der Tumor schrumpft oder verschwindet komplett.
Für die Strahlentherapie gehen Sie ambulant in ein Spital oder eine Praxis. Das heisst, Sie müssen nicht über Nacht bleiben.
Die Bestrahlung dauert meistens nur wenige Minuten. Rechnen Sie aber mit etwa 1 Stunde Zeitaufwand einschliesslich Wartezeiten und Vorbereitung.
Sie haben häufig mehrere Termine zur Bestrahlung, meistens in einem Abstand von einem Tag. Das medizinische Team nennt diese Termine auch Sitzungen.
Die Strahlentherapie ist schmerzlos. Sie können aber andere Beschwerden bekommen.
Hier sind die möglichen Nebenwirkungen und Beschwerden:
Sie haben Durchfall.
Sie haben Blähungen.
Sie haben Schmerzen beim Wasserlassen.
Ihre Haut ist gereizt oder gerötet im Bereich der bestrahlten Stelle.
Ihre Darmschleimhaut ist gestört.
Ihre Fruchtbarkeit ist eingeschränkt.
Wichtig: Wenn Sie diese oder andere Beschwerden haben, sprechen Sie direkt mit einer Person aus dem Behandlungsteam darüber. Sie kann die meisten Ihrer Beschwerden behandeln.
Behandlung durch Chemotherapie
Die Chemotherapie gehört zu den Medikamenten gegen Krebs. Es gibt verschiedene Chemotherapien mit verschiedenen Wirkstoffen. Diese heissen Zytostatika.
Anders als gesunde Zellen wachsen und teilen sich Krebszellen unkontrolliert. Sie können sich im Körper ausbreiten und Metastasen bilden. Die Chemotherapie bekämpft Krebszellen im ganzen Körper. Sie wirkt im Erbgut oder auf den Stoffwechsel der Krebszellen. Dadurch teilen sie sich nicht mehr und sterben ab.
Die Chemotherapie hat wie die Strahlentherapie das Ziel, auch sehr kleine Ableger des Tumors in Ihrem Körper zu zerstören. Sehr kleine Ableger sieht das medizinische Team sogar mit CT oder MRT nicht. Sie bestehen aus nur wenigen Zellen.
Aus diesen Ablegern könnten später neue Tumoren entstehen. Die Strahlentherapie und die Chemotherapie zerstören im besten Fall alle restlichen Ableger in Ihrem Körper.
Manchmal erhalten Betroffene eine Chemotherapie,
um den Tumor vor einer Operation zu verkleinern oder
um nach einer Operation verbliebene Tumorreste zu zerstören.
Für die Chemotherapie sind Sie einige Stunden im Spital oder in der onkologischen Praxis. Dort erhalten Sie die Chemotherapie als eine Infusion in Ihre Venen.
Oft legen Ihnen die Fachpersonen einen Port. Das ist ein dauerhafter Zugang zum Blutsystem. Er liegt unter der Haut, etwas unterhalb des Schlüsselbeins. Sie bekommen den Port in einem kleinen Eingriff.
Sie erhalten die Chemotherapie meistens mehrfach in einem Abstand von einigen Tagen bis wenigen Wochen. Das dauert insgesamt mehrere Monate.
Es gibt auch Chemotherapien, die Sie als Tabletten erhalten. Diese Tabletten können Sie zu Hause einnehmen.
Die Behandlung selbst ist schmerzlos. Die Chemotherapie schädigt auch gesunde Zellen, die sich häufig teilen. Deshalb können Sie Beschwerden bekommen.
Hier sind die möglichen Nebenwirkungen und Beschwerden:
Sie fühlen sich sehr erschöpft (Fatigue).
Sie verlieren die Haare. Der Haarverlust ist unterschiedlich stark, je nach Zusammensetzung der Chemotherapie.
Ihre Schleimhäute im Mund und Rachen entzünden sich und schmerzen.
Sie leiden an Übelkeit und Appetitlosigkeit.
Ihre Finger und Füsse kribbeln (periphere Neuropathie).
Ihre Herzmuskelzellen werden geschädigt.
Sie haben weniger weisse Blutkörperchen im Blut.
Sie können deshalb leichter eine schwere Entzündung bekommen.
Wichtig: Wenn Sie diese oder andere Beschwerden haben, sprechen Sie direkt mit einer Person aus dem Behandlungsteam darüber. Oft kann sie Ihre Beschwerden mit Massnahmen lindern.
Seien Sie besonders wachsam bei Anzeichen für eine Entzündung im Körper. Wenn Sie Fieber bekommen oder sich insgesamt unwohl fühlen, sprechen Sie so schnell wie möglich mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt.
Medikamentöse Therapien wie zum Beispiel die Chemotherapie können Ihre Zähne schädigen.
Erkundigen Sie sich bei Ihrer behandelnden Onkologin oder Ihrem behandelnden Onkologen, ob es sinnvoll ist, einen Zahnstatus zu machen. Das ist ein schriftlicher Bericht über den Zustand Ihrer Zähne. Der Zahnstatus zeigt, ob Ihre Zähne vor der Behandlung gesund sind.
Die Zahnärztin oder der Zahnarzt schaut auch, ob Sie versteckte Entzündungen im Mund haben. Sie behandeln diese Entzündungen, bevor Sie mit einer Behandlung beginnen.
Der Darmkrebs ist nicht operabel
Manchmal können Fachpersonen einen Tumor im Darm nicht operieren.
Das ist möglich, wenn
er zu gross ist,
er in andere Organe eingewachsen ist oder
sich bereits zu stark im Körper ausgebreitet hat.
Die Ärztinnen und Ärzte werden Ihnen dann sehr wahrscheinlich eine Chemotherapie empfehlen.
Chemotherapien wirken im ganzen Körper. Sie zerstören überall im Körper die Zellen, die sich schnell teilen. Zellen in Krebstumoren teilen sich schneller als viele normale Zellen des Körpers.
Zielgerichtete Therapien (Biologika) bei nicht operablem Darmkrebs
Die Ärztinnen und Ärzte werden Ihnen zusätzlich wahrscheinlich ein Biologikum empfehlen. Sie erhalten dieses Medikament meistens ambulant als Infusion.
Biologika gehören zur Gruppe der zielgerichteten Therapien. Der Name beschreibt ihre Wirkung: Diese Medikamente wirken zielgenau an bestimmten Merkmalen der Tumorzellen oder auch körpereigenen Zellen.
Zum Beispiel verhindern diese Medikamente, dass sich neue Gefässe bilden, die den Tumor mit Blut versorgen. Damit behindern sie das Wachstum des Tumors.
Am häufigsten treten Nebenwirkungen
an der Haut,
im Magen-Darm-Trakt und
im Herz-Kreislauf-System auf.
Nicht jede Person bekommt Nebenwirkungen. Sprechen Sie mit Ihrem Behandlungsteam, wenn Sie Nebenwirkung und Beschwerden haben. Seien Sie besonders wachsam bei Anzeichen für eine Entzündung im Körper.
Komplementäre und integrative Medizin bei Darmkrebs
Komplementär bedeutet ergänzend zur Schulmedizin. Komplementärmedizinische Behandlungen können helfen, während und nach einer Krebstherapie das allgemeine Wohlbefinden und die Lebensqualität zu verbessern.
Die integrative Medizin in der Krebsbehandlung vereint die schul- und komplementärmedizinischen Behandlungsformen über die gesamte Dauer der Krebserkrankung. In Zentren für integrative und komplementäre Medizin werden diese aufeinander abgestimmt.
Wichtig: Nehmen Sie keine pflanzlichen Präparate, ohne das vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu besprechen. Auch scheinbar harmlose Medikamente können die Wirkung der Behandlung von Darmkrebs beeinflussen.
Die Beratenden der regionalen und kantonalen Krebsligen sowie die Mitarbeitenden von KrebsInfo helfen Ihnen, eine Fachperson für die komplementäre und integrative Behandlung in Ihrer Nähe zu finden.
Wer entscheidet, welche Behandlung ich bekomme?
Eine Gruppe von Fachärztinnen und Fachärzten spricht über Ihre Erkrankung. Das tun sie am sogenannten Tumorboard oder der Tumorkonferenz. Die Ärztinnen und Ärzte haben jeweils ihr spezielles Fachwissen. Zusammen kommen sie zu einer Empfehlung, welche Behandlung für Sie am besten ist.
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt informiert Sie dann über die Möglichkeiten. Sie oder er erklärt Ihnen die Empfehlung des Tumorboards. Gemeinsam mit ihr oder ihm entscheiden Sie über die Art der Behandlung.
Fragen Sie nach, wenn Sie etwas nicht verstehen.
Sie können zum Beispiel folgende Fragen stellen:
Was sind meine Behandlungsmöglichkeiten?
Brauche ich ein Stoma, wenn ich operiert werde?
Wenn ja, ist das nur vorübergehend oder für immer?
Wer zeigt mir, wie ich damit umgehen muss?
Was empfehlen Sie und warum?
Wie viel Erfahrung haben Sie mit dieser Art von Krebs?
Sollte ich eine zweite Meinung einholen? Wie mache ich das? Können Sie mir jemanden empfehlen?
Was ist das Ziel der Behandlung?
Wie schnell muss ich mich für eine Behandlung entscheiden?
Was soll ich tun, um mich auf die Behandlung vorzubereiten?
Wie lange wird die Behandlung dauern? Wie wird sie ablaufen? Wo wird sie stattfinden?
Welche Risiken oder Nebenwirkungen sind mit den von Ihnen vorgeschlagenen Behandlungen verbunden? Kann ich etwas tun, um diese Nebenwirkungen zu verringern?
Wenn ich in Zukunft Kinder haben möchte, hat diese Behandlung Auswirkungen auf meine Fruchtbarkeit und meine Familienplanung?
Wie kann sich die Behandlung auf meinen Alltag auswirken? Kann ich weiterhin Vollzeit arbeiten?
Wie stehen meine Chancen, von diesem Krebs geheilt zu werden?
Welche Möglichkeiten hätte ich, wenn die Behandlung nicht anschlägt oder der Krebs nach der Behandlung wieder auftritt?
Aktualisiert im März 2026
KrebsInfo
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