krebsliga_aargaukrebsliga_baselkrebsliga_bernkrebsliga_bern_dekrebsliga_bern_frkrebsliga_freiburgkrebsliga_freiburg_dekrebsliga_freiburg_frkrebsliga_genfkrebsliga_genf_newkrebsliga_genf_new_mobilekrebsliga_glaruskrebsliga_graubuendenkrebsliga_jurakrebsliga_liechtensteinkrebsliga_neuenburgkrebsliga_ostschweizkrebsliga_schaffhausenkrebsliga_schweiz_dekrebsliga_schweiz_fr_einzeiligkrebsliga_schweiz_frkrebsliga_schweiz_itkrebsliga_solothurnkrebsliga_stgallen_appenzellkrebsliga_tessinkrebsliga_thurgaukrebsliga_waadtkrebsliga_wallis_dekrebsliga_wallis_frkrebsliga_zentralschweizkrebsliga_zuerichkrebsliga_zug
KrebsligaÜber KrebsLeben mit & nach KrebsJacques: «Heute geht es, morgen sehen wir weiter»
Leben und KrebsMeine Geschichte

Jacques: «Heute geht es, morgen sehen wir weiter»

08. Mai 2026

Als Angehöriger begleitete Jacques (74) seine Frau nach der Diagnose Hirntumor, vier Jahre später traf es ihn mit Prostatakrebs. Was ihm Kraft gab: das Theater, Singen und Tanzen.

Aufgezeichnet von Pia Schüpbach

«Vor fünf Jahren erhielt meine Frau die Diagnose Hirntumor, ein besonders aggressives Glioblastom. Wir entschieden uns bewusst, weiterzuleben, wenn möglich unsere Tochter in Kalifornien zu besuchen und nach vorne zu schauen. Trotzdem mussten wir viele Pläne aufgeben. Wir mussten unser Ferienhaus im Südfrankreich verkaufen und auch unser Zuhause in den Bergen, das wir uns für die Zeit nach der Pensionierung gekauft hatten.

Nach einer teilweisen Lähmung war meine Frau schliesslich auf den Rollstuhl angewiesen. In dieser Zeit erhielt ich die Diagnose Prostatakrebs. Jahrelange körperliche und emotionale Erschöpfung hatten mich wohl geschwächt. Ich kümmerte mich um meine Frau, aber nicht um mich selbst. Als sie ins Spital und später in eine Institution wechselte, wurde mir meine eigene Erkrankung erst richtig bewusst. Bis heute spüre ich die Nebenwirkungen der Hormontherapie und der Bestrahlung: das Fehlen von Testosteron, Hitzewallungen oder Probleme beim Wasserlassen.

Jacques kennt Krebs aus zwei Perspektiven: als Angehöriger und als Betroffener. Der Vaudois zeigt sein Gesicht für die neue Kampagne der Krebsliga.

Während der onkologischen Rehabilitation haben mir das Theater, das Singen und Tanzen sehr geholfen. Krebs hat mein Körperbild und meine Sexualität verändert. Ich habe jedoch gelernt, offen mit diesen Grenzen umzugehen. Einige Monate nach dem Tod meiner Frau habe ich mich völlig unerwartet neu verliebt und dabei von Anfang an über meine Erkrankung gesprochen. Schade, scheuen sich viele Männer, Verletzlichkeit zu zeigen. Ich vermute, aus Angst, schwach zu wirken.

Wichtige Unterstützung fanden meine Frau und ich damals bei der Krebsliga. Diese Begleitung hat mir geholfen, weiterzugehen. Um etwas zurückzugeben, zeige ich gerne mein Gesicht in der Kampagne der Krebsliga.

Ich habe erlebt, wie stark eine Krebserkrankung das Umfeld verändert. Manche Menschen waren überraschend präsent, andere zogen sich zurück, überfordert vom Thema Krankheit und Tod. Für mich hingegen war der Tod nie ein Tabuthema.

Vor über einem Jahr ist meine Frau gestorben. Ich werde weiterhin behandelt und setze die Hormontherapie noch zwei Jahre fort. Danach folgen engmaschige Kontrollen. Seit diesen Schicksalsschlägen lebe ich nach einem einfachen Grundsatz: von Tag zu Tag. Heute geht es, morgen sehen wir weiter.»

KrebsInfo
KrebsInfo

Betroffene, Angehörige, weitere Interessierte und Fachpersonen können den Dienst unter der Woche per Telefon, E-Mail, Chat oder WhatsApp von 10 Uhr bis 18 Uhr erreichen.

Spenden
KrebsInfo
KrebsInfo