Nach dem Krebstod seiner Frau und mit der eigenen Krebsdiagnose lebt Jacques bewusster denn je. Der 74-Jährige schöpft Kraft aus Theater und Gesang und nimmt jeden Tag, wie er kommt.
Nach dem Krebstod seiner Frau und mit der eigenen Krebsdiagnose lebt Jacques bewusster denn je. Der 74-Jährige schöpft Kraft aus Theater und Gesang und nimmt jeden Tag, wie er kommt.
Name: Jacques Tappolet
Alter: 74 Jahre
Diagnose: Prostatakrebs
Hobbys: Theater spielen, im Chor singen, fotografieren
Ich bin Wittwer, meine Frau ist 2025 an einem Hirntumor gestorben und meine Familie lebt weit weg in Kalifornien. Ich habe viele Hobbys wie zum Beispiel Theater und Gesang.
Ich lebe von Tag zu Tag und geniesse jeden Moment, den mir das Leben schenkt.
Was hat sich durch Krebs in deinem Leben am stärksten verändert?
Alle Lebenspläne, die ich als junger Rentner mit meiner Frau hatte, wurden infrage gestellt. Insbesondere habe ich meinen Wohnort gewechselt, um meine Behandlungen und die meiner Frau zu erleichtern und näher an meinen Hobbys zu sein.
Seit dem Tod meiner Frau konzentriere ich mich auf meine Behandlungen und versuche, das Leben positiv zu sehen.
Welche Stärke hast du an dir entdeckt, die du vorher nicht kanntest?
Die Fähigkeit, mir keine Sorgen mehr um die Zukunft zu machen, jeden Tag zu leben und jeden Augenblick meines Lebens zu geniessen.
Was war der härteste Moment – und wie bist du da wieder rausgekommen?
Der schwierigste Moment war die Diagnose der unheilbaren Krebserkrankung meiner Frau im Jahr 2019 – ein Glioblastom Grad 4.
Zusammen mit meiner Tochter, die in Kalifornien lebt, haben wir beschlossen, nach vorne zu schauen und alles zu tun, damit unsere Familie zusammenhält und stark bleibt.
Als ich 2023 meine Krebsdiagnose erhielt, nahmen wir die Nachricht eher gelassen auf, weil es sich um eine bei Männern häufig vorkommende, nicht tödliche und heilbare Krebsart handelt.
Was hat dir Kraft gegeben?
Zunächst einmal war meine Familie eine enorme Stütze. Dann waren künstlerische Aktivitäten (Theater, Gesang) eine wichtige Hilfe, um meine Krankheit zu akzeptieren und mit ihr zu leben.
Wie hat dich die Krebsliga unterstützt?
Die Krebsliga stand uns während dieser ganzen Zeit zur Seite. Sie half meiner Frau und mir bei Formalitäten, aber vor allem im persönlichen Bereich. Sie unterstützte uns, die grossen Lebensveränderungen zu meistern, zu denen uns die Krankheit gezwungen hatte. Zudem ermöglichte die Krebsliga Waadt meiner Frau 2023 und mir 2024, am Programm zur onkologischen Rehabilitation in La Lignière in Gland teilzunehmen.
Wie hat dich die Krebsliga unterstützt?
Die Beziehung zu meiner Familie, die in Kalifornien lebt, weiter auszubauen sowie auch eine Beziehung, die ich während meiner Behandlungen gestärkt habe.
Mit allen Krebspatienten in Kontakt zu bleiben, die ich während des onkologischen Rehabilitationsprogramms und bei der Gala «Dansons la vie» kennengelernt habe, die von den Krebsligen der Kantone Waadt und Genf organisiert wurde.

Politisches Engagement:
Eine Krebserkrankung betrifft nicht nur den Körper. Sie stellt das psychische, soziale und familiäre Leben der Betroffenen tiefgreifend auf den Kopf, oft weit über die eigentliche Behandlungsphase hinaus. Ängste, Unsicherheit, emotionale Belastung sowie finanzielle oder berufliche Herausforderungen begleiten viele Menschen über einen langen Zeitraum.
