Wenn neue Metastasen auftauchen, leidet sie mit. Sie möchte helfen, kann es aber nicht. Der Gedanke, dass unsere gemeinsame Zeit vielleicht begrenzt ist, ist für sie kaum auszuhalten. Für mich auch nicht. Und doch lachen wir viel. Wir sprechen offen über alles.
Ich habe Ohrspeicheldrüsenkrebs, eine extrem seltene Krebsart. Es begann Anfang 2022 mit heftigen Ohrenschmerzen, aber es dauerte fast ein Jahr, bis ich Klarheit hatte.
Nach einer neunstündigen Operation und 33 Bestrahlungen schien es gut auszusehen. Doch im Januar 2024 kamen die Metastasen: Leber, Niere, später weitere. Seither gelte ich als unheilbar. Ich bekomme eine Immuntherapie kombiniert mit einem Medikament. Es wirkt – vorerst. Wirklich doof, dass ich eine nicht so gut erforschte Krebsart habe. So ist jede Therapie ein Versuch, bei dem ich einfach nur hoffe, dass sie wirkt.
Im Alltag bin ich eingeschränkt: Lähmungen, Sprechprobleme, Schmerzen beim Kauen. Und doch: Ich verliere meinen Humor nicht, auch nicht bei der Arbeit für eine Zivilschutzorganisation. Wir haben zwei Hunde und zwei Mini-Schweine, die quiekend durch den Garten rennen, sowie acht Hühner. Ein kleines, schönes Leben mit den Tieren – und mit meiner Frau.
Alles, was mir wichtig war, habe ich gemacht. Jetzt plane ich in kleinen Schritten. Eckpunkte statt Fernziele. Ich lebe im Jetzt. Ich will nicht wissen, wie viel Zeit mir bleibt. Ich will sie nutzen.