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KrebsligaMedienMedienmitteilungenDas Tabakproduktegesetz verkommt zur Alibiübung

Das Tabakproduktegesetz verkommt zur Alibiübung

Eine Mehrheit im Ständerat hat heute das Tabakproduktegesetz aus Sicht des Jugendschutzes beerdigt. Eine parlamentarische Lösung ist somit nicht mehr möglich und das Initiativkomitee fokussiert sich nun auf den Abstimmungskampf zur Volksini-tiative im ersten Halbjahr 2022.

Eine klare Mehrheit der Gesundheitskommission hat dem Ständerat einen Kompromissvorschlag vorgelegt. Dabei gewichtete sie besonders, dass die Mehrheit als Minderjährige mit dem Tabakkonsum beginnt, Werbung dabei ein zentraler Faktor ist und die Kosten für die Gesellschaft mit jährlich 5 Milliarden enorm sind. Der Tabak ist für 50% aller suchtbedingten Kosten verantwortlich. Erfahrungen aus dem Ausland zeigen, dass der Schutz der vulnerabelsten Gruppe, den Kinder und Jugendlichen, den Tabakkonsum insgesamt deutlich senkt.

Aber auch die 9500 Menschen in der Schweiz, die jährlich an den Folgen des Tabakkonsums sterben, vermochten Die Mitte, FDP und SVP nicht zu beeindrucken. Wie bereits im Nationalrat, verkommt das Tabakproduktegesetz nun auch im Ständerat zu einer Alibiübung, in der weiterhin gezielt Kinder und Jugendliche beworben werden dürfen. Darüber hinaus bleibt eine Ratifizierung der internationalen Rahmenkonvention über die Tabakkontrolle der Weltgesundheitsorganisation WHO bald zwei Jahrzehnte nach der Unterzeichnung aufgrund der fehlenden gesetzlichen Grundlage weiterhin nicht möglich.

Gesundheitsorganisationen haben den Kompromiss gesucht

Das Initiativkomitee der Volksinitiative «Ja zum Schutz der Kinder und Jugendlichen vor Tabakwerbung», das von einer breiten Trägerschaft aus Gesundheitswesen, Jugend, Sport und Lehrerschaft getragen wird, hat sich seit der Einreichung der Initiative im Herbst 2019 für einen Kompromiss innerhalb des Tabakproduktegesetzes engagiert. Das Parlament stellt aber weiterhin die Interessen der Industrie und Werbung über die allgemeine Gesundheit.

Dabei braucht es heute mehr denn je einen griffigen Jugendschutz, die Zahlen aus aktuellen Studien sind alarmierend! Eine im Jahr 2020 publizierten Studie des Kinderspitals Zürich zeigt, dass 36% der Kinder im Alter 13-17 Jahren gelegentlich oder regelmässig rauchen und von 16-17-Jährigen rauchen sogar 60% der Jungen und 70% der Mädchen gelegentlich oder regelmässig herkömmliche Zigaretten, E-Zigaretten und/oder Sisha. Losgelöst von den Langzeitfolgen weisen dabei bereits rauchende Kinder und Jugendliche vermehrt Atemwegsbeschwerden auf. Ein griffiger Jugendschutz stellt die effizienteste Massnahme dar, indem verhindert wird, dass Kinder und Jugendliche mit dem Konsum beginnen.

Da eine parlamentarische Lösung im Tabakproduktegesetz nicht mehr möglich ist, werden sich die Organisationen hinter der Volksinitiative nun auf den Abstimmungskampf vorbereiten, der vorausschtlich im ersten Halbjahr 2022 stattfinden wird.

Für weitere Informationen:

www.kinderohnetabak.ch

Reto Wiesli

Sekretär Initiativkomitee „Ja zum Schutz der Kinder und Jugendlichen vor Tabakwerbung“

031 508 36 10, reto.wiesli@hausaerzteschweiz.ch

Sandra Hügli-Jost

Kommunikationsbeauftragte mfe - Haus- und Kinderärzte Schweiz

078 920 24 05, sandra.huegli@hausaerzteschweiz.ch

 

Wer trägt die Initiative «Ja zum Schutz der Kinder und Jugendlichen vor Tabakwerbung»

Hinter der Initiative „Ja zum Schutz der Kinder und Jugendlichen vor Tabakwerbung“ stehen die grossen Gesundheitsorganisationen der Schweiz. Neben der Allianz „Gesunde Schweiz“ sind dies insbesondere mfe Haus- und Kinderärzte Schweiz, die Krebsliga Schweiz, die Lungenligen, die FMH, der Schweizerische Drogistenverband, der Schweizerische Apothekerverband pharmaSuisse, die Lungenfachärzte sowie die Kardiologen. Hinzu kommt die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände. Auch Swiss Olympic, der Dachverband des Schweizer Sports, der Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz und die Tessiner Associazione Svizzera Non fumatori ASN haben sich der Initiative angeschlossen.