Nicht ohne ihre Mütze: Dolma hat fürs Shooting mehrere Exemplare dabei. Sie wählt die violette. Matteo, zuständig für Hair & Make-up, zieht die Mütze in Form, drapiert die Haare und pudert den Glanz weg. Dolma ist eines von sechs Gesichtern der neuen Krebsligakampagne. Sie lebt mit einer Metastase in der Brustwirbelsäule. «Damit das Thema Krebs mehr Aufmerksamkeit bekommt, zeige ich gerne mein Gesicht», sagt die Thurgauerin. Dennoch möchte sie nicht auf die Krankheit reduziert werden.
Emotionen von Hoffnung bis Trauer
«Unsere Porträtierten stehen für die vielen Facetten und Emotionen von Krebs», erklärt Eliane Herrmann, Leiterin Marketing und Fundraising bei der Krebsliga. «Mit der Kampagne wollen wir zudem auf unsere Angebote aufmerksam machen.»
Während Matteo Dolma dezent schminkt, suchen Fotografin Sarah und Assistent Jonas im nahegelegenen Wald bei Zürich-Schwamendingen den passenden Ort. Dolma wird das Gesicht für «Krebshoffnung». Es passt gut zu ihr. Sie sagt: «Hoffnung schöpfe ich, wenn ich weiss, wie meine Diagnose aktuell ist. Wenn ich länger keine Scans hatte, frage ich mich manchmal: Schlummert wieder etwas in mir? Wächst die Metastase?» Doch sie bleibt positiv: «Krebs macht mich zu der Person, die ich heute bin.»
Fürs Foto sitzt sie auf einer Harasse im Wald, Sarah instruiert: «Dolma, könntest du mal gegen den Himmel blicken?» Sofort lobt sie: «Megaschön!» Ein riesiger Reflektor hellt Dolmas Gesicht auf und Jonas fügt erste Aufnahmen ins Layout ein, das die Werberin Regula Bührer Fecker mit ihrer Agentur entworfen hat. Der Wind pfeift allen um die Ohren an diesem Herbsttag. Die Crew friert, Dolma nicht. Sie mag Kälte, sehr sogar, und fährt leidenschaftlich Ski.
Eine Strähne fällt ihr ins Gesicht. Doch Matteo entgeht nichts: Geschwind richtet er Haare und Mütze. «Sie gibt mir Sicherheit», erzählt Dolma. Als sie nach ihrer Brustkrebsdiagnose vor 14 Jahren durch die Chemo die Haare verlor, entschied sie sich gegen eine Perücke. «Seitdem sind Mützen in allen Farben mein Markenzeichen.» Dolma besitzt über 50 Exemplare.
Aus Hunderten mach eins
Bild um Bild entsteht. Am Ende wird Sarah Hunderte von Fotos haben, eines schafft es in die Kampagne. «Das kommt super», sagt sie. Auch Eliane Herrmann ist begeistert: «Dolma macht das mit so viel Natürlichkeit und innerem Feuer.» Enthüllt wird die Kampagne mit den Bildern von Dolma sowie weiteren Betroffenen und Angehörigen zum Weltkrebstag am 4. Februar – auf Plakaten, in Zeitungen, auf Screens und Social Media.


