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KrebsligaNews2026«Krebs hat viele Gesichter – das wollen wir zeigen»2026

«Krebs hat viele Gesichter – das wollen wir zeigen»

Im Interview erzählt Eliane Herrmann, Leiterin Fundraising & Marketing, wie die neue Kampagne die Krebsliga näher zu den Menschen bringt und warum es erstaunlich unkompliziert war, Betroffene für die Kampagne zu finden.

Eliane Herrmann, am Weltkrebstag startet eine neue Kampagne. Was ist das Ziel dieser Kampagne? 
Eliane Herrmann:  Mit dieser Kampagne wollten wir einen Auftritt schaffen, der direkter, klarer und näher bei den Menschen ist als bisher. Im Mittelpunkt stehen Menschen mit Krebs: Sie schaffen Nähe und eine emotionale Verbindung zu Betroffenen, Angehörigen und der breiten Öffentlichkeit. Die Tonalität ist bewusst selbstbewusst, zugewandt und empathisch.

Gleichzeitig macht die Kampagne sichtbar, wie breit unser Beratungs- und Unterstützungsangebot ist. Denn Hilfe kann nur wirken, wenn man weiss, dass es sie gibt. Die Krebsliga steht für Orientierung, Kompetenz und Hoffnung. Sie ist die erste Adresse für Unterstützung rund um Krebs. Diese Kampagne bringt uns näher zu den Menschen und bringt unsere Hilfe näher dorthin, wo sie gebraucht wird. 

Wie schwierig war es, Betroffene zu finden, die mitmachen bei der Kampagne?  
Es war erstaunlich unkompliziert. Viele Betroffene meldeten sich von sich aus oder sagten sofort zu, weil sie etwas zurückgeben wollten. Sie wollten ihre Erfahrungen teilen, um anderen Mut zu machen, Orientierung zu geben und zu zeigen: Du bist nicht allein. 

Fast alle haben selbst Unterstützung durch die Krebsliga erfahren: in Beratungen, Kursen, in der Begleitung oder im Austausch mit Peers. Das hat sie zusätzlich motiviert, ihr Gesicht und ihre Geschichte zu teilen. Ihre Offenheit, ihr Engagement und ihre Motivation haben mich sehr beeindruckt. 

Wie habt ihr ausgewählt? 
Von Beginn an war uns wichtig, dass sich die Mitwirkenden mit der Aussage, der Emotion oder dem Begriff ihres Sujets wirklich identifizieren können. Authentizität stand im Zentrum – niemand sollte eine Rolle spielen. 

Gleichzeitig wollten wir die Krebsrealität so vielfältig und realitätsnah wie möglich abbilden. Deshalb haben wir bewusst unterschiedliche Perspektiven einbezogen: verschiedene Altersgruppen, Herkunftsregionen und Krankheitsverläufe. So entsteht ein Gesamtbild, das der Lebensrealität vieler Betroffener nahekommt – getragen von echten Menschen mit ihren eigenen Geschichten und Erfahrungen. 

Die Kampagne arbeitet mit Begriffen wie «Krebsmüde», «Krebswut» oder «Krebswürde». Warum?  
Krebs ist mehr als eine medizinische Diagnose, die Erkrankung umfasst ein ganzes Spektrum an Gefühlen. Jede betroffene Person erlebt Krebs anders: mit Erschöpfung, Wut oder Verzweiflung, aber auch mit Stärke, Würde oder Trotz. Diese Vielfalt wollten wir sichtbar machen. 

Krebs hat viele Gesichter, und es gibt keinen richtigen oder falschen Umgang damit. Unsere Begriffe geben unterschiedlichen Erfahrungen Raum und vermitteln: Was du fühlst, ist gültig. Und vor allem: Du bist nicht allein – die Krebsliga steht an deiner Seite. 

Welchen Mehrwert bringen die Influencer:innen, welche die Fotoshootings begleitet haben? 
Alle beteiligten Influencer:innen haben eine persönliche Verbindung zu Krebs. Sie kennen die Realität einer Diagnose, die Veränderungen im Alltag und den Bedarf an Unterstützung – als Betroffene oder als Angehörige. Genau das macht sie zu passenden Stimmen für diese Kampagne. 

Seit Jahren sprechen sie in ihren Communities offen über persönliche Themen und geniessen grosses Vertrauen. Ihre Reichweite bringt unsere Botschaften dorthin, wo Menschen sie wirklich wahrnehmen: in Alltagsfeeds, Gespräche und vertraute Communities. 

Die Influencer:innen können Brücken bauen zwischen unseren Angeboten und denjenigen, die sie brauchen, und sie handeln sie mit viel Sensibilität. Ihr Engagement hilft, Krebs zu enttabuisieren und Unterstützung sichtbar zu machen – nah an der Lebensrealität. 

Wie wichtig ist Social Media für die Kampagne? 
So erreichen wir Menschen, die wir über klassische Kanäle nur noch schwer ansprechen können – besonders jüngere Betroffene, Angehörige und Personen, die sich online informieren oder austauschen. Wir sind bewusst auf verschiedenen Plattformen präsent, weil jede Community anders tickt. Social Media erlaubt es uns, niederschwellig, schnell und direkt über unsere Angebote zu informieren, und zwar genau dort, wo Menschen heute Unterstützung suchen. Gleichzeitig können wir Geschichten und Perspektiven teilen, die Nähe schaffen, berühren und Orientierung geben. Diese Authentizität ist ein zentraler Bestandteil unserer Kampagnenstrategie. 

Regula Bührer Fecker

«Die Kampagne macht sichtbar, wie Krebs das Leben verändert»

Regula, du hast die Awareness-Kampagne der Krebsliga mit deiner Agentur «La Stratégiste» entwickelt. Warum liegt dir das Thema Krebs am Herzen?
Regula: Das Thema Krebs hat mich doppelt berührt. Als Kommunikationsspezialistin, weil Krebs trotz seiner Verbreitung in der Schweiz noch immer tabuisiert wird – Themen wie Prävention oder Solidarität finden kaum statt. Das hat mich herausgefordert, zu überlegen, was eine neue Kampagne leisten müsste. Und persönlich, weil meine Mutter 2018 an Brustkrebs gestorben ist. Sie verbrachte ihre letzten Monate bei uns zu Hause – in einem Mehrgenerationenhaushalt mit unseren damals 3- und 4-jährigen Kindern. Das war traurig, manchmal schön, oft berührend – und prägt mich bis heute.

Was will die Kampagne?
Wir wollen der Krebsliga ein starkes, menschliches Gesicht geben. Sie ist zwar bekannt, aber viele wissen noch nicht, wie unglaublich viel die Organisation leistet. Die Kampagne macht sichtbar, wie Krebs das Leben verändert – durch echte Menschen und echte Geschichten. Sie soll berühren, Vertrauen schaffen und aufzeigen: Die Krebsliga ist für Betroffene und Angehörige da. Wir hoffen, dass Krebs mehr diskutiert und Hilfe angenommen wird.

Was macht diese Kampagne besonders?
Ihre Klarheit und Echtheit. Keine Models, keine Symbolbilder. Wir zeigen, was ist – ohne Weichzeichner. Die Kampagne hält Spannungen aus: Angst und Hoffnung, Abschied und Neubeginn. Strategisch ist sie so angelegt, dass sie lange funktioniert – konsistent in Tonalität und Bildsprache, anschlussfähig über alle Kanäle und Sprachregionen.

Gibt es noch etwas hervorzuheben?
Das Budget ist begrenzt, und das ist auch richtig so für eine Spendenorganisation – der Anspruch aber nicht. Wir haben viel getüftelt, um mit wenigen Mitteln maximale Wirkung zu erzielen. Denn das Thema betrifft sehr viele Menschen. Und verdient schweizweite Sichtbarkeit.

Text: Pia Schüpbach, Fotos: Sophie Frei

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