Der geschätzte Wert ungenutzter, nicht abgelaufener überschüssiger Medikamente in der EU übersteigt jährlich 7 Milliarden Euro. Heute werden diese überschüssigen, übrig gebliebenen Medikamente verbrannt. » (Quelle: sharemedswiss.org)
Wie das untenstehende Beispiel aus der Praxis zeigt, wenden sich gelegentlich Betroffene oder Angehörige an uns, die korrekt gelagerte und noch nicht verfallene Medikamente spenden möchten.
Wir müssen Ratsuchende enttäuschen: In der Schweiz gibt es derzeit kein offizielles Projekt, das Medikamente von Privatpersonen zurücknimmt und weitergibt – selbst dann nicht, wenn die Medikamente unbeschädigt und noch haltbar sind.
Nicht benutzte Medikamente, welche in die Apotheke zurückgebracht werden, werden dort fachgerecht entsorgt. Der Hauptgrund für die Entsorgung: Man kann nicht sicher nachweisen, ob die Medikamente richtig gelagert wurden und noch sicher und von guter Qualität sind. Diese Qualitätsanforderungen sind wichtig, insbesondere beim Einsatz in sensiblen Einsatzgebieten.
Aus Sicherheits- und Rückverfolgbarkeitsgründen dürfen Apotheken und Krankenhäuser solche Spenden nicht annehmen. Es gibt einige humanitäre Initiativen wie ShareMed Swiss oder andere im Gesundheitswesen tätige NGOs, die sich um die Rückgewinnung von überschüssigen Medikamenten aus Pharmaunternehmen, Krankenhäusern oder Arztpraxen kümmern. Sie gewährleisten eine sichere und vorschriftsmässige Lagerungskette. Diese Projekte nehmen jedoch keine direkten Spenden von Patientinnen und Patienten oder Familien an.
E-Mail-Anfrage einer Brustkrebspatientin in Remission:
Nach fünf Jahren Antihormon-Therapie habe ich entschieden, diese Therapie nun aufzuhören. Ich bin noch in Besitz von mehreren ungeöffneten Schachteln Letrozol (2 x 100 Tabletten). Was kann ich damit tun? Diese so teuren Medikamente wegzuwerfen, finde ich sinnlos.


