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Medikamente spenden

13. Januar 2026

In der Schweiz werden jedes Jahr Millionen von Packungen mit nicht abgelaufenen, ungeöffneten Medikamenten im geschätzten Wert von bis zu 900 Millionen CHF weggeworfen.

Der geschätzte Wert ungenutzter, nicht abgelaufener überschüssiger Medikamente in der EU übersteigt jährlich 7 Milliarden Euro. Heute werden diese überschüssigen, übrig gebliebenen Medikamente verbrannt. »  (Quelle: sharemedswiss.org)

Wie das untenstehende Beispiel aus der Praxis zeigt, wenden sich gelegentlich Betroffene oder Angehörige an uns, die korrekt gelagerte und noch nicht verfallene Medikamente spenden möchten.

Wir müssen Ratsuchende enttäuschen: In der Schweiz gibt es derzeit kein offizielles Projekt, das Medikamente von Privatpersonen zurücknimmt und weitergibt – selbst dann nicht, wenn die Medikamente unbeschädigt und noch haltbar sind. 

Nicht benutzte Medikamente, welche in die Apotheke zurückgebracht werden, werden dort fachgerecht entsorgt. Der Hauptgrund für die Entsorgung: Man kann nicht sicher nachweisen, ob die Medikamente richtig gelagert wurden und noch sicher und von guter Qualität sind. Diese Qualitätsanforderungen sind wichtig, insbesondere beim Einsatz in sensiblen Einsatzgebieten.  

Aus Sicherheits- und Rückverfolgbarkeitsgründen dürfen Apotheken und Krankenhäuser solche Spenden nicht annehmen. Es gibt einige humanitäre Initiativen wie ShareMed Swiss oder andere im Gesundheitswesen tätige NGOs, die sich um die Rückgewinnung von überschüssigen Medikamenten aus Pharmaunternehmen, Krankenhäusern oder Arztpraxen kümmern. Sie gewährleisten eine sichere und vorschriftsmässige Lagerungskette. Diese Projekte nehmen jedoch keine direkten Spenden von Patientinnen und Patienten oder Familien an.

E-Mail-Anfrage einer Brustkrebspatientin in Remission: 
Nach fünf Jahren Antihormon-Therapie habe ich entschieden, diese Therapie nun aufzuhören. Ich bin noch in Besitz von mehreren ungeöffneten Schachteln Letrozol (2 x 100 Tabletten). Was kann ich damit tun? Diese so teuren Medikamente wegzuwerfen, finde ich sinnlos.

Antwort von Cornelia Orelli, Fachberaterin von Krebsinfo 

Ich verstehe Ihr Anliegen, Arzneimittel aus humanitären und solidarischen Gründen in Gebiete zu senden, wo sie dringend gebraucht werden. Dennoch empfiehlt das Schweizerische Heilmittelinstitut Privatpersonen, Hilfsorganisationen zu unterstützen, statt Naturalspenden zu leisten: «Der beste und schnellste Weg, um Menschen in Krisen- und Konfliktregionen dringend benötigte Arzneimittel zukommen zu lassen, ist eine Geldspende an etablierte Hilfswerke. Sie kennen die medizinischen Bedürfnisse vor Ort, können die geeigneten Medikamente bedarfsgerecht beschaffen und haben die entsprechenden Bewilligungen für die Ausfuhr. Frühere Erfahrungen aus Krisengebieten (Konflikte, Unwetter, Erdbeben etc.) zeigen die Vorteile einer professionellen und gut strukturierten Unterstützung vor Ort.» (Quelle: Medienmitteilung von Swissmedic Oktober 2024) 

Pharmaciens sans frontières rät davon ab, nicht gebrauchte Medikamente in Krisengebiete zu senden. Stattdessen empfiehlt die Organisation Schweizer NGOs zu unterstützen, die Partnerschaften mit lokalen Akteuren aufbauen, wichtige Medikamente kaufen und die Gesundheitsinfrastruktur vor Ort verbessern. 

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Betroffene, Angehörige, weitere Interessierte und Fachpersonen können den Dienst unter der Woche per Telefon, E-Mail, Chat oder WhatsApp von 10 Uhr bis 18 Uhr erreichen.

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