Bei Darmkrebs wächst ein bösartiger Tumor im Darm. Häufig ist der Tumor im unteren Bereich des Darms: im Dickdarm oder im Enddarm. Die Fachpersonen nennen diesen Krebs auch kolorektales Karzinom. Kolorektal bezeichnet die Teile des Darms (das Kolon ist der Dickdarm und das Rektum ist der Enddarm). Ein Karzinom ist in der Fachsprache ein bösartiger Tumor.
Was ist der Darm?
Der Darm ist ein schlauchartiges Organ, das an den Magen anschliesst. Der Darm gehört zu unserem Verdauungssystem. Er ist insgesamt einige Meter lang und liegt in vielen Schlingen in unserem Bauch.
Im Dünndarm verwertet unser Köper den Nahrungsbrei, der vorher durch den Magen gegangen ist. Der Körper holt sich dort die Stoffe aus dem Nahrungsbrei, die er braucht. Das sind zum Beispiel Kohlenhydrate, Fette, Eiweisse oder Vitamine.
Nach dem Dünndarm schliesst der Dickdarm an. Dort holt der Körper vor allem Wasser aus dem Nahrungsbrei. Im Enddarm bereitet der Körper den eingedickten Rest des Nahrungsbreis vor, um ihn beim Stuhlgang auszuscheiden.
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Menschliches Verdauungssystem a) Speiseröhre b) Leber c) Magen d) Gallenblase e) Bauchspeicheldrüse f) Zwölffingerdarm g) Dickdarm h) Dünndarm i) Blinddarm j) Rektum k) After (Quelle: iStock)
Was ist Krebs im Dickdarm und im Enddarm?
Krebs ist eine bösartige Wucherung von Zellen. Die Fachpersonen nennen Wucherungen Tumoren.
Bösartige Tumoren können in andere Körperteile hineinwachsen und diese zerstören. Bösartige Tumoren können kleine Zellgruppen abstossen, die sich über Blutbahnen und Lymphbahnen im Körper verteilen. Bei Darmkrebs sind manchmal Leber, Lungen, Bauchfell und weitere Organge von diesem Krebs befallen.
Die meisten bösartigen Tumoren im Dickdarm und im Enddarm entstehen aus gutartigen Tumoren im Darm. Fachpersonen sprechen häufig von Polypen, wenn sie gutartige Tumoren meinen. Oft dauert es viele Jahre, bis aus einem gutartigen Tumor ein bösartiger Tumor wird.
Was ist das Lymphsystem?
Das Lymphsystem ist ein Netz aus Gefässen im Körper. Es ist ähnlich wie das System unserer Blutgefässe über den Körper verteilt.
Das Lymphsystem transportiert Stoffe durch unseren Körper. Es entfernt zum Beispiel Abfallstoffe. Ausserdem schickt es Abwehrzellen, um Bakterien oder Viren anzugreifen, die bei einer Infektion in unseren Körper eingedrungen sind.
An verschiedenen Orten in unserem Körper gibt es Lymphknoten. Sie sind dort, wo Lymphgefässe aufeinandertreffen, und liegen entlang von Lymphgefässen.
Die Lymphknoten sind ein Teil unseres Abwehrsystems. Sie reagieren, wenn sie zum Beispiel in der Lymphflüssigkeit Viren oder Bakterien finden. Dann schicken die Lymphknoten Abwehrzellen los.
Die Ärztinnen und Ärzte entnehmen bei der Operation immer die Lymphknoten, die zum befallenen Darmabschnitt gehören. Diese Lymphknoten sind häufig die erste Station für Metastasierung.
Was sind Ursachen und Risikofaktoren für Darmkrebs?
Wenn Menschen an Krebs erkranken, kann man im Nachhinein nicht sagen, was der Auslöser war. Fest steht, dass niemand schuld ist an ihrer oder seiner Erkrankung.
Darmkrebs kann durch mehrere Ursachen und durch Zufall entstehen.
Hier sind mögliche Ursachen und Risikofaktoren für Darmkrebs:
Alter: Je älter wir werden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für eine Krebserkrankung. Das gilt auch für Darmkrebs.
Ernährung: Je mehr Alkohol und rotes Fleisch oder Wurst wir zu uns nehmen, desto höher ist unser Risiko für Darmkrebs.
Krankheiten: Menschen mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung haben ein höheres Risiko für Darmkrebs.
Erbliche Belastung: Wenn nahe Verwandte wie ein Elternteil oder ein Geschwister Darmkrebs hatten, ist das eigene Risiko erhöht.
Welche Menschen haben ein erhöhtes Risiko für Darmkrebs?
Jeder Mensch kann Darmkrebs bekommen. Einige Menschen haben aber ein erhöhtes Risiko.
Diese Faktoren können Ihr Risiko für Darmkrebs erhöhen:
Wenn in Ihrer Familie Fälle mit Darmkrebs oder mit vielen Polypen häufig vorkommen.
Wenn Sie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn haben. Das sind chronisch-entzündliche Darmerkrankungen.
Wenn Sie Gen-Varianten haben, die das Lynch-Syndrom oder familiäre adenomatöse Polyposis (FAP) verursachen.
Wenn Sie Diabetes Typ 2 haben.
Welche Beschwerden habe ich bei Darmkrebs?
Krebs im Dick- und Enddarm entwickelt sich meist langsam. Häufig bleibt er lange Zeit unentdeckt.
Wenn Sie an Darmkrebs erkrankt sind, können Sie diese Beschwerden oder Symptome haben:
Sie haben Blut in Ihrem Stuhl. Das Blut kann hellrot oder dunkelrot sein.
Sie fühlen sich über mehrere Wochen sehr müde.
Sie verlieren mehrere Kilogramm an Gewicht, ohne dass Sie das wollen.
Ihr Stuhl ist schleimig.
Sie haben neu aufgetretene oder anhaltende Bauchschmerzen.
Sie haben Schmerzen beim Stuhlgang.
Sie haben Blähungen.
Sie haben keinen Appetit.
Bitte beachten Sie: Wenn Sie eines oder mehrere dieser Beschwerden oder Symptome haben, heisst das nicht, dass Sie sicher an Darmkrebs erkrankt sind. Diese Beschwerden können auch von anderen Erkrankungen kommen.
Sprechen Sie in jedem Fall mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt, falls Ihre Beschwerden und Symptome mehrere Wochen bleiben.
Teilweise haben Menschen, die an Darmkrebs erkranken, überhaupt keine Beschwerden oder Symptome. Die Krebsliga empfiehlt Ihnen deshalb: Gehen Sie ab dem Altervon 50 Jahren zur Vorsorgeuntersuchung.
Mehr Informationen zur Früherkennung von Darmkrebs erhalten Sie hier.
Aktualisiert im März 2026
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