Die Krebsimmuntherapie nutzt die körpereigene Abwehr, um Krebszellen gezielt zu erkennen und zu bekämpfen. Trotz grosser Fortschritte sprechen bislang nicht alle Patientinnen und Patienten gleich gut auf bestehende Therapien an. Die Forschung sucht deshalb nach neuen Wegen, Immuntherapien wirksamer, individueller und breiter zugänglich zu machen. Zwei junge Wissenschafterinnen, die auf dem Gebiet wegweisende Arbeit leisten, werden von der Krebsliga mit dem Robert Wenner-Preis ausgezeichnet.
Personalisierte Immuntherapie voranbringen
Prof. Dr. med. Michal Bassani-Sternberg wird für ihre Pionierarbeit in der personalisierten Krebsimmuntherapie ausgezeichnet. Ihr ist es gelungen, einen innovativen Ansatz von der Grundlagenforschung rasch in die klinische Anwendung zu überführen. Mithilfe modernster genomischer und immunologischer Methoden sowie künstlicher Intelligenz entwickelt ihr Team innerhalb weniger Wochen massgeschneiderte Krebsimpfstoffe für einzelne Patientinnen und Patienten.Erste klinische Studien liefern vielversprechende Resultate bei verschiedenen Krebsarten. Besonders bemerkenswert ist, dass ihre Forschung auch Menschen mit seltenen oder fortgeschrittenen Tumorerkrankungen neue Therapieoptionen eröffnet.
Das Immunsystem besser verstehen
Prof. Dr. med. Camilla Jandus erhält den Robert Wenner-Preis für ihre patientennahe Forschung zur Immunantwort bei Krebs. Im Zentrum ihrer Arbeit steht die Frage, wie Immunzellen Tumore erkennen und nachhaltig bekämpfen können. Insbesondere ihre Erkenntnisse zur Rolle von sogenannten Helferzellen haben das Verständnis wirksamer Immunreaktionen gegen Krebs entscheidend erweitert.Ihre Forschung hat bereits zu patentierten Innovationen geführt. Neue zellbasierte Therapieansätze stehen kurz vor der klinischen Erprobung. Dabei verbindet sie wissenschaftliche Expertise mit einem konsequenten Fokus auf die Bedürfnisse von Krebsbetroffenen und ihren Angehörigen.
Krebsbetroffene erstmals in Auswahl eingebunden
Die Vergabe erfolgte nach einem neuen zweistufigen Auswahlverfahren. Zunächst nominierte die Wissenschaftliche Kommission der Krebsliga Schweiz herausragende Kandidatinnen und Kandidaten. Anschliessend beurteilten 13 Krebsbetroffene und Angehörige der Peer-Plattform der Krebsliga die Finalistinnen und Finalisten. Mit dieser Arbeit stellen die Peers sicher, dass Forschung ausgezeichnet wird, die für Betroffene einen Unterschied macht.
Je 50 000 Franken für laufende Forschungsprojekte
Aufgrund der ausserordentlich engen Bewertung und der herausragenden Leistungen beider Forscherinnen wurde entschieden, in diesem Jahr zwei Forschende auszuzeichnen. Die beiden Preisträgerinnen erhalten je 50 000 Franken als Beitrag an ihre laufenden Forschungsprojekte. Die Preisverleihung findet heute Abend in Lausanne statt.

