«Trotz grosser medizinischer Fortschritte steckt die Krebsversorgung in einer tiefen menschlichen Krise», schrieb kürzlich die Kommission der Fachzeitschrift Lancet Oncology. Demnach drängen technologische Innovationen die grundlegenden Bedürfnisse nach Empathie, Beziehung, Würde und psychosozialer Hilfe immer weiter zurück. Auch die Union für International Cancer Control (UICC) fordert zum Weltkrebstag eine Krebsversorgung, die den Menschen und nicht nur die Krankheit sieht. Dieser Ansatz berücksichtigt die private Situation Betroffener, achtet ihre Lebenserfahrung und befähigt sie und ihr Umfeld, sich aktiv an Entscheidungen zu beteiligen.
Politische Forderungen zum Weltkrebstag
Für eine humane Krebsversorgung braucht es auch politische Veränderungen. Noch sind zu viele Menschen mit den Schwierigkeiten ihrer Krebserkrankung allein. Die Krebsliga nennt drei Bereiche, in denen in der Schweiz dringend etwas geschehen muss. Es braucht psychosoziale Beratung und Unterstützung für Betroffene und Angehörige, koordinierte Programme für Cancer Survivors sowie eine bessere Finanzierung der Palliative Care. Am Weltkrebstag am 4. Februar 2026 startet die Krebsliga in der ganzen Schweiz eine Kampagne. Sie zeigt Betroffene, die genau mit diesen Themen konfrontiert sind. Damit macht sie die Realität von echten Menschen mit echten Emotionen öffentlich sichtbar.
Hilfe, die über die medizinische Behandlung hinausgeht
Die Krebsliga arbeitet dort, wo Menschen Unterstützung brauchen und die Versorgung Lücken zeigt: Die Fachpersonen der Krebsliga informieren und beraten bei psychoonkologischen, sozialen, rechtlichen und finanziellen Fragen rund um Krebs. Sie nehmen sich Zeit, Betroffenen und Angehörigen auf Augenhöhe zu begegnen. Sie stehen zur Seite, wenn die Krebsdiagnose das Leben auf den Kopf stellt. Mit Angeboten wie dem Informations- und Beratungsangebot KrebsInfo, den Beratungen in den regionalen und kantonalen Krebsligen oder der Peerplattform. Niemand soll den Weg mit Krebs allein gehen.


