Mit 27 erhielt Arjelynne Agum die Diagnose Brustkrebs. Sie machte und macht immer weiter, auch wenn die Stimmung gedrückt ist.
Mit 27 erhielt Arjelynne Agum die Diagnose Brustkrebs. Sie machte und macht immer weiter, auch wenn die Stimmung gedrückt ist.
Name: Arjelynne Agum
Alter: 28 Jahre
Diagnose: Brustkrebs (im Alter von 27 Jahren)
Hobbys: Fotografieren, Singen, Schreiben, Natur, Reisen.
Ich bin eine kreative Frau, die es liebt, die Schönheit des Alltags einzufangen. Ich gehe mit Sensibilität, Mut und viel Humor durchs Leben. Heute baue ich mir mein Leben achtsamer und bewusster neu auf.
Was hat sich durch Krebs in deinem Leben am stärksten verändert?
Ich habe gelernt, dass manche Tage strahlend sind und andere extrem schwierig. Meine Beziehung zur Zeit, zu meinem Körper und zu meiner Gesundheit hat sich komplett verändert. Geduld, Entschleunigung und das Anerkennen meiner Grenzen sind wichtiger geworden.
Welche Stärke hast du an dir entdeckt, die du vorher nicht kanntest?
Die Fähigkeit, auch dann weiterzumachen, wenn die Stimmung gedrückt ist. Eine stille, manchmal zerbrechliche, aber sehr reale Kraft. Und Mut, der vor allem in dunklen Tagen erwacht.
Was war der härteste Moment – und wie bist du da wieder rausgekommen?
Das Schwierigste war, zu akzeptieren, dass ich mich nicht mehr wie ich selbst fühlte; körperlich, geistig und emotional. Ich habe es Schritt für Schritt überwunden, indem ich um Hilfe gebeten habe und geduldig war. Vielleicht habe ich noch nicht alles ganz überwunden, aber ich mache Fortschritte.
Was hat dir Kraft gegeben?
Die Menschen, die mir auch in meinen stillen Momenten zur Seite standen. Zudem Musik, Natur, kleine Rituale, die beruhigen. Und das Wissen, dass andere Menschen dieselben Stürme durchleben.
Wie hat dich die Krebsliga unterstützt?
Die Krebsliga unterstützte mich während meiner Krankheit auf verschiedene Weise. Zunächst half sie mir praktisch und administrativ. Meine Beraterin in Genf vermittelte mir Kontakte zu Stiftungen und Vereinen. So konnte ich finanzielle Unterstützung beantragen, als meine Lage prekärer wurde.
Zudem stellte sie den Kontakt zu anderen Frauen mit Brustkrebs her. Dieser Austausch mit Gleichbetroffenen ist sehr wertvoll: Man unterstützt sich gegenseitig, man versteht sich, ohne viel erklären zu müssen.
Weiter bot mir die Liga wichtige psychologische Hilfe, als ich unter Müdigkeit, Zweifeln oder Einsamkeit litt. Zu wissen, dass jemand mir zuhörte, half viel.
Was ist dein grösster Wunsch für die Zukunft?
Wieder Leichtigkeit in meinem Körper, meinem Geist und meinem Leben zu finden. Aufrichtig sagen zu können: «Es geht mir besser.». Ich möchte eine Quelle der Hoffnung für diejenigen zu sein, die noch immer schwierige Zeiten durchleben.

Politisches Engagement:
In der Schweiz steigt die Anzahl der Cancer Survivor. Sie brauchen am Ende ihrer Therapie Begleitung, die heute meist fehlt. Die Krebsliga setzt sich dafür ein, dass Cancer Survivor eine koordinierte und wirksame Krebsnachsorge erhalten.
