Die Therapien brachten Mara an körperliche und emotionale Grenzen. Doch aus dieser Zeit nimmt die 32-Jährige auch einiges mit: das Wissen, wie stark sie ist und den Wunsch, das Leben anderer Menschen zu bereichern.
Die Therapien brachten Mara an körperliche und emotionale Grenzen. Doch aus dieser Zeit nimmt die 32-Jährige auch einiges mit: das Wissen, wie stark sie ist und den Wunsch, das Leben anderer Menschen zu bereichern.
Name: Mara Schlumpf
Alter: 32 Jahre
Diagnose: Morbus Hodgkin (Lymphdrüsenkrebs), Dezember 2018
Hobbys: Kochen, Backen, Gamen, Lesen, Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden verbringen
Ich bin eine kreative und ehrgeizige Frau, die neugierig auf das Leben blickt. Meine Familie und meine Freunde sind mein wertvollstes Gut. Ich schätze Gespräche mit Substanz, leckeres Essen und Menschen mit Humor und einer sozialen Ader.
Was hat sich durch Krebs in deinem Leben am stärksten verändert?
Ich habe realisiert, dass mein Leben jederzeit vorbei sein kann. Dieser Fakt inspiriert mich jeden Tag dazu, das meiste aus meiner Zeit auf dieser Welt machen zu wollen. Im bestmöglichen Sinn.
Welche Stärke hast du an dir entdeckt, die du vorher nicht kanntest?
Wie viel ich aushalte – und wie sehr ich mich auf mich selbst verlassen kann.
Was war der härteste Moment – und wie bist du da wieder rausgekommen?
Körperlich: Die Tage direkt nach der Chemotherapie. Ich habe die Schwäche in jeder Faser meines Körpers gespürt. Psychisch: Der Moment, als ich alle meine Haare verloren habe. Die Liebe, mit welcher mein Mann mich durch die Zeit getragen hat, hat mir die Energie gegeben, nicht aufzugeben.
Was hat dir Kraft gegeben?
Mein Mann, meine besten Freundinnen. Ich habe mich zu keinem Zeitpunkt allein gelassen gefühlt. Und: das grossartige Team der Hämatologie des Universitätsspitals Zürich. Ich war nicht nur fachlich, sondern auch zwischenmenschlich hervorragend aufgehoben. Sie haben mich ausserdem mit der Krebsliga vernetzt.
Wie hat dich die Krebsliga unterstützt?
Sie hat mich während meiner Krebserkrankung umfassend beraten und mich unter anderem dabei unterstützt, bei der IV finanzielle Unterstützung für eine Perücke zu beantragen. Nebst den sehr informativen Broschüren durfte ich mich auch jederzeit mit offenen Fragen bei der Krebsliga melden. So wurde mir viel Angst und Unsicherheit genommen.
Was ist dein grösster Wunsch für die Zukunft?
Ich wünsche mir für mich und meine Liebsten ein gesundes, erfülltes Leben. Wenn ich dieses Leben dazu nutzen kann, das Leben von anderen auf die eine oder andere Art zu bereichern, bin ich wunschlos glücklich.

Politisches Engagement:
In der Schweiz steigt die Anzahl der Cancer Survivor. Sie brauchen am Ende ihrer Therapie Begleitung, die heute meist fehlt. Die Krebsliga setzt sich dafür ein, dass Cancer Survivor eine koordinierte und wirksame Krebsnachsorge erhalten.
