Der Weltkrebstag 2024 rief dazu auf, Versorgungslücken zu schliessen. Mirjam Weber spricht über Zugangsgerechtigkeit und wie der Nationale Krebsplan die Krebsversorgung verbessern soll.

Mirjam Weber, am 4. Februar 2024 schlossen sich Krebsorganisationen weltweit zusammen, um auf Lücken in der Krebsversorgung aufmerksam zu machen – darunter die Krebsliga. Wie sieht die Lage bei uns aus?
In der Schweiz ist die Krebsversorgung insgesamt auf hohem Niveau, doch es gibt deutliche Unterschiede: Der Zugang zu Prävention, Früherkennung, Behandlung, Nachsorge und Palliativ Care hängt oft vom Wohnort ab. Stadt oder Land, kleiner oder grosser Kanton – das darf nicht darüber entscheiden, welche Chancen jemand hat, Krebs zu verhindern oder zu besiegen. Gerechtigkeit bedeutet auch, dass Faktoren wie Wohnort, Einkommen oder Sprachregion keine Rolle spielen.
Wo drückt der Schuh am meisten?
Bei der Früherkennung ist unser föderalistisches System ein Nachteil: Nicht alle Kantone bieten Screening-Programme an. So wird eine 50-jährige Frau im Kanton St. Gallen automatisch zu einer Mammografie-Untersuchung eingeladen. Ihre Freundin im Nachbarkanton hingegen muss die Untersuchung selbst proaktiv organisieren und diese dann auch bezahlen. Zudem fehlt ein umfassendes und koordiniertes Angebot für Cancer Survivors – diese Menschen brauchen auch nach der Akutphase Unterstützung.
«Wir setzen uns dafür ein, dass die Interessen von Krebsbetroffenen auf politischer Ebene Gehör finden.»
Mirjam Lämmle CEO Krebsliga Schweiz
Comment agit la Ligue contre le cancer pour réduire les inégalités ?
Nous conseillons et informons les malades et leurs proches gratuitement sur toutes les questions en lien avec le cancer. Nous mettons tout en œuvre pour que l’information soit facilement accessible et aisément compréhensible. D’autre part, nous agissons sur le plan politique pour combler les lacunes du système et défendre les intérêts des personnes touchées.
Concrètement, qu’exige la Ligue contre le cancer ?
Notre revendication d’un Plan cancer à l’échelle nationale a été acceptée par le Parlement cette année. C’est un succès, obtenu avec l’appui d’autres organisations. Cela nous permettra de mieux coordonner la collaboration avec la Confédération, les cantons et les différents acteurs, et d’établir des priorités claires. (stb/spa)
Nationaler Krebsplan auf Kurs Mit dem Nationalen Krebsplan hat die Schweiz den Weg für eine koordinierte Krebsstrategie eingeschlagen. Ziel ist es, bis 2032 Zugangsgerechtigkeit, flächendeckende Früherkennung und bessere Nachsorge sicherzustellen. Er sieht auch Massnahmen vor, um die Forschung voranzutreiben und den Fachkräftemangel in der Krebsversorgung zu beheben. Als Mitgliedsorganisation von Oncosuisse haben wir Vorarbeit geleistet und gemeinsam im Nationalen Netzwerk den Masterplan 2025 als Grundlage für den Nationalen Krebsplan vorgelegt. |

