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Kinder ohne Tabak: Die Krebsliga engagiert sich an vorderster Front

Das Parlament hat ein Tabakproduktegesetz ohne wirkungsvollen Jugendschutz beschlossen. Die Krebsliga brachte deshalb mit anderen Gesundheitsorganisationen die Initiative «Kinder ohne Tabak» an die Urne. Am 13. Februar 2022 hat die Schweizer Stimmbevölkerung die Volksinitiative mit 56,6 Prozent Ja-Stimmen deutlich angenommen.

Retraite Initiative "Kinder ohne Tabak"

Hierzulande raucht bereits ein Viertel der 17-Jährigen gelegentlich oder regelmässig. Das muss sich ändern. Denn der gesundheitliche Preis beim Rauchen ist enorm hoch. Über 80 Prozent der Lungenkrebsfälle gehen auf Tabakkonsum zurück. Rauchen führt aber auch zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Erkrankungen der Atemwege und anderen Krebsarten wie zum Beispiel Mundhöhlen-, Speiseröhren-, Nieren- und Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Jedes Jahr sterben 9500 Menschen in der Schweiz an den Folgen des Rauchens. Das sind 26 Menschen pro Tag. Damit verbunden sind Gesundheitskosten in Milliardenhöhe für die Allgemeinheit, ein grosser Produktionsverlust für die Volkswirtschaft und immenses Leid für Betroffene und ihre Angehörigen.

Tabakwerbung wirkt

Weil viele Raucherinnen und Raucher noch vor der Volljährigkeit mit dem Tabakkonsum beginnen, müssen präventive Massnahmen bei Kindern und Jugendlichen ansetzen. Wer bis zu seinem 21. Lebensjahr nicht zur Zigarette greift, wird dies mit grosser Wahrscheinlichkeit das ganze Leben lang nicht tun. Deshalb fordert die Krebsliga gemeinsam mit anderen Gesundheitsorganisationen und der Ärzteschaft einen wirkungsvollen Jugendschutz.

Eine naheliegende Massnahme sind Werbeeinschränkungen. Aus mehreren Studien geht hervor: Je häufiger Kinder und Jugendliche der Tabakwerbung ausgesetzt sind, desto eher experimentieren sie mit Tabakprodukten. Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen zudem, dass durch Werbeeinschränkungen der Tabakkonsum in der Bevölkerung und insbesondere bei Jugendlichen deutlich gesenkt werden kann.

Gerade in der Phase der Identitätsbildung sind Minderjährige für Werbung, die sich vordergründig an Erwachsene richtet, sehr empfänglich – insbesondere für jene Werbebotschaften, die Traumwelten, Coolness, Erfolg und Sexappeal suggerieren und das Rauchen als ein erstrebenswertes Freizeitvergnügen darstellen. 

Indirekter Gegenentwurf: eine Alibiübung

Das vom Parlament 2021 verabschiedete Tabakproduktegesetz sieht zwar ein schweizweites Abgabeverbot von Tabakprodukten und E-Zigaretten für Minderjährige vor. Ansonsten fehlen darin aber wirksame Massnahmen zum Jugendschutz. Einzig im öffentlichen Raum, also auf Plakaten oder Sportplätzen, sowie in Kinos sollen Tabakprodukte nicht mehr beworben werden dürfen.

Diese Werbeeinschränkungen sind in vielen Kantonen allerdings bereits heute umgesetzt und für einen griffigen Jugendschutz nicht ausreichend. Demgegenüber ist Werbung in Printmedien und im Internet mit dem neuen Tabakproduktegesetz weiterhin vollumfänglich zulässig, ausser sie richtet sich gezielt an Minderjährige. Auf ein Sponsoringverbot wird sogar ganz verzichtet. Die Tabakindustrie darf also weiterhin uneingeschränkt dort werben, wo sie Minderjährige am besten erreicht: auf People-Seiten in Gratiszeitschriften, auf Onlineportalen und in sozialen Medien, an den Verkaufsstellen neben den Süssigkeiten sowie an Festivals und Konzerten.

Konsequenter Jugendschutz

Mit dem schweizweiten Verkaufsverbot an unter 18-Jährige dürfen keine Tabakprodukte an Minderjährige abgegeben werden. Die Volksinitiative «Kinder ohne Tabak» forderte konsequenterweise, dass verbotene Produkte für diese Altersgruppe auch nicht beworben werden dürfen. Werbung, bei der sichergestellt wird, dass sie nur Erwachsene erreicht, ist dagegen weiterhin möglich.

Die Krebsliga engagierte sich als Trägerorganisation seit Beginn für die Volksinitiative, damit sich Kinder und Jugendliche gesund entwickeln können und vor schädlichem Tabakkonsum geschützt werden. Gemeinsam mit den kantonalen und regionalen Krebsligen sowie zahlreichen weiteren Gesundheitsorganisationen führte sie den Abstimmungskampf «Kinder ohne Tabak» an vorderster Front zum Erfolg.

Das Schweizer Stimmvolk hat am 13. Februar 2022 entschieden: Entgegen der Parlamentsmehrheit stellte es den Schutz der Kinder vor die wirtschaftlichen Interessen und nahm die Volksinitiative mit 56,6 Prozent Ja- Stimmenanteil an. Ein kleiner, aber wichtiger Schritt für die Tabakprävention. Nun haben Bundesrat und Parlament den Auftrag, das Tabakproduktegesetz entsprechend anzupassen.

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