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Leukämien (Blutkrebs)

Jährlich erkranken in der Schweiz rund 900 Menschen an Leukämie, das entspricht etwa 2,5% aller Krebskrankheiten. Männer erkranken etwas häufiger (57%) als Frauen (43%). Fast die Hälfte der Patienten ist zum Zeitpunkt der Diagnose 70 Jahre oder älter. Bei Kindern sind Leukämien die häufigste Krebsart: ein Drittel aller krebskranken Kinder leidet unter Leukämie.

Leukämien gehen von den Vorläuferzellen der weissen Blutkörperchen (Leukozyten) aus:

  • Lymphatische Leukämien entstehen aus den Vorläuferzellen der Lymphozyten
  • Myeloische Leukämien entstehen aus den Vorläuferzellen der Granulozyten, selten auch aus den roten Blutkörperchen und Blutplättchen

Leukämien können einen akuten oder chronischen Krankheitsverlauf haben:

  • Akute Formen verlaufen rasch und müssen sofort behandelt werden
  • Chronischen Formen haben einen langsameren Krankheitsverlauf als die akuten


Vereinfacht ausgedrückt gibt es:

ALL = Akute lymphatische Leukämien

AML= Akute myeloische Leukämien

CLL = Chronisch lymphatische Leukämien

CML = Chronisch myeloische Leukämien


Risikofaktoren

Gewisse Faktoren und Lebensumstände können das Erkrankungsrisiko erhöhen, führen jedoch nicht bei allen Betroffenen zu einer Leukämie:

  • Chemikalien (z.B. Benzol, Formaldehyd), Medikamente (z.B. Zytostatika) oder ionisierende Strahlen (Röntgenstrahlen) können die Entstehung einer Leukämie begünstigen, falls eine Person häufig oder über längere Zeit damit in Kontakt kommt.
  • Therapie-assoziierten Leukämien: Selten erkranken Menschen, die durch Chemo- oder Strahlentherapie von einer andern Krebserkrankung geheilt wurden als Spätfolge dieser Behandlung an einer Leukämie.
  • Ob genetische Faktoren eine Rolle spielen, ist unklar. In Familien, in denen schon häufiger Leukämie aufgetreten ist, kann das Risiko selber zu erkranken jedoch leicht erhöht sein.
  • Menschen mit Trisomie 21 (Down Syndrom) haben ein erhöhtes Risiko, an Leukämie zu erkranken.


Symptome

Die Leukämiezellen vermehren sich unkontrolliert. Sie verdrängen die gesunden Blutzellen und verbreiten sich im ganzen Körper. Dies führt zu:

  • Blutarmut: Müdigkeit, Blässe, Atemnot.
  • Neigung zu Blutungen: blaue Flecken, Nasen- oder Zahnfleischbluten, langandauerndes Nachbluten bei Verletzungen.
  • Anfälligkeit für Infektionskrankheiten: Fieber, Entzündungen der Haut oder der Schleimhaut.

Weitere Symptome können von den befallenen Organen ausgehen, zum Beispiel geschwollene Lymphknoten, Spannungsschmerzen in der Leber und der Milz oder Knochenschmerzen.


Diagnose

Zur Diagnose einer Leukämie müssen Blut und Knochenmark genau untersucht werden. Dazu ist auch die Entnahme von Knochenmark unter örtlicher Betäubung notwendig.


Therapie

Die Wahl der Behandlung ist abhängig von der Leukämieart und dem Krankheitsstadium. Jede Leukämieart erfordert spezielle Behandlungsformen. Die hauptsächlichen Therapien sind:

  • Medikamentöse Therapien: Chemotherapien, Hochdosis-Chemotherapien, zielgerichtete Medikamente, Antikörpertherapien
  • Blutstammzelltransplantationen. Man unterscheidet dabei zwischen:
    • der autologen Stammzelltransplantation (die/der Betroffene erhält die eigenen Blutstammzellen transplantiert)
    • allogene Stammzelltransplantation (die/der Betroffene erhält Blutstammzellen von einer anderen Person transplantiert)
  • Strahlentherapie (Radiotherapie)

Diese Behandlungen werden einzeln oder zusammen angewandt, jedoch oft nicht gleichzeitig, sondern nacheinander.

  • Active Surveillance: Bestimmte chronische Leukämieformen müssen nicht sofort behandelt werden. Die Betroffenen werden stattdessen aktiv überwacht. Fachleute sprechen in diesen Fällen von Active Surveillance: D.h. mit regelmässigen Kontrolluntersuchungen wird der Krankheitsverlauf überwacht. Mit einer Behandlung wird erst begonnen, wenn die Leukämie Beschwerden verursacht.