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Gebärmutterhalskrebs

Jährlich erkranken etwa 250 Frauen neu an Gebärmutterhalskrebs. Knapp die Hälfte der Betroffenen sind zum Zeitpunkt der Diagnose jünger als 50 Jahre.

1. Eileiter (Tube) 2. Eierstock 3. Gebärmutter 4. Scheide 5. Höhle der Gebärmutter 6. Gebärmutterkörper (Muskelschicht) 7. Schleimhaut der Gebärmutter (Endometrium) 8. Muttermund 9. Gebärmutterhals

Die Gebärmutter ist ein birnenförmiges Organ im Unterleib der Frau, in dem das ungeborene Kind heranwächst. Die Gebärmutter besteht aus dem Gebärmutterkörper und dem Gebärmutterhals.

In der Gebärmutter können sich zwei verschiedene Arten von Krebs entwickeln: Gebärmutterkörperkrebs geht von der Schleimhaut aus, die den Gebärmutterkörper innen auskleidet. Gebärmutterhalskrebs entwickelt sich aus den Zellen des Gebärmutterhalses.

Zu Beginn der Erkrankung bilden sich Zellen, die sich rascher teilen und anders aussehen als normale Zellen. In diesem Stadium hat sich erst die oberste Schicht der Schleimhaut verändert. Es besteht deshalb noch kein «richtiger» Krebs, sondern eine Krebsvorstufe.

Wenn die veränderten Zellen weiter in die Schleimhaut eindringen, entsteht Gebärmutterhalskrebs. Daher müssen Vorstufen regelmässig kontrolliert werden.

Gebärmutterhalskrebs kann sich auf benachbarte Gewebe und Organe ausbreiten. Über Lymph- oder Blutgefässe gelangen Krebszellen in andere Organe und bilden dort Metastasen (Ableger).

Der wichtigste Risikofaktor für Gebärmutterhalskrebs ist die Infektion mit bestimmten Arten von humanen Papillomaviren (HPV). Die HPV werden in erster Linie beim Geschlechtsverkehr übertragen. Doch auch Hautkontakt mit einer infizierten Person kann ansteckend sein, vor allem im Genital-, Anal- oder Mundbereich.

Meistens heilt eine HPV-Infektion ohne Beschwerden und ohne Folgen aus. Auch die HPV-bedingten Vorstufen bilden sich oft spontan zurück. In einigen Fällen wird die Infektion allerdings chronisch und die Viren bewirken ein unkontrolliertes Wachstum der Zellen. Dann steigt das Risiko für Gebärmutterhalskrebs.

Weitere Risikofaktoren für Gebärmutterhalskrebs sind:

  • Rauchen
  • zusätzliche Infektionen der Geschlechtsorgane durch sexuell übertragbare Krankheitserreger (z.B. Chlamydien)
  • chronische Störung der Immunabwehr
  • hormonelle Verhütung («Pille»): Die langjährige Einnahme von hormonellen Verhütungsmitteln kann das Risiko von Gebärmutterhalskrebs leicht erhöhen, wenn gleichzeitig eine Infektion mit HPV besteht.

Geschlechtsverkehr in sehr jungem Alter sowie häufig wechselnde Sexualpartner oder Sexualpartnerinnen erhöhen das Risiko, mit HPV in Kontakt zu kommen.

Der Gebrauch von Kondomen verhindert zwar die Ansteckung mit einigen sexuell übertragbaren Erkrankungen. Vor einer Ansteckung mit HPV schützen sie allerdings nur ungenügend.

Eine Impfung kann vor der Infektion mit einigen HP-Virentypen schützen. Diese Impfung sollte möglichst vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgen.

Der Verzicht auf das Rauchen kann das Risiko für Gebärmutterhalskrebs ebenfalls senken.

Gebärmutterhalskrebs gehört zu den wenigen Krebsarten, die man frühzeitig erkennen und behandeln kann. Daher ist es wichtig, dass Frauen ab dem ersten Geschlechtsverkehr regelmässig zur Kontrolle bei einer Frauenärztin (Gynäkologin) oder einem Frauenarzt (Gynäkologen) gehen.

Für die Früherkennung macht die Ärztin oder der Arzt einen Krebsabstrich (Pap-Test) von Muttermund und Gebärmutterhals und/oder eine HPV-Testung.

Wichtig zu wissen: Eine HPV-Impfung schützt nicht vor allen krebsauslösenden HPV-Typen. Deswegen sollten Sie auch nach der Impfung regelmässig zur Vorsorgeuntersuchung gehen.

Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs bereiten in der Regel keine Beschwerden. Deshalb werden sie meistens erst bei der Vorsorgeuntersuchung festgestellt.

Gebärmutterhalskrebs macht sich oft erst in fortgeschrittenen Stadien mit Symptomen oder Beschwerden bemerkbar:

  • bei Frauen vor den Wechseljahren: Blutungen aus der Scheide zwischen den Menstruationen,
  • Blutungen aus der Scheide nach den Wechseljahren,
  • Blutungen aus der Scheide nach dem Geschlechtsverkehr,
  • schlecht riechender Ausfluss aus der Scheide,
  • Schmerzen im Unterbauch,
  • unerklärliche Gewichtsabnahme.

Diese Beschwerden haben oft eine andere, harmlosere Ursache. Dennoch sollten sie abgeklärt werden. Je eher eine Krebsvorstufe oder Gebärmutterhalskrebs entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen.

Bei Verdacht auf Gebärmutterhalskrebs werden unterschiedliche Untersuchungen gemacht:

  • Körperliche Untersuchung
  • Krebsabstrich (Pap-Test)
  • Nachweis von HP-Viren
  • Untersuchung mit der Lupe (Kolposkopie)
  • Entnahme von Gewebe (Biopsie)
  • Ausschneiden eines Gewebestückes (Konisation)
  • Ultraschall (Sonografie)
  • Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie)

Die Diagnose wird anhand einer Gewebeprobe (Biopsie) gestellt. Danach muss abgeklärt werden, ob sich der Krebs schon über den Gebärmutterhals hinaus ausgebreitet hat und ob Organe von Metastasen betroffen sind. Dafür werden zusätzliche Untersuchungen durchgeführt.

Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten bei Gebärmutterhalskrebs und seinen Vorstufen. Am häufigsten sind:

Krebsvorstufen und Gebärmutterhalskrebs werden nicht auf dieselbe Weise behandelt. Der wichtigste Unterschied: Krebsvorstufen können so behandelt werden, dass die Gebärmutter erhalten bleibt.

Bei Gebärmutterhalskrebs in Frühstadien kann die Gebärmutter häufig erhalten werden, womit Schwangerschaften nach der Behandlung möglich bleiben. In fortgeschrittenen Stadien muss die Gebärmutter meistens entfernt werden oder eine Radiochemotherapie erfolgen. In diesen Fällen sind keine Schwangerschaften mehr möglich.

Besprechen Sie einen allfälligen Kinderwunsch vor der Therapie mit Ihrem Behandlungsteam. Eventuell sind bei Ihnen gewisse Massnahmen möglich, um die Fruchtbarkeit vorübergehend zu erhalten.

Informationsmaterial

Sie haben die Diagnose Gebärmutterhalskrebs erhalten? Folgende Informationen und Hilfsmittel können Sie vielleicht unterstützen:

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Inhalt aktualisiert: 30. März 2021