Der Konsum von Alkohol schadet der Gesundheit und erhöht das Krebsrisiko. Selbst kleine Mengen schädigen das Erbgut, verändern den Hormonhaushalt und begünstigen Entzündungen. Auf dieser Seite finden Sie Informationen über Alkohol, seine Nebenwirkungen und wie er das Krebsrisiko erhöht.
Wann gilt ein Getränk als alkoholisch?
In der Schweiz gilt ein Getränk als alkoholisch, wenn es mehr als 0,5 Volumenprozent Ethyl-Alkohol enthält. Das bedeutet: In 100 Millilitern des Getränks sind mindestens 0,5 Milliliter Ethyl-Alkohol. Getränke, die 0,5 Prozent oder weniger enthalten, gelten als alkoholfrei.
Obst, Getreide oder Knollenfrüchte enthalten Zucker. Alkohol entsteht durch die Gärung dieses Zuckers. Winzer stellen Wein aus Trauben her, Brauer machen Bier und Whisky aus Getreide. Einige Wodkasorten entstehen aus Kartoffeln und Rum entsteht aus Zuckerrohr.
Welche alkoholischen Getränke gibt es?
Es gibt drei Arten von alkoholischen Getränken:
Gärungsgetränke: Das sind Getränke, bei denen der Zucker mithilfe von Hefe vergärt. Sie enthalten zwischen 4 und 15 Prozent Alkohol. Beispiele sind Wein, Bier und Apfelwein.
Destillierte Getränke: Diese Getränke entstehen in zwei Schritten. Zunächst vergärt der enthaltene Zucker. Anschliessend wird die gewonnene Flüssigkeit destilliert. Destillieren bedeutet: Ein Getränk erhitzen, bis sich das Wasser vom Alkohol und weiteren Stoffen trennt. Der Alkoholgehalt liegt zwischen 20 und über 40 Prozent. Aus diesem Grund heissen sie auch hochprozentige Spirituosen. Dazu gehören beispielsweise Wodka, Grappa, Whisky oder Rum. Hochprozentige Getränke haben eine Konzentration von mindestens 35 Prozent.
Aromatisierte oder angereicherte Getränke: Diese werden durch Gärung oder Zugabe von Alkohol oder Aromen hergestellt. Dazu zählen zum Beispiel Liköre wie Limoncello, Eierlikör oder Bitter. Aber auch bestimmte Aperitifs und Cocktails mit Likören und Alkohol (wie Spritz) oder angereicherte Weine (wie Portwein). Der Alkoholgehalt liegt zwischen 15 und 30 Prozent.
Welche Nebenwirkungen hat Alkohol?
Viel Alkohol über einen längeren Zeitraum erhöht das Risiko, bestimmte Arten von Krebs zu bekommen.
Alkoholkonsum schadet der Leber, dem Herz-Kreislauf-System und dem Gehirn.
Alkohol macht süchtig. Er verschlechtert die Reflexe und das Urteilsvermögen. Trinken Sie deshalb vor dem Führen eines Fahrzeugs keinen Alkohol.
Welche Krebsarten verursacht Alkohol?
Sowohl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als auch die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) sagen: Alkohol verursacht Krebs.
Forschende haben untersucht, wie Alkohol und Krebs zusammenhängen. Studien beweisen: Alkohol erhöht das Risiko für mindestens 7 Krebsarten. Das sind:
Forschende vermuten, dass es einen Zusammenhang von Alkohol mit weiteren Krebsarten gibt. Hier sind die Ergebnisse aus den Studien aber noch nicht eindeutig.
image preview (part cannot be editable in RTE!)
Krebsarten, die mit Alkohol zusammenhängen: 1) Mundhöhlenkrebs, 2) Rachenkrebs, 3) Kehlkopfkrebs, 4) Speiseröhrenkrebs, 5) Brustkrebs bei Frauen, 6) Leberkrebs, 7) Darmkrebs (Quelle: National Cancer Institute)
Wie erhöht Alkohol das Krebsrisiko?
Der Körper wandelt Alkohol in Acetaldehyd um. Dieser giftige Stoff schädigt das Erbgut, also die DNA.
Alkohol verstärkt Entzündungen im Körper.
Alkohol fördert die Bildung freier Radikale. Diese Moleküle schädigen Zellen und die DNA.
Alkohol verhindert die Aufnahme wichtiger Vitamine (A, C, D, E und Folsäure).
Alkohol erhöht den Spiegel bestimmter Hormone wie Östrogen und Insulin. Ein Überfluss dieser Hormone erhöht das Risiko für Brustkrebs.
Alkohol erleichtert die Aufnahme weiterer krebserregender Stoffe im Mund- und Halsbereich.
Ich habe Krebs und trinke Alkohol. Ist das ein Problem für die Therapie?
Ja, das Trinken von Alkohol ist ein Problem während der Krebstherapie. Der Alkohol:
verschlechtert Ihre Gesundheit.
beeinflusst die Wirkung von Medikamenten gegen Krebs. Er macht diese zum Beispiel giftiger.
verändert die Wirkung der Strahlentherapie;
verschlimmert bestimmte Nebenwirkungen.
schwächt das Immunsystem und verlangsamt das Gesundwerden.
verschlechtert Ihre Lebensqualität.
verursacht langfristig Probleme in bestimmten Organen. Beispielsweise in der Leber oder im Herz-Kreislauf-System.
erhöht das Risiko eines Rückfalls. Er erhöht auch das Risiko, dass Sie einen neuen Tumor bekommen.
Trinken Sie keinen Alkohol, wenn Sie an Krebs erkrankt sind oder eine Krebstherapie machen. Fällt es Ihnen schwer, auf Alkohol zu verzichten? Sprechen Sie mit jemandem aus dem Behandlungsteam.
Ist moderater Alkoholkonsum ungefährlich?
Nein. Laut WHO gibt es keine unbedenkliche Menge von Alkohol. Studien beweisen: Auch kleine, regelmässige Mengen von Alkohol erhöhen das Krebsrisiko mit der Zeit. Das Krebsrisiko steigt, je häufiger und je mehr Sie Alkohol trinken.
Die Krebsliga rät ebenfalls: Trinken Sie keinen Alkohol mehr oder trinken Sie weniger. Wählen Sie Getränke ohne Alkohol.
Senke ich mein Krebsrisiko, wenn ich mit dem Trinken aufhöre?
Ja. Wenn Sie mit dem Trinken aufhören, senken Sie Ihr Krebsrisiko. Es kann viel Zeit vergehen, bis Ihr Risiko wieder dem von Menschen entspricht, die nicht oder nur selten trinken. Je früher Sie weniger trinken oder ganz aufhören, desto besser für Ihre Gesundheit.
Wie kann ich meinen Alkoholkonsum verringern?
Möchten Sie weniger Alkohol trinken oder ganz aufhören? Wünschen Sie dabei Unterstützung? Wenden Sie sich an folgende Stellen:
Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke
www.safezone.ch: Diese Online-Plattform bietet anonyme und kostenlose Beratung zu Suchtproblemen.
Telefon 0848 848 885: Kostenpflichtige 24-Stunden-Hotline der Anonymen Alkoholiker. Gruppenmeetings für Personen, die mit dem Trinken aufhören möchten.
www.al-anon.ch: Unterstützung für Angehörige und Freunde von Personen mit einem Alkoholproblem.
Dr. med. Espeli Vittoria, Fachärztin für medizinische Onkologie, Oberärztin der Abteilung für medizinische Onkologie am Onkologischen Institut der italienischen Schweiz
Sohi, I., Rehm, J., Saab, M., Virmani, L., Franklin, A., & Lauby-Secretan, B. (2024). Alcoholic beverage consumption and female breast cancer risk: A systematic review and meta-analysis of prospective cohort studies. Alcoholism: Clinical and Experimental Research, 48(12), 2222–2241. https://doi.org/10.1111/acer.15493
Betroffene, Angehörige, weitere Interessierte und Fachpersonen können den Dienst unter der Woche per Telefon, E-Mail, Chat oder WhatsApp von 10 Uhr bis 18 Uhr erreichen.